Spionage-Affäre: Was wusste alt Bundesrat Villiger?
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Die Firma Crypto AG soll manipulierte Chiffriergeräte vekauft haben. (Bild: woz)

Zuger und Luzerner im Visier Spionage-Affäre: Was wusste alt Bundesrat Villiger?

2 min Lesezeit 1 Kommentar 12.02.2020, 19:30 Uhr

Was haben alt Bundesrat Kaspar Villiger und der frühere Zuger FDP-Nationalrat Georg Stucky von der weltweiten Spionageaktion der Crypto AG gewusst? Laut CIA-Dokumenten war der frühere Luzerner FDP-Bundesrat offenbar über die Hintertüren bei der Crypto AG informiert.

Die Zuger Firma Crypto AG soll jahrzehntelang Chiffriergeräte an verschiedenste Länder geliefert haben, die eine Hintertür für den amerikanischen Geheimdienst eingebaut hatten (zentralplus berichtete).

Wie «SRF» am Mittwoch berichtete, soll der ehemalige FDP-Bundesrat Kaspar Villiger gewusst haben, dass die Zuger Firma von ausländischen Gemeindiensten kontrolliert wurde und dass sie manipulierte Chiffriertechnik verkauften. Dieser Vorwurf geht laut der «Rundschau» aus Dokumenten der Geheimdienste der USA und Deutschlands hervor.

Villiger bestreitet Vorwurf

Der Luzerner Villiger war von 1989 bis 2003 Mitglied des Bundesrats. In den ersten sechs Jahren stand er dem Eidgenössischen Militärdepartement (EMD) vor. Wie es im Medienbericht heisst, soll Villiger in dieser Funktion 1994 davon gewusst haben, dass die Crypto AG unter anderem der CIA gehörte. In den Dokumenten, die der «Rundschau» vorliegt, stehe, dass Villiger wusste, wem das Unternehmen gehörte und er sich moralisch verpflichtet fühlte, das offenzulegen. Doch er habe nichts unternommen und «offensichtlich den Mund gehalten.»

Villiger bestreitet das im Medienbericht. «Handlangerdienste für Drittstaaten» hätte er «niemals» gedeckt.

Auch Stucky wird im CIA-Dokument genannt

Auch der frühere Zuger FDP-Nationalrat Georg Stucky werde im CIA-Dokument namentlich genannt. Er war von 1992 bis 2016 im Verwaltungsrat der Crypto AG. Im Papier stehe, dass er vom Crypto-CEO über die Spionage-Operation informiert wurde. Stucky allerdings könne sich «an so etwas» nicht erinnern, heisst es weiter.

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1 Kommentare
  1. Martin Gerber, 12.02.2020, 22:10 Uhr

    Da können sie noch so viel und so vehement dementieren, wie sie wollen. Das Problem ist halt, dass ihnen niemand mehr glaubt. Villiger schon gar nicht.

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