Mit Alpstaeg krumme Dinge gedreht?

FCL zieht Ex-Präsident Philipp Studhalter vor Gericht

Philipp Studhalter muss sich bald vor Gericht verantworten – weil der FCL einen Entscheid der Staatsanwalschaft nicht aktzeptieren will. (Bild: Martin Meienberger/freshfocus)

Der FC Luzern hat seinen Ex-Präsidenten Philipp Studhalter wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung und Betrugs angezeigt. Gemäss Staatsanwaltschaft besteht dafür zwar «kein hinreichender Tatverdacht». Doch der FCL zieht dennoch vor Gericht.

Es sind schwere Vorwürfe, die der FC Luzern gegen seinen Ex-Präsidenten Philipp Studhalter, inzwischen Präsident der Swiss Football League SFL (zentralplus berichtete), erhoben hat. Studhalter soll Bernhard Alpstaeg geholfen haben, sich die Aktienmehrheit an der Swissporarena zu sichern. Die Anzeige gegen Alpstaeg hat der FCL darum im Frühling 2023 auf Studhalter ausgeweitet – und im Herbst 2023 öffentlich gemacht (zentralplus berichtete).

Lange war es unklar, ob die Luzerner Staatsanwaltschaft überhaupt Ermittlungen gegen Studhalter aufnehmen würde. Anfang Monat entschied sie sich dagegen. Sie verschickte eine sogenannte Nichtanhandnahmeverfügung – mit 14-seitiger Begründung. «Auf die Strafsache wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung und Betrugs wird nicht eingetreten», steht darin geschrieben – weil kein hinreichender Tatverdacht bestehe.

«Wir sind überzeugt, dass sich Philipp Studhalter im Prozess des Verkaufs der Stadionaktien nicht korrekt verhalten hat.»

FCL-Verwaltungsrätin Ursula Engelberger-Koller

Studhalters Rechtsanwalt Andreas Bantel gab sich gegenüber zentralplus damals siegessicher. «Die Staatsanwaltschaft begründet ihren Entscheid ausführlich und meines Erachtens überzeugend», sagte er. Sein Mandant wäre aus dem Aktionärsstreit fein raus gewesen.

FCL zieht vor Gericht

Doch den Verwaltungsrat des FC Luzern hat die Begründung der Staatsanwaltschaft offenbar nicht so sehr überzeugt wie Bantel. «Der FCL ist mit der Nichtanhandnahme nicht einverstanden und führt dagegen Beschwerde», sagt FCL-Verwaltungsrätin und Juristin Ursula Engelberger-Koller nun gegenüber zentralplus. Das heisst: Die Gerichte werden sich mit einem weiteren Fall rund um den FCL beschäftigen müssen.

Ursula Engelberger-Koller äusserte an einer Medienkonferenz des FC Luzern schwere Vorwürfe gegen Ex-FCL-Präsident Philipp Studhalter. (Bild: jdi)

«Wir sind überzeugt, dass sich Philipp Studhalter im Prozess des Verkaufs der Stadionaktien als damaliger CEO und Verwaltungsratspräsident des FCL nicht korrekt verhalten hat und damit mutmasslich strafrechtlich relevante Tatbestände erfüllte», begründet sie ähnlich wie schon im Herbst 2023.

«Ich kam zum Schluss, den FCL – dem ich ja jahrelang gedient habe – nicht noch mit weiteren Anzeigen zu belasten.»

Ex-FCL-Präsident Philipp Studhalter

Ob die Beschwerde des FCL gegen die Nichtanhandnahme bisher unbekannte Beweise enthält, ist unklar. «Da es sich um ein laufendes Verfahren handelt, werden wir hierzu keine Stellung nehmen und auch keine Auskunft über den Inhalt der Beschwerde machen», beantwortet Engelberger-Koller eine entsprechende Frage von zentralplus. Derweil gilt für sämtliche Beteiligte die Unschuldsvermutung.

Philipp Studhalter sah von Anzeige ab

Als sie zusammen mit dem FCL-Verwaltungsrat im Herbst 2023 die schweren Vorwürfe gegen Philipp Studhalter öffentlich machte (zentralplus berichtete), drohte dieser ihr mit einer Strafanzeige wegen Ehrverletzung. Daraus wurde aber nichts.

Gegenüber der «Luzerner Zeitung» erklärte Studhalter kürzlich, warum: «Ich kam zum Schluss, den FCL – dem ich ja jahrelang gedient habe – nicht noch mit weiteren Anzeigen zu belasten. Dies wäre nicht im Interesse der Fans und der Spieler gewesen.»

Die Zusatzbelastung hätte sich für Ursula Engelberger-Koller wohl in Grenzen gehalten, wie sie durchblicken lässt. «Der FCL würde einer möglichen Anzeige wegen Ehrverletzung gelassen entgegensehen, da dafür keine Basis vorhanden ist», sagt sie gegenüber zentralplus. Inzwischen sei die Frist zur Einreichung ohnehin abgelaufen.

So stehts um den Aktionärsstreit

Gespannter dürften der FCL und Studhalter daher den Entscheid des Gerichts erwarten, das sich nun mit der Beschwerde gegen die Nichtanhandnahme befassen muss.

Für Studhalter irrelevant, für Engelberger-Koller und Co. aber umso wichtiger, ist zudem der Ausgang des Zivilverfahrens, in welchem Bernhard Alpstaeg sich die FCL-Aktienmehrheit zurückholen will (zentralplus berichtete).

Parallel dazu ist schliesslich auch das Heimfallverfahren im Gange. Alpstaeg müsste im für ihn schlimmsten Fall das Stadion, dessen Aktienmehrheit er sich gemäss FCL mit Hilfe Studhalters ergaunert haben soll, der Stadt Luzern verkaufen (zentralplus berichtete).

Verwendete Quellen
  • Schriftlicher Austausch mit FCL-Verwaltungsrätin Ursula Engelberger-Koller
  • Nichtanhandnahmeverfügung der Staatsanwaltschaft Luzern
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