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Bis jetzt hat es nicht funktioniert
Christian Gentner als FCL-Captain: Löst er das Rätsel?

  • Lesezeit: 4 min
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Wenn der FC Luzern den Kampf gegen den Abstieg übersteht, kann er sich eine Vertragsverlängerung vorstellen: FCL-Captain Christian Gentner. (Bild: Martin Meienberger/freshfocus)

Er entspricht dem Idealbild eines Captains, wie ihn sich wohl jeder Super-League-Trainer wünscht: Christian Gentner (36) hat Qualität, eine tadellose Arbeitseinstellung und als Persönlichkeit Ausstrahlung. Aber mit dem abstiegsbedrohten FCL ist der zweifache deutsche Meister noch nicht in Fahrt gekommen. Warum?

Begonnen hat es nach Mass. In seinem ersten Spiel als Captain der Luzerner hat Christian Gentner gleich den ersten Sieg eingefahren. Es war gegen Ende Oktober und der verhasste Rivale FC St. Gallen musste mit einem 0:2 aus Luzern heimfahren (zentralplus berichtete).

Der Schwabe mit der Erfahrung von über 400 Bundesliga-Spielen hatte zuvor die Captainbinde des formschwachen Dejan Sorgic übernommen. Es war eine logische Beförderung innerhalb der Mannschaft. Christian Gentner und der bereits wieder abgerauschte Holger Badstuber waren im Sommer verpflichtet worden, um das durch die Rücktritte von Christian Schwegler und David Zibung entstandene Führungsvakuum im FCL zu kompensieren.

Allerdings gab es in den folgenden sieben Meisterschaftsspielen bis zur Winterpause nur noch zwei Unentschieden für die Luzerner und zwischendurch die Entlassung von Cupsiegertrainer Fabio Celestini. Und Christian Gentner war in der Vorrunde nicht die erhoffte Verstärkung, die mit seiner Verpflichtung einherging. Selbst als Captain wurde er nicht selten als erster FCL-Spieler ausgewechselt (zentralplus berichtete).

Gentner passt prima zur Schweizer Mentalität

In der Aussenwahrnehmung stellt sich die Geschichte um seine Person und Rolle wie ein Rätsel dar: Über seine Qualitäten als Fussballer gibt es wohl keine zwei Meinungen. Christian Gentner hat in diesem Jahrtausend das Kunststück geschafft, zweimal deutscher Meister zu werden, ohne jemals das Bayern-Dress getragen zu haben. Und als früherer Captain seines Stammvereins VfB Stuttgart weiss er ganz genau, was dieser Job mit sich bringt.

«Mit einem Wechsel der Captainbinde ändert sich nicht einfach alles.»

FCL-Teamleader Christian Gentner

Körperlich fühlt er sich trotz Corona-Erkrankung in diesem Januar fit. «Das zeigen auch meine Werte», wie er bemerkt. Seine Teamkollegen loben ausnahmslos seine hochprofessionelle Arbeitseinstellung. Und Christian Gentner ist eine smarte Persönlichkeit mit Charisma. Über seine Lippen ist noch nie ein unbedachtes Wort gekommen.

Darüber hinaus kontrastiert er den Prototypen eines deutschen Lautsprechers, der Holger Badstuber war. Christian Gentner ist ein ruhiger Charakter, der genauso mit dem, was er im Training, in der Garderobe und auf dem Platz macht und sein lässt, zu kommunizieren versucht. Besser könnte er mit der Schweizer Mentalität nicht kompatibel sein.

Gentner: Für einen Turnaround gibt es keine Schablone

Diese optimalen Voraussetzungen werden den neuverpflichteten Cheftrainer Mario Frick veranlasst haben, weiterhin auf Christian Gentner als Captain des Tabellenletzten zu setzen. In der Hoffnung, dass der routinierte Mittelfeldspieler und seine Mannschaft ab sofort mehr aus sich herausholen und der Abstiegsgefahr entfliehen werden.

«Fussball ist Teamsport, da zählt die Leistung aller Mitspieler.»

Auf die Frage, wieso der FCL mit ihm als Teamleader nicht in die Gänge gekommen sei, gibt Christian Gentner zu bedenken: «Fussball ist Teamsport, da zählt die Leistung aller Mitspieler. Mit einem Wechsel der Captainbinde ändert sich nicht einfach alles.»

Es gebe keine Schablone dafür, wie der Turnaround geschafft werden könne in einer Mannschaft, die sich in einer Negativspirale befinde, merkt er an. «Ich versuchte, mit Gesprächen Einfluss auf unsere sportliche Entwicklung zu nehmen.»

Warum Gentner ein gutes Gefühl für den Rückrundenstart hat

Christian Gentner betont, dass seine Familie und er sich sehr wohl fühlten in der Zentralschweiz. Und er sich selber auch im Verein und in der Mannschaft. «Hätte ich das Gefühl gehabt, dass ich nicht so gut integriert bin, hätte ich dem Trainer damals gesagt, dass ich den Job eines Captains nicht übernehmen würde.»

Überstehen die Luzerner den Kampf gegen den Abstieg erfolgreich, kann er es sich gut vorstellen, die Option auf eine weitere Zusammenarbeit mit dem Cupsieger zu ziehen. «Aber für mich muss es schon die Super League sein», so seine wichtigste Bedingung.

«Ich will meine Spieler kämpfen und laufen sehen. Das ist die Basis. Erst dann kommt das Spielen.»

FCL-Trainer Mario Frick

Dem Rückrundenstart mit dem Heimspiel am Sonntag gegen den FC Basel blickt Christian Genter optimistisch entgehen. Seine Teamkollegen und er gingen mit einem «guten Gefühl» in den Match. Diese begründet er so: «Wir haben uns gut verstärkt, bilden eine schlagkräftige Truppe und wissen, was der Trainer will.»

FCL kehrt modernem Fussball den Rücken

Aber was will Mario Frick denn ganz genau? «Ich bin der Auffassung, dass die Mentalität immer die Qualität schlägt. Ich will meine Spieler kämpfen und laufen sehen. Das ist die Basis. Erst dann kommt das Spielen.»

Es ist dies die Luzerner Abkehr von Fabio Celestinis Vorstellung von modernem Fussball. Vielleicht ist es das probate Mittel, um den Ligaerhalt in den nächsten 18 Meisterschaftsspielen sicherstellen zu können.

Und vielleicht hilft Christian Gentner dabei, das Rätsel um ihn als Captain des in Wohlgefallen aufzulösen.

Verwendete Quellen
  • Gespräch mit Christian Gentner
  • Gespräch mit Mario Frick
Weitere Quellen
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1 Kommentare
  1. Karl Ottiger, 29.01.2022, 17:53 Uhr

    Genter muss keine Gespräche mit der Manschaft führen sondern endlich eine Leistung abrufen die das Prädikat Klasse beinhaltet mit dem müden Alibikick kannst du gar nicht deutscher Meister werden. Ich weiss gar nicht warum er sich am sechzehner aufhält wenn er nie aufs Tor schießt. Capitän einer Mannschaft zu sein heisst auch Verantwortung im Spiel zu übernehmen nicht nur gegen hinten sondern auch gegen vorne. Ich bin gespannt wie ein pfeilbogen was er uns in der Rückrunde bringt dieser grosse zweifach Meister ohne Bayerndress Angehabt zu haben ich persönlich glaube er kann sich nicht steigern in diesem Sinne hopp luzern

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