FC Luzern

Die Luzerner vor dem Barrage-Beginn
FCL: Burchs Anspannung und Fricks Denkaufgabe

  • Lesezeit: 4 min
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FCL-Captain Marco Burch, gefolgt von den Teamkollegen Marvin Schulz und Lorik Emini, bedanken sich nach dem 3:2-Auswärtssieg gegen den FC Zürich bei den Fans für die Unterstützung. (Bild: Martin Meienberger/freshfocus)

Der erste Teil des ultimativen Showdowns um den Ligaerhalt der Luzerner naht. -Captain macht sich Gedanken darüber, was sein wird, wenn es gegen Schaffhausen nicht gut rauskommt. Derweil beschäftigt seinen Trainer das Problem der frühen Rückstände des FC Luzern.

Es war Anfang Mai, als -Goalie Marius Müller vor dem Heimspiel gegen Servette auf den Putz haute. Vor den Medienschaffenden sagte er, dass ihm die Teilnahme an der Barrage nichts ausmachen werde. Es sei doch geil, in einer Entscheidung dabei zu sein, in der alles auf dem Spiel stehe. Weil man alles, was man in sich trage, in die Waagschale werfen könne.

Der FCL gewann gegen Servette 4:0, es war der zweite Heimsieg nach dem 3:0 über Lausanne. Auch in den folgenden drei Spielen in Sion (3:1), zu Hause gegen YB (2:2) und zuletzt beim Meister Zürich (3:2) musste Mario Fricks Team nicht mehr als Verlierer vom Platz stapfen. Trotzdem blieb es vor dem Gang in die Barrage nicht verschont (zentralplus berichtete).

Angesprochen auf Müllers entschlossenen Auftritt gab FCL-Captain an diesem Mittwoch freimütig zu, dass er schon eine gewisse Anspannung in sich trage. «Ich stehe vor meiner ersten Barrage. Und da gehören wohl Gedanken dazu, was ein Abstieg bedeuten könnte.»

Fedayi San leitet FCL-Auswärtsspiel in Schaffhausen

Aber Marco Burch betont im nächsten Atemzug auch, dass er selbstverständlich davon überzeugt sei, dass «die Geschichte positiv ausgehen wird». Der aktuelle Lauf mit 13 Punkten in den letzten fünf Spielen sowie die Art und Weise, wie der FCL in dieser Serie aufgetreten sei, verleiht dem 21-jährigen Innenverteidiger aus Alpnach Zuversicht.

«Uns fiel es wegen eines Wechsels im Abwehrverbund schwerer, ins Spiel zu finden. Oder der Gegner kam anders aus der Garderobe, als wir das erwartet hatten.»

FCL-Captain Marco Burch

Allerdings sind die Seinen zuletzt gegen YB als auch den FCZ jeweils mit einem 0:2 ins Spiel gestartet. Burch erklärt sich das Malheur, dass «wir es uns wegen eines Wechsels im Abwehrverbund schwerer fiel, ins Spiel zu finden. Oder der Gegner kam anders aus der Garderobe, als wir das erwartet hatten.»

Es ist ein Problem, das seinen Trainer vor dem von Fedayi San geleiteten Barrage-Hinspiel am Donnerstag in Schaffhausen (18 Uhr) zum Nachdenken zwingt. «Diese beiden 0:2-Rückstände beschäftigen mich sehr. Gegen Schaffhausen dürfen wir uns das nicht erlauben. Höchste Konzentration ist unerlässlich.»

Denn der FC Luzern als auch der Topklub der Challenge League haben ihre Stärken im Vorwärtsgang. «Der FC Schaffhausen hat offensive Qualitäten. Wenn wir dem Gegner Raum lassen, kann er uns richtig weh tun. Das werde ich meinen Spielern noch in einem Video zu Gemüte führen.»

FCL-Frick hält hohe Stücke auf Andermatt

Aber genauso sicher ist sich Mario Frick auch: «Wenn wir unsere Physis auf den Platz bringen und die Räume schliessen, zeigt der Gegner Schwächen.» Er erwartet in der Tendenz aber auch, dass die beiden Barrage-Spiele zu einem offensiven Schlagabtausch werden könnten. Für das Rückspiel in Luzern, das Sandro Schärer leiten wird, sind bereits 12’000 Tickets weg.

«Bei ihm spürte ich menschliche Wärme. Zugleich ist Martin Andermatt ein Trainerfuchs.»

FCL-Cheftrainer Mario Frick

Der 47-jährige Liechtensteiner erinnert sich an die beiden Spiele gegen Schaffhausen, als er in der Vorrunde noch Cheftrainer des FC Vaduz war (zentralplus berichtete). «Es war ein Hin und Her.» Sie endeten in einem 1:1 und einem 2:1 für die Seinen. Beim bevorstehenden Wiedersehen geht er davon aus, dass «wir mit dem FCL besser organisiert sein werden als damals mit Vaduz».

Vor Martin Andermatt, dem offiziellen Cheftrainer der Schaffhauser, hat Mario Frick grossen Respekt. In der liechtensteinischen Nationalmannschaft arbeiteten sie zusammen. «Er war einer der besten Trainer, den ich als Aktiver hatte», so Frick. «Bei ihm spürte ich menschliche Wärme. Zugleich ist er ein Trainerfuchs. Warum er, der als einer der ersten Schweizer Trainer in Deutschland arbeitete, bei uns so unterschätzt wird, verstehe ich nicht.»

Wenn Martin Andermatt auf eine Gratulation verzichtet

Unter Martin Andermatt hat Mario Frick, der liechtensteinische Rekordtorschütze, laut eigener Aussage die beste Zeit im Nationalteam erlebt. Das hat sie zusammengeschweisst.

«Wir hielten stets Kontakt. Martin Andermatt hat mir immer wieder zu einem Sieg gratuliert», erzählt er. Bevor er schmunzelnd anfügt: «Ausser am letzten Sonntagabend habe ich nichts gehört.»

Da wurde in Stein gemeisselt, dass der FC Luzern auf den FC Schaffhausen in der Barrage treffen wird. Es war der Startschuss zur aktuellen Auseinandersetzung auf psychologischer Ebene.

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2 Kommentare
  1. G.S., 26.05.2022, 01:11 Uhr

    Diese angebliche Wärme hab ich nie gespürt. M.A. war mein Trainer beim FC Emmenbrücke. In einem Spiel waren wir nur noch zu Zweit auf der Ersatzbank, unser Ersatzgoalie und ich als gelernter Flügelstürmer. Als sich unser Topskorer verletzte brachte er wortlos den Ersatzgoalie als Ersatz und liess mich 90 Minuten auf der Bank schmoren. Meinw Fussballschuhe hängte ich daraufhin an den Nagel….HOPP LOZÄRN !!!

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  2. Emilio, 25.05.2022, 18:50 Uhr

    Andermatt ist bzw. war ein guter Trainer. Aber ein Aufstiegstrainer ist er nicht. Er hat es mit Zug 94 nicht geschafft trotz gutem Kader. Schaffhausen hat in der zweitletzten Runde das Heimspiel gegen Aarau verloren wegen seiner falschen Taktik (nur 2. HZ offensiv). Bereits ein Punkt hätte zum direkten Aufstieg gereicht. Er wird es auch gegen Luzern nicht schaffen.

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