FC Luzern

Nur noch geringen Einfluss aufs sportliche Wohl
FCL: Das sind die Verlierer unter Mario Frick

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Filip Ugrinic, der Hoffnungsträger der Luzerner im Kampf um den Ligaerhalt, kommt unter Trainer Mario Frick bislang nicht auf Touren. (Bild: Martin Meienberger/freshfocus)

Das erste Rückrunden-Drittel der Luzerner Mission Ligaerhalt ist vorbei. Zeit für eine sportliche Zwischenbilanz. Unter dem neuverpflichteten -Trainer gab es einen sanften Aufschwung – auf Kosten einer Elf von Verlierern.

Die 18 Rückrunden-Spiele hat in drei Drittel unterteilt. Und seiner Mannschaft eine Punkte-Vorgabe gemacht, allerdings ohne gegenüber zentralplus konkret werden zu wollen (zentralplus berichtete). Das erste Drittel ist nun vorbei.

Nach dem 0:2 gegen den FC Zürich, der dem Luzerner Aufwärtstrend Einhalt geboten hat (zentralplus berichtete), steht Mario Frick bei sieben Punkten. Das gereicht nicht gerade zu Glanz und Gloria. Aber zur Zuversicht, dass der über die «Barrage» die Klasse doch noch wird halten können.

FCL-Hoffnungsträger Filip Ugrinic kommt nicht auf Touren

Neben dem eher bescheidenen Punktezuwachs haben diese ersten sechs Meisterschaftsspiele unter Mario Fricks Führung auch einige Verlierer im Luzerner Kader hervorgebracht. Der prominenteste unter ihnen ist .

Der offensiv beste Spieler im Herbst galt als grösste Hoffnung der Luzerner bei der Mission Ligaerhalt (zentralplus berichtete). Aber in diesem Jahr kommt der Mittelfeldspieler nicht mehr auf seine Leistung. Liegt es am neuen Spielsystem unter Mario Frick, das nicht mehr seinen unbestrittenen Qualitäten entspricht?

Mit vier Toren und vier Assists ist der 23-Jährige der offensiv produktivste Luzerner in der laufenden Meisterschaft. Aber unter dem neuen Trainer hat Ugrinic zuletzt nur noch eine Torvorlage in sechs Spielen geliefert.

Dass er sich eine leichte Blessur am linken Knie im letzten Spiel vor der Winterpause zugezogen hat, vermag seine Baisse nicht zu erklären. Würde sie ihn in seinem Leistungsvermögen einschränken, hätte er nicht in jedem Meisterschaftsspiel unter Frick von Beginn an zum Einsatz kommen dürfen.

FCL: Der zweite Anzug von Mario Frick

Noch ist das Standing von Filip Ugrinic bei Mario Frick ungebrochen. Das können andere Teamkollegen nicht mehr von sich behaupten. Sie kommen gar nicht mehr oder meist nur noch zu Teileinsätzen. Darunter sind einige arrivierte Spieler:

  • (36): Ist als Stammspieler und FCL-Captain in die Rückrunde gestartet, aber nach zwei Pleiten in den ersten beiden Spielen (0:3 gegen Basel und 1:2 in Lugano) unter Mario Frick zum Reservisten degradiert. Seither übernimmt Marco Burch die Captainbinde und der deutsche Mittelfeldspieler kam nur noch zu Teileinsätzen. Aus aktueller Sicht macht es für Sportchef Remo Meyer keinen Sinn, die Option für eine weitere Saison seines bis im Sommer gültigen Vertrags zu ziehen.
  • (23): Unter Cupsieger-Trainer Fabio Celestini Stammspieler und der teamintern zweitbeste Torschütze (3). Mario Frick gewährte dem flinken Aussenläufer hingegen nur sechs Teileinsätze mit insgesamt 78 Minuten Spielpraxis. Misstraut der FCL-Trainer Ndiayes Qualitäten in der Rückwärtsbewegung? Der Senegalese besitzt einen gültigen Vertrag bis 2023.
  • (32): Der erste Captain des FCL in dieser Seuchen-Saison kommt nicht in Fahrt. Auch unter Mario Frick nicht. Der Stürmer wurde zweimal ein- und zweimal ausgewechselt. In den letzten beiden Spielen fehlte er verletzungsbedingt. Sorgic liefert nicht die Argumente, dass er wieder der Torjäger sein kann, den der FCL schmerzlich vermisst. Sein Vertrag läuft 2023 aus.
  • (22): Einer der Luzerner Helden im letzten Mai beim erstmaligen Cup-Triumph seit 29 Jahren. Der Holländer wurde im Sommer nach der Leihe mit einem Dreijahresvertrag ausgestattet. Schon in der Vorrunde hinkte er seiner Form der vergangenen Saison hinterher. Unter Mario Frick kam der defensive Mittelfeldspieler nur einmal als Notnagel zum Einsatz. Und zwar in Lugano, als Marvin Schulz eine Spielsperre absitzen musste. Sonst brummte er jeweils unverrichteter Dinge auf der Ersatzbank.
  • Lorik Emini (22): Unter Fabio Celestini galt der Zuger einst als aufstrebendes Talent. Aber seine Entwicklung ist ins Stocken geraten. In dieser Saison brachte es der defensive Mittelfeldspieler auf bislang zehn Einsätze in der Meisterschaft. Beim Cup-Viertelfinal in Biel durfte sich Lorik Emini als zweifacher Torschütze feiern lassen (zentralplus berichtete). Aber unter Mario Frick war er zweimal davor und dreimal danach nur Bankdrücker. Erst jüngst gegen den FC Zürich reichte es ihm zu 18 Minuten Auslauf in der Meisterschaft. Bekommt er im Sommer eine Perspektive bei einem anderen Verein, muss er den FCL trotz Vertrag bis 2023 verlassen.
Christian Gentner ist in der Gunst von Trainer Mario Frick abgerutscht: Der 36-jährige Bundesliga-Saurier hat beim FCL die Captain-Binde und seinen Stammplatz abtreten müssen.
  • (25): Die Leistungskurve des Deutsch-Türken ist im Sinkflug. Letzte Saison war er noch wegen wichtiger Tore der gefeierte Edeljoker. In der laufenden Meisterschaft kann er schon vor Mario Fricks Ankunft kaum mehr positiv von sich reden machen. Unter dem aktuellen Übungsleiter wurde Varol Tasar erst einmal eingewechselt. Einmal war er verletzt, einmal für die gesamte Spieldauer Bankdrücker. Zuletzt stand er dreimal nicht mal mehr im Aufgebot. Sein Vertrag läuft noch bis 2024. Interessenten dürften bei Remo Meyer herzlich willkommen sein.
  • (23): Fussballerisch steht Mario Frick zwar auf den flinken Stürmer. Aber der Serbe ist drauf und dran, seinen Kredit zu verspielen. Nach zweimaligem Aufgebot in der FCL-Startformation kam er zweimal nur noch als Einwechselspieler zum Einsatz. Beim 2:1 in Lausanne schmorte er auf der Ersatzbank. Gegen Zürich war er wieder dabei und fand keine Bindung zum Spiel. Das Problem des technisch begabten Angreifers ist, dass er nicht weiss, wo das gegnerische Tor steht. Aus aktueller Sicht gibt es kaum Veranlassung, die Kaufoption zu ziehen. Die Leihe von Olympiakos Piräus dauert bis zum Ende der Saison.
  • Tsiy Ndenge (24): Sein Verletzungspech ist unfassbar, seit der Deutsche 2018 zum FCL gestossen ist. Der Mittelfeldspieler überzeugt mit Wucht, Präsenz und einem guten Auge als Ballverteiler. Wie geschaffen für Mario Fricks Vorstellung von Fussball. Doch Tsiy Ndenge ist ausser Rang und Traktanden gefallen und noch nie aufgeboten worden. Sein Vertrag läuft im Sommer aus und der Abschied scheint unvermeidlich zu sein.
  • Silvan Sidler (23): Der Zuger wird beim FCL zwar nicht geschätzt, aber als Notnagel geduldet. Er kommt eigentlich nur dann zum Einsatz, wenn auf der linken oder rechten Aussenverteidiger-Position Not am Mann ist. So wie am Mittwoch beim verletzungsbedingten Ausscheiden von Martin Frydek gegen den FC Zürich (0:2). Silvan Sidler, dessen Vertrag im Sommer ausläuft, wird eine Luftveränderung guttun.
  • Vaso Vasic (31): Er machte seine Sache ordentlich, als er in der Vorrunde den lange Zeit verletzten Marius Müller im Tor der Luzerner zu vertreten hatte. Aber es stand nie infrage, dass Vaso Vasic wieder ins zweite Glied zurückkehren wird, sobald der Deutsche wieder fit ist. Doch der Ersatzgoalie musste sogar im Cup-Viertelfinal gegen den zwei Ligen tiefer engagierten FCL Biel-Bienne zuschauen. Das spricht für eine überschaubare Wertschätzung von Mario Frick. Vasic ist bis diesen Sommer vertraglich an den FCL gebunden.

FCL-Trainer Frick hält bislang an seinem Stamm fest

Werden aus diesen «Verlierern» in nächster Zeit gar «Vergessene»? Denn Mario Frick hat bislang an seinem Stamm festgehalten und wechselt nur wenig.

Und wenn er wechselt, zeigt er als Coach eine gewisse Unberechenbarkeit gegenüber seinen Spielern. Das veranschaulicht sein Umgang mit FCL-Regisseur Samuele Campo.

Als der FCL zu Beginn den Frick-Kick zelebrierte und dafür mit zwei Niederlagen bestraft wurde, gelangte der Regisseur nicht zum Einsatz. Rückblickend steht Samuele Campo aber für den sanften Aufschwung der abstiegsbedrohten Luzerner, der mit dem Cupviertelfinal in Biel (5:0) einsetzte (zentralplus berichtete). Mit Campos Premiere im Zentrum von Luzerns Offensivbemühungen wandte sich Frick vom einfalls- und gleichsam erfolglosen Dreschen weiter Bälle in die gegnerische Platzhälfte ab (zentralplus berichtete).

Aber just im nächsten Spiel gegen den FC Zürich, als Mario Frick seinen Schützling starkgeredet hatte, nahm er Samuele Campo bereits zur Halbzeit vom Feld. Für den Spieler muss sich das wie eine Bestrafung anfühlen. Im Management seiner Spieler ist des Trainers Verbindlichkeit nicht in allen Fällen erkennbar. Dem Zuspruch kann unmittelbar der Widerspruch folgen.

Ob der FC Luzern den Ligaerhalt nun schaffen wird oder nicht: Es sieht in jedem Fall nach einem intensiven Transfer-Sommer für den Cupsieger aus.

Verwendete Quellen
  • Verschiedene Matchbesuche und Gespräche mit Mario Frick.
  • Statistiken von Transfermarkt.
Weitere Quellen
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2 Kommentare
  1. Kurt Heller, 05.03.2022, 17:23 Uhr

    Wenn man diese Liste der vielen Transfers des Sportchefs sieht, zweifelt man zurecht an den Qualitäten von Sportchef Remo Meyer!

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  2. Goeggeler, 05.03.2022, 14:24 Uhr

    Ja, es wird wieder soweit kommen. Im Sommer wird wieder die halbe Mannschaft ausgewechselt. Bis die Mannschaft dann wieder harmoniert und die Automatismen klappen ist wieder Weihnachten und der FCL am Tabellenende. Es ist seit Remo Meier Sportchef ist so: Im Herbst müssen sich all die neuen Spieler zuerst finden und man steht am Tabellenende und im Frühling holt man dann die nötigen Punkte um einen Mittelfeldplatz zu erreichen. Diesen Frühling läuft es harziger da sich auch die im Winter geholten Spieler zuerst wieder finden müssen. Das Maximum was der FCL unter Mario Frick erreichen kann ist der Ligaerhalt und mit viel Glück die Verteidigung des Cuptitels, weil d Spitzenclubs schon ausgeschieden sind.

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