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SP Luzern verzichtet auf den zweiten Wahlgang
  • Politik
«Kein einfacher Entscheid, aber der richtige»: Jörg Meyer zieht sich zugunsten der Grünen zurück. (Bild: bic)

Jörg Meyer zieht sich zurück SP Luzern verzichtet auf den zweiten Wahlgang

4 min Lesezeit 1 Kommentar 01.04.2019, 14:25 Uhr

Die Würfel sind gefallen: Die Luzerner SP wird im zweiten Wahlgang der Regierungsratswahlen nicht antreten. Kandidat Jörg Meyer zieht sich zurück und macht den Weg frei für die Grünen-Kandidatin Korintha Bärtsch.

Die SP Luzern tritt zum zweiten Wahlgang nicht mehr an. Ihr Kandidat Jörg Meyer zieht sich zurück. Das hat die Partei am Montagnachmittag bekannt gegeben. Der Entscheid sei nach langen Diskussionen letztlich einstimmig zustande gekommen.

Die Partei macht damit den Weg frei für Korintha Bärtsch von den Grünen. Sie hat am Wahlsonntag überraschend viele Stimmen geholt und lag noch vor Finanzdirektor Marcel Schwerzmann und eben Jörg Meyer. Das brachte die SP in eine Zwickmühle: Denn mit einer Doppelkandidatur für den zweiten Wahlgang hätte die Partei womöglich die Chancen auf einen linksgrünen Sitz geschmälert (zentralplus berichtete).

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Intensive Diskussionen

Die Parteileitung machte am Montag klar, dass sie lange mit dem Entscheid gerungen und verschiedene Szenarien geprüft hat. Von Seiten der Parteibasis habe man viel Unterstützung erhalten für Jörg Meyer. «Die Bevölkerung hat klar gesagt, dass sie eine andere Politik will im Kanton Luzern, und dass die SP diese Politik mitprägen soll», lobte Vizepräsidentin Priska Lorenz das Abschneiden der SP.

«Es macht Sinn, auf eine Einerkandidatur zu setzen.»

David Roth, SP-Parteipräsident

Trotzdem sagte Parteipräsident David Roth: «Es macht Sinn, auf eine Einerkandidatur zu setzen.» Und die SP sei bereit, zugunsten eines linksgrünen Sitzes in der Regierung den Grünen den Vortritt zu lassen. Bereits am Sonntag war von einer Vereinbarung die Rede, wonach diejenige Kandidatur für den zweiten Wahlgang den Vorrang erhält, die in der ersten Runde mehr Stimmen holte. Das war, wenn auch hauchdünn, Korintha Bärtsch.

Jörg Meyer (rechts) informierte zusammen mit Parteipräsident David Roth und Vize-Präsidentin Priska Lorenz über den Entscheid.

Jörg Meyer (rechts) informierte zusammen mit Parteipräsident David Roth und Vize-Präsidentin Priska Lorenz über den Entscheid.

(Bild: bic)

Der Verzicht entspreche insofern einer klaren politische Logik, sagte Jörg Meyer, der am Montag keineswegs zerknirscht, sondern relativ locker wirkte. «Selbstverständlich ist das für Partei und mich persönlich kein einfacher Entscheid», sagte der 50-Jährige zwar. «Aber es ist ein klarer und richtiger Entscheid.» Er sei Ausdruck einer langjährigen Partnerschaft im linksgrünen Bereich, die man weiterhin pflegen wolle.

Müssige Frauenfrage

Damit ist klar, dass die SP auch die nächsten vier Jahre nicht in der Regierung vertreten sein wird. Die SP war während 56 Jahren im Regierungsrat vertreten, verlor ihren Sitz allerdings vor vier Jahren. Dass sie nun aber über längere Zeit die Segel streichen wird, ist damit keineswegs gesagt. Die SP als grösste Oppositionspartei habe klar Anspruch auf einen Sitz in der Regierung und werde diesen behalten, sagte David Roth, womöglich bereits mit Blick auf die Wahlen 2023.

Korintha Bärtsch Grüne Politik

Korintha Bärtsch (Grüne) soll für die Linken einen Regierungsratssitz holen.

(Bild: Nique Nager)

Allerdings dürfte eine Rückkehr in den nächsten Jahren nicht einfacher werden, sollte Korintha Bärtsch am 19. Mai der Sprung in die Regierung gelingen.  Als Frau hat sie sicherlich einen Vorteil, weil Luzern bislang eine reine Männerregierung hat. Die SP verneinte am Montag aber, dass es ein Fehler gewesen sei, mit Jörg Meyer einen männlichen Kandidaten gestellt zu haben.

Das sei eine müssige Frage, sagte Vizepräsidentin Priska Lorenz. Denn Jörg Meyer habe ein hervorragendes Resultat erzielt. Es gebe zudem keine interne Devise, dass nur Frauen kandidieren dürfen. Und: «Die Frauenförderung geniesst bei der SP immer noch einen hohen Stellenwert», sagte sie mit Verweis auf die vielen Kantonsrätinnen der SP, die am Sonntag gewählt wurden.

Über die Strategie der SP für den zweiten Wahlgang wird am Dienstagabend die Delegiertenversammlung der Partei endgültig entscheiden.

Übersicht über die Resultate der Regierungsratswahlen im ersten Wahlgang:

 

 

 

 

Der zweite Wahlgang findet am 19. Mai statt. Neben den Linken mit Korintha Bärtsch werden auch die beiden amtierenden Regierungsräte Paul Winiker (SVP) und Marcel Schwerzmann (parteilos) wieder antreten.

Der parteilose Rudolf Schweizer hingegen hat am Montag mitgeteilt, dass er sich zurückziehen wird (zentralplus berichtete). Ob sich auch Roland Fischer (GLP) zurückzieht, ist noch offen.

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1 Kommentare
  1. Urs Eggler, 01.04.2019, 18:30 Uhr

    Super von der SP!