FC Luzern

FCL-Sportchef Remo Meyer bewies guten Riecher
Neuzugänge im Winter bringen den FCL auf Kurs

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Winter-Neuzugang Mohamed Dräger in Jubelpose vor seinen FCL-Teamkollegen Ardon Jashari, Marvin Schulz und Ibrahima Ndiaye: Sein spätes Tor zum 2:2 in Bern liess das Selbstvertrauen der Luzerner wachsen. (Bild: Martin Meienberger/freshfocus)

Sechs der sieben Luzerner Tore in der Rückrunde haben , und erzielt. Sie kamen in der Winterpause neu zum . Aus ihren Treffern resultierten acht Punkte in sieben Rückrunden-Spielen. Das Trio hat dem abstiegsbedrohten FC Luzern neues Leben eingehaucht.

Ihm blies in den letzten Wochen und Monaten ein eisiger Gegenwind der -Fans ins Gesicht: Sportchef kam mit dem Klub nach dem Cupsieg 2021, dem besten Spiel in diesem Jahrtausend, keinen Schritt weiter. Für viele war er mit seinen Sommer- der Hauptschuldige daran, dass der FC Luzern zum Jahresende auf dem letzten und direkten Abstiegsplatz gelegen hatte.

Im Rückblick hält Remo Meyer gegenüber zentralplus fest: «Meine Aufgabe ist des, den Klub stets als Gesamtbild zu betrachten. In der Vorrunde haben die Neuverpflichtungen und das bestehende Team keine Harmonie gefunden. Sie konnten die Leistungen der letzten Saison nicht auf dem Platz bestätigen.»

Dieses katastrophale Defizit brachte einige Bewegung in die sportliche Abteilung des FC Luzern. Cupsieger-Trainer Fabio Celestini wurde gefeuert und für die letzten vier Vorrunden-Spiele durch Interimstrainer Sandro Chieffo aus der eigenen U21 ersetzt. Aber dieser war der Aufgabe nicht gewachsen (zentralplus berichtete).

Nur einmal gibt es keinen Punkt für den FCL, als ein Neuer trifft

Erst mit der Verpflichtung des neuen Cheftrainers zu Beginn der Winterpause ist trotz zweier Niederlagen zum Start in die Rückrunde eine Aufbruchstimmung im FCL entstanden (zentralplus berichtete). Und diese steht im Zusammenhang mit dem wenig später neuverpflichteten Personal: Die drei Tore von Stürmer haben dem FCL sechs Punkte eingetragen (1:0 gegen Sion, 2:1 in Lausanne).

Die Tore von und stehen immerhin jeweils für einen weiteren Punktgewinn: Der tunesische Aussenverteidiger machte mit seinem vor dem Sechzehner abgefeuerten Kracher das späte 2:2 im letzten Meisterschaftsspiel in Bern (zentralplus berichtete).

Der neue FCL-Stürmer Asumah Abubakar bewirkte mit seinem Doppelpack gegen Lausanne den wichtigen 2:1-Sieg im Direktduell um den Ligaerhalt.

Marko Kvasina stellte bei Servette vor bald drei Wochen in Genf auf 1:1, als der österreichische Schlaks dank seiner Kopfball-Stärke gegen Ende der Partie genau das machte, wofür er vom FCL verpflichtet wurde. Mit seiner Grösse und Wucht ersetzt er den nach wie vor an einer Knieverletzung laborierenden Pascal Schürpf. Der FCL-Publikumsliebling weilt diese und nächste Woche in Frankreich im Aufbau-Training.

Nur einmal ergab sich aus einem Torerfolg der Luzerner Winter-Neuzugänge kein Punktgewinn. Das war bei der zweiten aufeinanderfolgenden Niederlage zum Rückrunden-Start in Lugano (1:2) so, als Mohamed Dräger für den zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich besorgt war.

Winterpause bietet den FCL-Neuen weniger Zeit zur Integration

Dass dieses Trio bislang lieferte, verschafft FCL-Sportchef Remo Meyer etwas Erleichterung. Lächelnd sagt er: «Ich habe Freude daran, wie sich die Neuen so schnell ins Team integriert haben.» Das war eine Herausforderung, zumal die Winterpause für diesen Prozess weniger Zeit bietet und die Mannschaft zudem mit einer sportlich negativen Vorgeschichte belastet war.

«Die Neuen sind gute Typen, die ihren Platz schnell gefunden haben. Sie gingen mit ihrer Persönlichkeit voraus, konnten ihre Leistung sofort abrufen und entsprechend Verantwortung übernehmen», hält Remo Meyer fest. Dass das Trio sich in Luzern bislang positiv einbringt, ist wohl kaum dem Glück geschuldet.

So erzielte der hoch aufgeschossene FCL-Stürmer Marko Kvasina das 1:1 gegen Servette in Genf. (Bild Martin Meienberger/freshfocus)

Remo Meyer hatte sie schon einige Zeit auf dem Radar. «Marko Kvasina bringt mit seiner Grösse und Wucht ein anderes Element in unsere Offensive. Mit ihm standen wir seit Dezember in Kontakt», sagt er. Den 25-jährigen 1,95 Meter grossen Stürmer hat sich der FCL vom belgischen Erstligisten KV Oostende bis im Sommer mitsamt einer Kaufoption ausgeliehen.

Ex-FCL-Trainer stemmte sich gegen Abubakars Verpflichtung

Asumah Abubakar sei schon im Sommer 2018 beinahe beim FCL gelandet. «Aber in der Saison davor hatte er sich schwer verletzt», so Meyer. Also landete der 24-jährige Stürmer über Maastricht beim SC Kriens. «Wir haben Asumah Abubakar immer verfolgt.»

«Es macht keinen Sinn, einen Transfer gegen den Willen eines Cheftrainers zu erzwingen. Schon gar nicht für den betreffenden Spieler.»

FCL-Sportchef Remo Meyer

Aber das Engagement beim FCL kam erst jetzt zustande, weil der vormalige Cupsieger-Trainer Fabio Celestini nicht viel von Abubakar hielt. «Jeder Transfer ist ein Zusammenspiel zwischen der Scoutingabteilung, dem Sportchef und dem Cheftrainer. Es macht keinen Sinn, einen Transfer gegen den Willen eines Cheftrainers zu erzwingen. Schon gar nicht für den betreffenden Spieler», gibt Remo Meyer zu bedenken.

Und wie lief das Buhlen um Mohamed Dräger ab? Den ersten Kontakt habe es im letzten Sommer gegeben, so Meyer. «Damals war er bei Olympiakos Piräus engagiert, kam aber kaum zum Zug. Aber ein Transfer zerschlug sich damals, weil Mohamed Dräger den Schritt in die Schweiz nicht machen wollte.»

Stattdessen sprang der 25-jährige Aussenläufer im letzten Moment zu Nottingham ab und kam vom Regen in die Traufe. Beim englischen Zweitligisten kam er gar nie zum Einsatz. «Entscheidend für uns war, dass Mohamed Dräger am Afrika Cup für Tunesien immer im Einsatz stand. Das zeigte uns, dass er austrainiert war. Sonst hätte ein Transfer kaum Sinn ergeben», sagt Meyer.

Entpuppt sich Izmirioglu als FCL-Fehleinkauf?

Der Vertrag des gebürtigen Freiburgers mit Nottingham läuft noch zwei weitere Jahre. Der FCL hat Mohamed Dräger bis Saisonende ausgeliehen und sich eine Kaufoption gesichert. «Für eine definitive Übernahme von Mohamed Dräger haben wir uns eine realistische Kaufoption gesichert. Diese ist das eine, die daran gekoppelten Lohnkosten das andere.» Aus letzterem Grund zerschlug sich wahrscheinlich ein weiterführendes Engagement von Kölns damaligem Leihspieler Louis Schaub beim FCL.

«Ein Deutscher kennt unsere Sprache und bringt eine gute Mentalität mit sich.»

FCL-Sportchef Remo Meyer

Auffällig ist, dass Remo Meyer in letzter Zeit dem deutschen Spieler-Markt erhöhte Aufmerksamkeit schenkt. Warum das? Er sagt, dass er sich nicht auf bestimmte Länder konzentriere. «Bei uns hat die Qualität eines Spielers höchste Priorität. Aber ein Deutscher kennt unsere Sprache und bringt eine gute Mentalität mit sich.»

Allerdings gibt es auch in der Winterpause eine Neuverpflichtung, die auf dem Platz bislang unsichtbar war. Der von Wil geholte und mit einem Vertrag bis 2024 ausgestattete sass in den ersten drei Spielen auf der Ersatzbank. Danach wurde er im Aufgebot von FCL-Trainer Mario Frick gar nicht mehr berücksichtigt.

Entpuppt sich der 23-jährige Innenverteidiger als Fehleinkauf? Remo Meyer erläutert: «Wir wollten im Winter nach Denis Simani noch einen zweiten Innenverteidiger holen. Serkan Izmirioglu kam aus der Challenge League. Der Schritt in die Super League braucht Angewöhnungszeit. Aber er entwickelt sich.»

Zudem habe Luca Jaquez in der Vorbereitung einen guten Eindruck beim Trainer hinterlassen. «Auf der Ersatzbank braucht es keine zwei Innenverteidiger», bemerkt Remo Meyer.

FCL will Distanz zu Lausanne vergrössern

Der Sportchef und der Trainer haben mit ihrer Arbeit den Patienten FCL wieder aufgepäppelt. In der Vorrunde hätten weder die Resultate noch die Leistung auf dem Platz gestimmt. «Jetzt spielt die Mannschaft wieder mit positiver Energie und tritt dynamischer auf. Wir agieren auf dem Platz und spielen vorwärts. Wenn wir so weiterfahren, schaffen wir den Ligaerhalt», gibt sich Remo Meyer zuversichtlich.

Mit einem Sieg am Sonntag im Heimspiel gegen die Grasshoppers brächte sich der FCL wieder auf Schlagdistanz im Kampf um Platz 8 und das rettende Ufer. Aber Remo Meyer will dem Ausgang dieses Duells keine besondere Bedeutung beimessen: «Wenn in der Vorrunde nichts läuft wie bei uns, wird jeder Match in der Rückrunde zu einem Endspiel. In einem ersten Schritt müssen wir die Distanz zu Lausanne auf dem direkten Abstiegsplatz vergrössern.»

Wenn die Leistung der Luzerner weiterhin stimme, merkt er an, kämen die Punkte von alleine. «Dann ist es eine Frage der Zeit, bis wir in der Tabelle an die grad vor uns platzierten Teams herankommen.»

Die Verstärkungen in der Winterpause haben den FCL auf Kurs gebracht. Mittlerweile erkennt die Mannschaft einen gehbaren Weg zum Ligaerhalt.

Verwendete Quellen
  • Persönliches Gespräch mit Remo Meyer
  • Statistiken über die FCL-Spieler von Transfermarkt
Weitere Quellen
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1 Kommentare
  1. Mac Tanner (das Original), 12.03.2022, 09:44 Uhr

    Habs vorausgesagt: Remo Meyer Sportchefgott #Nichtabstieg&Cupsieg2022#

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