Sport
FCL-Präsident Studhalter stimmt wie die Mehrheit

Die Krux: Was passiert mit den auslaufenden Spielerverträgen beim FCL?

In gut drei Wochen geht es für die Luzerner (rechts Ibrahima Ndiaye) in der Meisterschaft mit einem Geisterspiel gegen den FC Basel weiter. (Bild: Martin Meienberger/freshfocus)

Am dritten Juni-Wochenende geht es wieder los – der FC Luzern startet nach der Corona-Zwangspause mit einem Geister-Heimspiel gegen den FC Basel. Abgeschlossen wird die Meisterschaft am 2. August. Werden da noch alle aktuellen Luzerner Kaderspieler auf der Lohnliste stehen?

Philipp Studhalter vertrat den FCL am Freitag an der um halb elf beginnenden ausserordentlichen Generalversammlung der Swiss Football League im Stade de Suisse zu Bern. Pro Klub war bloss ein Mitglied, das sich vorgängig namentlich anmelden musste, zugelassen.

Vielleicht entwickelte sich deshalb eine sachliche Stimmung und eine zügiges Vorwärtskommen in der Behandlung der relevanten Themen, weil die beiden streitbaren Präsidenten aus Sion und Lugano, Christian Constantin und Angelo Renzetti, ihr Stimmrecht nicht persönlich wahrnahmen.

Studhalter stimmte für den FCL so ab: «Ich habe für eine Fortsetzung der Meisterschaft und gegen eine Aufstockung der Liga von 10 auf 12 Teams auf nächste Saison votiert.»

Damit stimmte er mit den Mehrheiten: 17 von 20 Vertretern sprachen sich für eine Wiederaufnahme des Spielbetriebs aus bei zwei Gegenstimmen und einer Enthaltung. Nur fünf Klubs befürworteten eine Aufstockung der Liga, 14 waren dagegen und wieder einer enthielt sich der Stimme (zentralplus berichtete).

So begründet FCL Meinungsumschwung

Aber was führte beim FCL zum Meinungsumschwung? Vor drei Wochen waren die Luzerner noch für einen Saisonabbruch (zentralplus berichtete).

«Wir haben in den letzten Tagen und Wochen positive Zeichen von unseren Partnern, Fans und unserem Aktionariat bekommen», sagt Studhalter. «Zudem ist es unser Hauptzweck, Fussball zu spielen. Wir wollten den Spielern die Chance bieten, wieder ihrem Job nachgehen zu können.»

Wieviel den FCL die Fortsetzung der Meisterschaft mit Geisterspielen oder nur vor einem Bruchteil der Zuschauer kosten wird (zentralplus berichtete), kann Studhalter nicht beziffern. Er sagt: «Eine finale Zahl kann ich deshalb nicht festsetzen, weil wir mit Partnern noch in Gesprächen sind und das Thema Kurzarbeitsentgelt noch nicht vom Tisch ist.»

Bekannt ist: Für die Durchführung eines Geisterspiels hat der FCL vor einigen Wochen Kosten von 100'000 Franken veranschlagt. Bis zum Ende der Meisterschaft haben die Luzerner noch sieben Heimspiele vor der Brust.

Allerdings kann man davon ausgehen, dass die Aktionäre für den FCL abermals tief ins Portemonnaie greifen werden (zentralplus berichtete). Konkret will das Studhalter zwar nicht bestätigen, sagt aber: «Sie unterstützen den Weg, den wir gehen.»

Auf Meisterschaftsende folgt der Cup

Die Meisterschaft wird getreu dem Spielplan fortgesetzt, wie er vor dem Ausbruch der Corona-Krise galt – allerdings in zeitlich komprimierter Form. In der Zeit zwischen dem 20. Juni und 2. August werden die 13 Spieltage in der Meisterschaft über die Bühne gehen, danach noch die Barrage und die drei ausstehenden Cup-Runden. Der FCL wird den Cup-Viertelfinal zu Hause gegen YB austragen.

Eine heikle Situation entsteht dadurch bei den auslaufenden Spielerverträgen. Diese sind in jeder Saison bis zum 30. Juni gültig. Danach werden die Spieler von ihrem neuen Arbeitgeber entlöhnt.

Weil die Saison 2019/20 nun aber über diesen Stichtag hinausläuft, können Spieler mit auslaufenden Verträgen in eine ungemütliche Lage geraten. Dann nämlich, wenn der bisherige Arbeitgeber den am 30. Juni auslaufenden Vertrag nicht bis in den August verlängern wird.

Ist ein Arbeitsverbot zulässig?

Damit müssen bei den Luzernern Captain Christian Schwegler (35), Goalie-Routinier David Zibung (36), Ryder Matos (27), Simon Grether (28), Shkelqim Demhasaj (24) und Eric Tia (23) rechnen (zentralplus berichtete).

«Ihre Vertragssituation müssen wir jetzt möglichst schnell klären», sagt Philipp Studhalter. Wer nicht weiterbeschäftigt wird, wird quasi mit einem gut einen Monat dauernden Arbeitsverbot belegt. Denn bis zum Saisonende dürfen in den beiden höchsten Spielklassen nur Spieler neu verpflichtet werden, deren vorangegangenes Arbeitsverhältnis wegen der Corona-Krise aufgelöst worden ist. Das trifft zum Beispiel auf Pirmin Schwegler, der vorzeitig aus Australien zurückgekehrt ist, zu.

Die Chance, dass ein solches Arbeitsverbot vor der Schweizer Justiz Stand hält, ist wohl nicht als gross zu taxieren.

Nächste Saison beginnt am 11. September

Das Sommer-Transferfenster in der Schweiz geht mit dem Ende der Meisterschaft auf und wird bis zum 12. Oktober dauern. Laut Liga-CEO Claudius Schäfer ist der Start in die nächste Saison spätestens auf das Wochenende des 11./12 Septembers festgelegt. Der verspätete Meisterschaftsbeginn hat eine verkürzte Winterpause zur Folge, weil die Fussball-EM im 2021 einen starren Terminblock bildet.

Die FCL-Verantwortlichen haben vor, am nächsten Donnerstag darüber zu informieren, wie sie den Saisonabo-Besitzer entgegenkommen wollen, die auf den Besuch der letzten sieben Heimspiele bis Saisonende verzichten müssen. Und darüber hinaus, wie das Ticketing für nächste Saison laufen wird.

Ab dem Samstag in einer Woche wird der FCL zur Vorbereitung auf den Neustart der unterbrochenen Saison Testspiele austragen.

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