Swissporarena: Droht dem FCL das Exil?

FC Luzern ist im Stadion Gersag willkommen

Führt der Weg des FCL bald wieder zurück ins Stadion Gersag? (Bild: Gemeinde Emmen)

Noch ist unklar, ob Bernhard Alpstaeg das Dokument unterschreibt, das dem FCL zusichert, auch in der kommenden Saison auf der Allmend Fussball spielen zu dürfen. Ohne diese Zusage könnte die Swiss Football League (SFL) dem FCL die Lizenz verweigern. zentralplus hat beim FC Emmenbrücke und der Gemeinde Emmen nachgefragt, ob der FCL bei ihnen um Unterschlupf gebeten habe.

Mit einer guten Portion Nostalgie blicken die Fussballromantiker unter den FCL-Fans auf die zwei Saisons zurück, während denen der FC Luzern seine Heimspiele im Gersag ausgetragen hat. Von 2009 bis 2011 schossen Hakan Yakin, Michel Renggli und Co. im Stadion mit der improvisierten Haupttribüne ihre Tore. Die Zuschauer befanden sich sehr nahe am Spielfeldrand – so nahe, wie das in modernen Stadien wie der Swissporarena kaum mehr der Fall ist. Für viele Fans gilt dieses Kapitel der FCL-Geschichte inzwischen als Kult.

In bester Erinnerung bei den Fussballromantikern unter den FCL-Fans: Das Stadion Gersag mit der improvisierten Haupttribüne links zu Zeiten des FCL-Exils in Emmenbrücke. (Bild: Gemeinde Emmen)

Beste Erinnerungen an die zwei Jahre FCL im Gersag hat auch Franco Gulli, der seit 2012 Präsident des FC Emmenbrücke ist. «Ich war regelmässig privat im Stadion. Das war eine gute Zeit», sagt er zu zentralplus.

«FC Emmenbrücke würde FC Luzern mit offenen Armen empfangen»

Gulli sichert zu: «Der FC Emmenbrücke würde den FC Luzern mit offenen Armen empfangen, wenn dieser nicht mehr in der Swissporarena spielen dürfte.» Schliesslich pflegten die beiden Vereine ein freundschaftliches Verhältnis. Der FCE-Präsident geht gar noch weiter: «Sollte der FCL tatsächlich im Gersag spielen, würden wir vorläufig auf den Bau unseres neuen Clubhauses verzichten.» Denn dieses käme dort zu stehen, wo beim letzten Gastspiel des FCL die improvisierte Stahlrohrtribüne aufgebaut wurde. Gulli ist überzeugt: «Beim FC Emmenbrücke würden sich alle freuen, den FCL zu Gast haben zu dürfen.»

Allfällige Bedenken bezüglich der Sicherheit hätte Gulli keine. Damals kam es mehrfach zu Ausschreitungen zwischen Fans des FCL und des Gastteams. Doch heutzutage sei die Polizei sicherheitstechnisch besser aufgestellt. Gleichzeitig hätte er Verständnis, wenn Anwohner sich kritisch äussern würden.

Hoffnung auf einvernehmliche Lösung

So gerne Franco Gulli den FCL im Gersag beherbergen würde, so sehr hofft er auf eine einvernehmliche Lösung im Streit zwischen Bernhard Alpstaeg und der Führung des FC Luzern. Der FC Emmenbrücke wünsche dem FCL, nächste Saison in der Swissporarena spielen zu können. Gulli mag sich jedoch nicht einmischen oder gar Partei ergreifen: «Ich bin zu weit weg, um beurteilen zu können, wer beim Streit rund um die Swissporarena im Recht ist und wer nicht.»

«Für eine Zusage an den FCL wären zahlreiche Absprachen und Abklärungen nötig. Von heute auf morgen ginge das nicht»

Igor Trninic, Leiter des Bereichs Sport der Gemeinde Emmen

Bei aller Gastfreundschaft: Eine entsprechende Anfrage des FCL sei beim FC Emmenbrücke nicht eingegangen. Auch nicht bei der Gemeinde Emmen, wie uns Igor Trninic, Leiter des Bereichs Sport, mitteilt. «Bei uns in der Gemeindeverwaltung war das bisher überhaupt kein Thema», sagt er. Im Fall einer Anfrage würden sie diese prüfen – und insbesondere auch mit dem FC Emmenbrücke Rücksprache halten.

«Es wäre befremdlich, wenn der FCL nicht mehr in der Swissporarena Fussball spielen dürfte»

Angesprochen auf die Dringlichkeit, die sich durch die Fristen des SFL ergibt (zentralplus berichtete), erkärt Trninic: «Für eine Zusage an den FCL wären zahlreiche Absprachen und Abklärungen nötig. Von heute auf morgen ginge das nicht.» Die Gemeinde sei aber immer offen für solche Anfragen. «Am Schluss muss es aber für alle stimmen.»

«Ich rechne nicht damit, dass jetzt noch eine Anfrage des FCL reinflattert», beurteilt Trninic die Chance auf eine Last-Minute-Anfrage des FC Luzern. Und sowieso: «Das Heimstadion des FCL ist die Swissporarena. Es wäre befremdlich, wenn der FCL dort nicht mehr Fussballspielen dürfte.» Für eine Lösung müssten alle Parteien zusammensitzen. Und: «Auch die Stadt sollte an einer Lösung interessiert sein.» Sie sei es schliesslich gewesen, die das Baurecht für das Stadion erteilt habe.

FCL und Alpstaeg informieren am Donnerstag

Zusammengesessen sind sie inzwischen, die Parteien des Streits um das Stadion und die Macht im FCL. Besser spät als gar nie, dachte sich wohl Stadtpräsident Beat Züsli, als er letzte Woche Bernhard Alpstaeg und Stefan Wolf am runden Tisch zu einem Vermittlungsgespräch gebeten hat (zentralplus berichtete).

Inwiefern die Gespräche zu einer einvernehmlichen Lösung beigetragen haben, wird sich am Donnerstagmorgen zeigen. Sowohl der FCL als auch Bernhard Alpstaeg, vertreten durch Mediensprecher Sacha Widgorovits, haben angekündigt, rund um die Stadionfrage zu informieren.

Verwendete Quellen
  • Telefonat mit Franco Gulli, Präsident des FC Emmenbrücke
  • Telefonat mit Igor Trninic, Leiter des Bereichs Sport der Gemeinde Emmen
  • Schriftlicher Austausch mit Markus Krienbühl, Mediensprecher des FC Luzern
  • Schriftlicher Austausch mit Sacha Widgorovits, Mediensprecher von Bernhard Alpstaeg
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