EV Zug Sport

NHL-Rückkehrer macht die Zuger besser
Die «Hofmannisierung» des Titelverteidigers EV Zug

  • Lesezeit: 5 min
  • EV Zug
Als ob er nie weg gewesen wäre: Grégory Hofmann hat in den drei Spielen seit seiner NHL-Rückkehr fünf Tore erzielt. (Bild: Andy Müller/freshfocus)

Seine erste Woche im Wettkampfmodus für den EVZ hat Grégory Hofmann im Stile eines Scharfschützen abgeschlossen: Der 29-jährige Flügel machte vier Tore zum Zuger 8:2-Heimsieg über Langnaus Rumpftruppe. Der letztjährige Meisterschütze hebt seinen alten und neuen Arbeitgeber auf ein höheres Level.

«Es wurde auch langsam Zeit, dass er wieder mehr Tore schiesst», flachste Dan Tangnes hinterher. Und spielte darauf an, dass Grégory Hofmann in ungewöhnlichen Rollen bei der NHL-Organisation Columbus nur auf zwei Tore und fünf Assists in 24 Spielen kam (zentralplus berichtete).

Dazu kam jener Treffer bei seinem EVZ-Comeback beim 3:2 nach Verlängerung gegen den EHC Biel. Im dritten Einsatz für Zug in der laufenden Qualifikation schnürte Grégory Hofmann gleich einen Viererpack gegen die Emmentaler. In einem einzigen Spiel hat er also mehr Tore gemacht als im bisherigen Saisonverlauf.

Die «Hofmannisierung» des Meisters zinst. Seit zentralplus am Morgen des ersten Meisterschaftsspiels der Zuger im 2022 die Kunde von Grégory Hofmanns Rückkehr verbreitete, reiht der EVZ Sieg an Sieg. Mittlerweile steht er bei deren sechs und total 15 Punkten.

EVZ-Paradesturm nimmt Fahrt auf – aber auch die Ausländer

Dabei ist Hofmann erst seit dieser Woche und den drei Siegen gegen Biel (3:2 n.V.), Ajoie (6:3) und Langnau (8:2) wieder mit von der Partie. Aber sein unerwarteter Zuzug machte dem Zuger Kader schon in den sieben Tagen davor Beine. Vor allem den Ausländern, weil mit Hofmann nur noch vier statt wie zuvor fünf pro Match spielberechtigt sind. Einer muss auf die Tribüne.

«Er arbeitet in jedem Einsatz unermüdlich und gibt Vollgas. Das erhöht die Intensität unseres Spiels.»

EVZ-Cheftrainer Dan Tangnes

Und wenn Grégory Hofmann spielt, dann hebt er das Level des Meisters erst recht auf eine höhere Dimension. Seine Rückkehr hat zur Wiedervereinigung des besten Sturms der Liga 2020/21 geführt. In den drei Spielen mit ihm (5 Tore) machte Jan Kovar, der alle und alles überragende Einzelspieler der letzten Saison, vier Assists. Dario Simion liess sich in der gleichen Zeit zwei Tore und einen Assist gutschreiben.

Carl Klingberg äufnete sein Punktekonto mit drei Toren und zwei Assists. Sein schwedischer Landsmann Anton Lander fügte seiner Zwischenbilanz drei weitere Assists hinzu.

Höhere Effizienz im Zuger Powerplay

Grégory Hofmann polierte aber auch die ohnehin ansehnliche Zwischenbilanz der Zuger als Mannschaft auf. Seitdem er zurück in Zug ist, stieg der Punkteschnitt von 2 auf 2,5 Punkte. Mit ihm auf dem Eis erhöhte der EVZ seine offensive Durchschlagskraft bis dato von 3,17 auf 5,67 Plustore, währenddessen die Anzahl Gegentore vernachlässigbar stieg.

Auffällig ist aber auch die Zuger Steigerung im Überzahlspiel. Vor Hofmanns Eingreifen ins Spielgeschehen lag der EVZ mit 17,65 Prozent verwerteter Powerplay-Chancen bloss auf Rang 9 der Liga. Aktuell ist er mit 18,88 Prozent auf Platz 8 vorgerückt – nicht zuletzt dank zweier Überzahltore von Hofmann gegen Langnau. Auch in dieser Disziplin ist Spitzenreiter Fribourg mit 24,11 Prozent das Mass aller Dinge.

«Nach einem 8:2 kann ich mich ja schlecht hinstellen und monieren, ich sei unzufrieden.»

Allerdings schmolz der Vorsprung von Christian Dubés Mannen in der Tabelle auf nunmehr einen Punkt. Die zweitplatzierten Zuger sind ihnen auf die Pelle gerückt. Für Zugs Meistermacher Dan Tangnes sind es aber nicht nur die Tore und Punkte, die Grégory Hofmann auszeichnen. «Er arbeitet in jedem Einsatz unermüdlich und gibt Vollgas. Das erhöht die Intensität unseres Spiels.»

Was die Stimmung des EVZ-Cheftrainers verdarb

Als Kritiker mag man einwenden, dass die letzten zwei der jüngsten drei Zuger Gegner nicht zur Beletage der Liga gehörten. Schliesslich liegen Ajoie und Langnau nach aktuell 14 beziehungsweise 11 Niederlagen in Serie am Tabellenende.

Allerdings versank Dan Tangnes nach dem sechsten Sieg in Folge auch nicht in Glückseligkeit. Stattdessen sagte der 42-jährige Norweger, dass er keine vertiefte Matchanalyse machen wolle. «Ich wüsste gar nicht, was ich sagen sollte. Nach einem 8:2 kann ich mich ja schlecht hinstellen und monieren, ich sei unzufrieden. Auch wenn wir in einem Drittel nur Scheisse abgeliefert haben.»

«Auch Anton Lander und selbst Captain Jan Kovar sind von der Rotation nicht ausgeschlossen.»

Als Langnaus Stammgoalie Ivars Punnenovs nach gut fünf Minuten ausfiel und der 18-jährige Louis Kurt zu seiner Liga-Premiere kam, musste man das Schlimmste befürchten. Zumal die Langnauer, die nur mit einem (Harri Pesonen) statt vier Ausländern antreten konnten, schon nach dem ersten Drittel 0:3 zurück lagen.

Aber dann zeigten die SCL Tigers mit zwei Toren im Mitteldrittel ein Lebenszeichen, das erstaunlich war. Und die Stimmung von Dan Tangnes zwischenzeitlich gründlich verdarb.

Hofmann sorgt für Zuger Leichtigkeit

Ob der Zuger Cheftrainer ein zu grosses Risiko in der Verteidigung eingegangen ist? Trotz des erneuten Ausfalls von Nico Gross (Adduktoren) liess er dieses Mal Verteidigungsminister Niklas Hansson für Grégory Hofmann draussen. Zuvor hatte es Carl Klingberg (gegen Biel) und Christian Djoos (Ajoie) getroffen.

Deshalb stiegen die Zuger mit bloss vier erfahrenen Verteidigern (Cadonau, Djoos, Kreis, Schlumpf) und den Talenten Nussbaumer und Wüthrich ins Spiel. «Wir werden bei den Ausländern rotieren. Allerdings nicht nach einer festgelegten Reihenfolge. Sondern danach, was unser Team je nach Verletztensituation benötigt und wie der Gegner aufgestellt ist», erläuterte Dan Tangnes.

Er ergänzte: «Wir werden am Dienstag gegen Lugano beide ausländischen Verteidiger im Aufgebot haben müssen.» Und auf eine weitere Frage von zentralplus bekannte er: «Ja, auch Anton Lander und selbst Captain Jan Kovar sind von der Rotation nicht ausgeschlossen. Wir werden gleich nach den Olympischen Spielen im März vor einer intensiven Zeit stehen.»

Elf Meisterschaftsspiele in 22 Tagen werden die Zuger dannzumal vor der Brust haben. Und erst dann werden die Playoffs beginnen. Aber mit dem Bewusstsein, dass Grégory Hofmann den EV Zug rockt und rollt, wird dieser Ausblick wohl allen Zugern inner- und ausserhalb der Garderobe etwas leichter fallen.

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