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3:2-Sieg über Biel nach Penaltyschiessen
Bieler setzen vorübergehend Zuger 3G-Regel ausser Kraft

  • Lesezeit: 4 min
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Mit seinem 1:0 eröffnete Grégory Hofmann bei seinem Comeback im EVZ-Dress ein grossartiges Spektakel. (Bild: Patrick Straub/freshfocus)

Erst das Führungstor, dann der Assist zum 2:0 – die letzten Buchstaben des Drehbuchs für eine fantastische NHL-Rückkehr von Grégory Hofmann (29) ins Dress des Meisters EV Zug schienen bereits in Blei gegossen. Aber dann entfesselte ausgerechnet ein Fehlpass des neuen EVZ-Stürmers ein vortreffliches Spektakel.

Ach, wie hätte da das Herz eines jeden Zuger Anhängers vor lauter Freude im Leibe gehüpft! Comeback nach genau 255 Tagen, im 100. Spiel im Dress des EV Zug und obendrein noch als der entscheidende Angreifer im Heimspiel gegen Biel.

Als müsste Grégory Hofmann den gut 6300 Zuschauern nochmals vor Augen führen, wie er sich am 7. Mai dieses Jahres zum Zuger Meisterschützen machte, überwand er nach einer Puckeroberung Jan Kovars und seinem folgenden Highspeedvorstoss den Bieler Goalie Joren von Pottelberghe zum lang ersehnten 1:0 in der 48. Minute. Grégory, der Grosse! Der Unnachahmliche! Die personifizierte Hoffnung auf eine erfolgreiche Titelverteidigung der Zuger!

Und dann initiierte Grégory Hofmann auch noch das 2:0. Doch dieses Drehbuch musste der Hockeygott als zu kitschig empfunden haben. Also liess er den EVZ-Flügelstürmer gut drei Minuten vor Ablauf der regulären Spielzeit in der Offensive jenen Fehlpass spielen, der zum Ausgangspunkt für einen Bieler Konter wurde. Diesen schloss Damien Brunner, der ab 2008/09 für den EVZ stürmte und vier Jahre später in die NHL-Organisation der Detroit Red Wings wechselte, humorlos ab.

Arger Dämpfer für die Zuger Hofmann-Party

Doch damit nicht genug: Nachdem die Berner Seeländer 105 Sekunden vor Schluss den Torhüter zu Gunsten eines sechsten Feldspielers rausgenommen und Zug-Stürmer Lino Martschini erst noch das verwaiste Tor der Gäste verfehlt hatte, schlug Damien Brunner ein zweites Mal zu. Sein abgelenkter Schuss 49 Sekunden vor dem vermeintlich letzten Sirenenton düpierte EVZ-Goalie Leonardo Genoni.

«Wir haben dem Gegner unser Spiel nicht aufzwingen können, weil wir in unseren Entscheidungen lange fahrig waren.»

EVZ-Stammgoalie Leonardo Genoni

Mit dem 2:2 kassierte die Zuger Hofmann-Party einen argen Dämpfer. Aber es ist Chronistenpflicht, den Spielverlauf so darzustellen, wie er war: Ohne einen mehrfach glänzend parierenden Leonardo Genoni hätte es nach zwei Dritteln unmöglich 0:0 heissen können. Wie sehr sein Team neben sich stand, zeigte der Fakt, dass EVZ-Cheftrainer Dan Tangnes die Seinen mit einem Timeout bei Spielhälfte wachrütteln wollte.

Es sollte beim Versuch bleiben. Vielmehr lautete das Motto zu diesem Zeitpunkt nach wie vor: Alle Bieler gegen Genoni – und der Teufelskerl zwischen den Zuger Pfosten hielt alles, was auf sein Tor geflogen kam. Dergestalt bereitete der 34-jährige Goalietitan seinem Teamkollegen Hofmann quasi die Bühne für einen unvergesslichen Abend. Ehe die Partie eine ungeahnte Wendung nahm.

Zuger schenkten schon Vier-Tore-Vorsprung gegen Biel her

Ein Malheur, das dem EVZ schon am 9. Februar 2021 gegen den genau gleichen Gegner widerfahren war. Damals führten die Zuger in einem Heimspiel mit Doppeltorschütze Grégory Hofmann gar 4:0. Trotzdem mussten sie vor Ablauf der regulären Spielzeit noch den Ausgleich hinnehmen und gingen letztlich im Penaltyschiessen unter.

«Wir haben dem Gegner unser Spiel nicht aufzwingen können, weil wir in unseren Entscheidungen lange fahrig waren», analysierte Leonardo Genoni den jüngsten EVZ-Auftritt. Dank ihm reichte es den Zugern letztlich doch zum vierten Sieg im vierten Spiel eines noch jungen Jahres.

«Wenn es einem läuft, macht es erst richtig Spass.»

In der Verlängerung behielt Zugs Meistergoalie in zwei weiteren heissen Torszenen für die Bieler die Oberhand. Und im Penaltyschiessen musste er sich bei fünf gegnerischen Versuchen nur zweimal bezwingen lassen, derweil seine Feldspieler Sven Senteler, Jan Kovar und Anton Lander auf der anderen Seite drei von vier Penaltys verwerteten.

Leonardo Genoni stapfte am Ende mit einer Abwehrquote von 94,87 Prozent vom Eis. «Als Goalie ist es schön, wenn man eingreifen kann, um Fehler der Vorderleute auszubügeln. Und wenn es einem läuft, macht es erst richtig Spass.»

Zuger 3G-Regel für Titelverteidigung entscheidend

Damit spricht er auf die Tatsache an, dass der EVZ in den vier Spielen dieses Jahres nur vier Gegentore zugelassen hat. Eine meisterliche Momentaufnahme. «Wir haben defensiv viele Fortschritte erzielt. Am letzten Wochenende hatte das erstmals gefruchtet», sagte er.

Der 1:0-Sieg nach Verlängerung bei den ZSC Lions am Sonntagnachmittag bestätigte den guten Eindruck, den der EVZ am Vorabend beim 5:0-Heimerfolg gegen Lugano mit Luca Hollenstein im Tor hinterlassen hatte (zentralplus berichtete).

«Mit Grégory Hofmann haben wir wieder mehr Speed in unseren Offensivaktionen. Und einen Stürmer, der vor Spielfreude strotzt», lobte der Zuger Matchwinner die Leistung des NHL-Rückkehrers.

Man braucht kein Prophet zu sein, um vorauszusagen, dass eine erfolgreiche Titelverteidigung der Zuger über die Einhaltung der in diesen Krisenzeiten bewährten 3G-Regel geht: Die Rede ist primär von den Leistungen von Goalie Leonardo Genoni, Genius Jan Kovar und Goalgetter Grégory Hofmann.

Gut, dass das Gros der Zuger Mannschaft noch grosses Steigerungspotenzial generieren kann.

Verwendete Quellen
  • Matchbesuch des Chronisten in der Zuger Bossard Arena
  • Persönliches Gespräch mit EVZ-Goalie Leonardo Genoni
  • Statistiken von Swiss Ice Hockey
Weitere Quellen
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