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«Ersetzt diskursive Auseinandersetzung nicht» Spange Nord: Quartiervereine enttäuscht von Infoveranstaltung

2 min Lesezeit 27.01.2019, 13:38 Uhr

Die Informationsveranstaltung vom Mittwoch bezüglich Spange Nord stellt die betroffenen Quartiervereine nicht zufrieden. Wir möchten unsere Anliegen und Bedenken einbringen können. Dazu war der Anlass am Mittwochabend offensichtlich nicht vorgesehen», so der Tenor.

Am vergangenen Mittwoch fand eine Informationsveranstaltung bezüglich Spange Nord statt (zentralplus berichtete). Anschliessend haben sich die unmittelbar betroffenen Quartiervereine ausgetauscht und beschlossen, an die Öffentlichkeit zu treten.

In einer Mitteilung äussern sich die Quartiervereine folgendermassen: «Der Kanton Luzern hat mit der verkehrs- und bautechnischen Variantenprüfung den Blick auf die Zufahrtsstrecken zum Autobahnbypass geöffnet. Die städtebaulichen und sozialen Anliegen hingegen finden bei der Planung der Spange Nord weiterhin kaum Beachtung.» Genau dies fordern die betroffenen Quartierorganisation jetzt vehement ein.

Am 8. Mai 2018 hatte der Kantonsrat nicht allein den Kredit zur Planung der Spange Nord bewilligt, sondern auch den Regierungsrat beauftragt, alternative Ideen bis hin zum gänzlichen Verzicht zu prüfen.

Teil eins wird umgesetzt, Teil zwei nicht

Zudem stellte der Kantonsrat klar, dass er vom Regierungsrat «ein klares Informations- und Kommunikationskonzept und die rasche Aufnahme von Gesprächen mit den betroffenen Anwohnern, Quartieren usw.» erwarte.

Den ersten Teil des Auftrags setze der Kanton mit dem am 23. Januar präsentierten Variantenfächer um. Den zweiten Teil indes nicht, so die Quartiervereine. Eine Informationsveranstaltung ersetze eine diskursive Auseinandersetzung nicht.

Gesprächsbereitschaft wird vermisst

«Wir schätzen die Information aus erster Hand», dankt Pedro Vescoli vom Quartierverein Wesemlin-Dreilinden, macht aber gleichzeitig deutlich, dass er die Gesprächsbereitschaft beim Kanton vermisst. «Wir möchten unsere Anliegen und Bedenken einbringen können. Dazu war der Anlass am Mittwochabend offensichtlich nicht vorgesehen.»

Die Quartiervereine fordern die kantonalen Stellen und externen Auftragsnehmer auf, in der nun anstehenden Vertiefungsphase nebst den technischen und finanziellen Kriterien verstärkt die städtebauliche und soziale Quartierverträglichkeit einzubeziehen. Werden diese Aspekte weiterhin ausgeblendet, sei zu befürchten, dass das neue auch das alte Projekt sein wird.

Möglichkeiten noch nicht ausgeschöpft

Das vom Bund geleitete Projekt Bypass und die Spange Nord, unter kantonaler Federführung, sind entkoppelt worden. Ohne die Abhängigkeit vom Autobahnprojekt könnten jene Varianten unverkrampft untersucht werden, die mittels Stärkung des öffentlichen Verkehrs statt Neubauten zu einer Entlastung des innerstädtischen Strassennetzes führen sollen, so die Quartiervereine.

Sie seien überzeugt, dass hier die Möglichkeiten noch längst nicht ausgeschöpft sind. Gute Ansatzpunkte zur Förderung des Langsam- und öffentlichen Verkehrs hätten die Gesamtverkehrskonzepte Luzern und Luzern Ost aufgezeigt.

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