Streit um FCL-Aktienmehrheit

Bernhard Alpstaegs Anwälte reichen neue Beweise nach

Bernhard Alpstaegs Anwälte benötigen mehr Zeit – und haben eine Fristerstreckung erwirkt. (Bild: Daniela Frutiger/freshfocus)

Weil er sich die FCL-Aktienmehrheit «mittels illegaler Machenschaften» gesichert haben soll, verklagte der Verwaltungsrat des FC Luzern Bernhard Alpstaeg im Dezember 2022. Nun bereiten Alpstaegs Anwälte den Konter vor. Damit dauert es noch etwas länger, bis ein Entscheid im Fall vorliegt.

Bernhard Alpstaegs Pressesprecher Sacha Wigdorovits zweifelt schon länger an der Unabhängigkeit der Luzerner Justiz (zentralplus berichtete). Dass die Staatsanwaltschaft gegen Alpstaeg einen Strafbefehl in Aussicht gestellt hat, war für Wigdorovits wohl absehbar, quasi eine selbsterfüllende Prophezeiung.

«Die Befürchtung, dass es für Bernhard Alpstaeg in Luzern schwierig werden wird, fair und nach rechtlichen Kriterien beurteilt zu werden, hat sich leider bewahrheitet», sagte er Anfang Mai. Für den Staatsanwalt sei der Fall erledigt (zentralplus berichtete).

Zweifelt an der Unabhängigkeit der Luzerner Juistz: Sacha Wigdorovits. (Bild: zvg)

Alpstaegs Anwälte reichen Beweise nach

Die Staatsanwaltschaft gewährte damals dem FCL und Alpstaeg vor einem definitiven Entscheid eine Frist von 30 Tagen, um neue Beweise nachzureichen. Von diesem Recht machen Alpstaegs Anwälte nun Gebrauch, bestätigt Sacha Wigdorovits gegenüber zentralplus – ohne auf inhaltliche Fragen einzugehen.

Die Frist, die Anfang Woche abgelaufen wäre, liessen die Anwälte verlängern. Bis am 10. Juni haben sie nun Zeit, die Staatsanwaltschaft von der Unschuld Alpstaegs zu überzeugen. Mit den ursprünglich vorgebrachten Beweisen ist dies offenbar nicht gelungen.

So sicher war sich die Staatsanwaltschaft

Denn Simon Kopp, Pressesprecher der Staatsanwaltschaft, betonte zwar Anfang Mai, dass die Untersuchung noch nicht abgeschlossen sei und für Alpstaeg deswegen weiterhin die Unschuldsvermutung gelte. Doch sagte er auch: «Die Staatsanwaltschaft kommt zum Schluss, dass eine Nötigung und auch eine versuchte ungetreue Geschäftsbesorgung vorliegt.»

Auf die Nachreichung neuer Beweise dürfte der FCL daher verzichten. Auf Nachfrage von zentralplus bestätigt dies aber niemand – weil der FCL zum laufenden Verfahren keine Auskunft gibt.

Urteil könnte auch Zivilprozess beeinflussen

Zum laufenden Verfahren möchte sich auch die Staatsanwaltschaft nicht schon wieder äussern. Weil Sacha Wigdorovits ihr zuvorkam, gibt es aber auch nichts zu kommunizieren. Erst muss die Staatsanwaltschaft die nachgereichten Beweise von Alpstaegs Anwälten prüfen. Und dann über die mögliche Ausstellung eines Strafbefehls entscheiden. Der Knatsch zieht sich also in die Länge.

Weil es auch im Zivilprozess, den Alpstaeg gegen den FCL führt, um dasselbe Aktienpaket geht, wird der Entscheid der Staatsanwaltschaft am Luzerner Bezirksgericht mit Spannung erwartet. Wobei: Sogar in dieser Frage sind sich Alsptaeg und der FCL uneins. Folgt man nämlich der Argumentation Wigdorovits', existieren die Aktien, die Alpstaeg einst von Ehrenpräsident Walter Stierli erhielt, gar nicht mehr (zentralplus berichtete).

Verwendete Quellen
  • Schriftlicher Austausch mit Sacha Wigdorovits, Pressesprecher von Bernhard Alpstaeg
  • Schriftlicher Austausch mit Markus Krienbühl, Pressesprecher des FC Luzern
  • Schriftlicher Austausch mit Simon Kopp, Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Luzern
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