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Stadträtin verzockt sich vor Final
Das sind die treusten und kreativsten EVZ-Fans

  • Lesezeit: 4 min
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Daniel Gretener sorgt mit seiner überdimensionalen Fanclub-Fahne an den Matches für Stimmung. (Bild: wia)

Wer ist der grösste -Fan? Schwer zu sagen. Denn Tausende Zuger verfolgen die Spiele ihres Clubs seit Jahrzehnten treu. Bei der am Samstag sind uns dennoch einige Anhänger besonders aufgefallen. Darunter: die Zuger Stadträtin Vroni Straub-Müller.

Nachdem sich die Euphorie nach dem Sieg des in der Meisterschaft etwas gelegt hat, feiert die Stadt diesen Samstag ihre Helden an der offiziellen . Zunächst mit einem kleinen Umzug zwischen Kolin- und Bundesplatz, an der Tausende Menschen teilnahmen, viele von ihnen fahnenschwenkend in Blau-Weiss. «Die ganze Stadt ist auf den Beinen, so lässig!», sagt eine Besucherin, während sie mit ihrem Partner, umgeben von einer grossen Menschentraube, nach dem Umzug in Richtung Arenaplatz läuft.

Wir tun es der Frau gleich, halten währenddessen Ausschau nach den allergrössten EVZ-. Und stellen fest: Irgendwie sind sie es alle. Zum Beispiel das zweijährige Kind, das in Hockeytrikot und mit der Fahne durchs Grafenau-Areal stolpert und «EEEEEEEEVVVVZZZZ!!» ruft.

Schon die Kleinsten sind bei diesem historischen Moment dabei.

Mittlerweile gehören schon die Knirpse zur Fangruppe

Beim Umzug mit dabei ist auch eine Gruppe von langjährigen EVZ-Fans. Es handelt sich um eine Konstellation von Leuten, die seit vielen Jahren gemeinsam unterwegs ist. Mit dem Unterschied, dass mittlerweile der eigene Nachwuchs auch dabei ist. Dieser ist Feuer und Flamme für das Zuger Team.

«Zwar ist nun bereits eine Woche vergangen seit dem Sieg des EVZ und obwohl die Emotionen am Sonntag natürlich höher gingen, hat die gute Stimmung bei mir die ganze Woche angehalten», sagt ein Mitglied der Gruppe.

Eine langjährige Gruppe von Fans ist mittlerweile durch den eigenen Nachwuchs vergrössert worden.

Seit 19 Jahren schwingt er die Fahne für den EVZ

Daniel Gretener ist nicht nur einer der grössten Fans, sondern vielleicht auch jener mit den grössten Unterarmen. Während der offiziellen Ansprachen, die nach dem Umzug auf dem Arenaplatz folgen, schwingt er die mannshohe Fahne seines Fanclubs Blue Knights BKZG.

Wer schwingt denn da so eifrig die Fahne? Wir sollten es bald herausfinden.

«Das Fahnenschwingen habe ich vor 19 Jahren übernommen, seit 12 Jahren habe ich nun dieses Exemplar. Diese Fahne habe ich selber bemalt, ich pflege sie, verwalte sie, nähe sie, wenn sie kaputt ist», erzählt Gretener. Die Fahne, auf der «Eusi Stadt, euse Stolz» steht, wird nach dieser historischen Saison pensioniert und durch eine neue ersetzt.

«Dass wir den Meistertitel nun bestätigen konnten, ist für mich die Krönung!»

Daniel Gretener, langjähriger EVZ-Fan

Gretener blickt zurück auf seine Jahre als Fan: «1998 habe ich den ersten Meistertitel am Fernseher miterlebt. Damals noch mit Rimuss. Die letzten Jahre waren bewegend, immer dieses ‹Gchätsch›, ob man weiterkommt. Dann 2020, als uns Corona die Saison vermieste. Letztes Jahr endlich der Pokal! Dass wir den Meistertitel nun bestätigen konnten, ist für mich die Krönung! Das ist unglaublich.» Auf die Frage, wie lange er noch als Fahnenschwinger im Dienst sei, sagt Gretener: «Die Fahne schwingen werde ich so lange, wie mich meine Beine tragen.»

Wann hat man genügend Accessoires vom Merchandise-Shop? Nie!

Vor dem EVZ-Shop erstreckt sich eine 20 Meter lange Menschenschlange. Alle warten geduldig, um sich mit den nötigen Accessoires auszustatten. Ein Herr in der Schlange fällt besonders auf. Seit Jahren schon sei er EVZ-Fan, erklärt Ueli, ein Schwyzer, der über seinem Trikot ein Gilet mit unzähligen Aufnähern trägt. Ob er denn mittlerweile nicht schon alle Merchandise-Artikel habe? Er schmunzelt verlegen und sagt: «Nein, nein, ein Chäppi fehlt mir noch, unter anderem.»

Der Schwyzer erhofft sich, im Shop ein «Chäppi, und noch andees», zu ergattern.

Der Boxgürtel macht sich auch fürs Hockey gut

Ein wenig Bling brauchts auch im , befand Tobias Longhi und verzierte kurzum einen Boxgürtel mit EVZ-Klebern. Dieser hängt ihm légère über der Schulter, während er mit seinen Leuten auf dem Arenaplatz feiert. Neidische Blicke sind ihm gewiss.

Kein Wunder, der Gürtel sieht zwar kitschig, aber irgendwie auch ganz situationsgerecht aus. Longhi ist zwar selber Zuger, jedoch Mitglied des EVZ-Fanclub Bündnerland. Diesen durfte er beim vorhergehenden Umzug gar offiziell vertreten. «Das war eine Ehre», beteuert er.

Tobias Longhi (mitte) mit seinen Freunden und etwas Bling auf dem Arenaplatz.

Schere, Stein, Papier ums letzte Ticket

Nicht alle outen sich äusserlich als Fans. CSP-Stadträtin Vroni Straub-Müller ist jedoch an diesem Tag nicht nur auf dem Arenaplatz, um in ihrer Funktion als Stadtrats-Vizepräsidentin ein paar Worte ans Publikum zu wenden. In einer ruhigen Minute verrät sie uns, dass sie selber die EVZ-Spiele seit ihrer Jugend gerne live besucht. «Mit 17 Jahren war das eine der wenigen Gelegenheiten, bei denen ich in den Ausgang konnte.» Seither fiebert sie mit ihrem Heimclub mit.

«Ich hätte sogar ein Billett fürs letzte Finalspiel gehabt. Nur wollte mein Mann ebenfalls unbedingt gehen.» Die fairste Lösung für das Problem: «Wir haben Schere, Stein, Papier um das Ticket gespielt und er hat gewonnen.» Dass sie das Spiel am TV statt im Stadion mitverfolgen musste, stört sie überhaupt nicht. «Mein Mann hat das Spiel und die darauffolgende Feier richtig genossen, für ihn war das einer der emotionalsten Abende seit Langem. Er ist noch immer heiser.»

Vroni Straub EVZ Meisterfeier
Hat sich bei «Schere, Stein, Papier» verzockt: Stadträtin Vroni Straub-Müller.
  • Gespräche mit Fans an der offiziellen EVZ-Meisterfeier

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