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Sozialzimmer: Emmen geht gegen Abzocker vor
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Wer in Emmen ein Sozialzimmer mietet, wird künftig mit weniger Geld unterstützt. (Bild: giw)

Mietbeiträge an Bedürftige werden gesenkt Sozialzimmer: Emmen geht gegen Abzocker vor

2 min Lesezeit 1 Kommentar 27.02.2020, 06:59 Uhr

Damit Vermieter von Sozialzimmern nicht auf übermässig auf Kosten der Gemeinde Gewinn machen können, hat Emmen die Beiträge für die Miete gesenkt. Eine Einzelperson erhält nun noch 600 statt 800 Franken pro Monat. Erhöht wurde die Beiträge dafür in anderen Kategorien.

Die Gemeinde Emmen ächzt unter den Kosten für die Sozialhilfe. Einen gewichtigen Teil machen dabei die Unterstützungsbeiträge für Wohungs- und Zimmermieten von Sozialhilfebezügern aus. Um die Ausgaben etwas zu senken, führt die Gemeinde nun eine neue Mietkategorie ein.

Wie die «Luzerner Zeitung» berichtet, wird der Betrag für Leute die nur ein Zimmer statt eine ganze Wohnung mieten von 800 auf 600 Franken gesenkt. Grund ist, dass die Vermieter solcher Zimmer bislang den Mietzins genau bei besagten 800 Franken, dem Unterstützungsbetrag für Einpersonenhaushalte, festlegten (zentralplus berichtete). Eine Vermieter in konnte so mit einer 4-Zimmer-Wohnung beispielsweise 3’200 Franken verdienen.

Die Anpassung geht auf ein Postulat der CVP zurück, das vor zwei Jahren eingeführt wurde. Postulant Christian Blunschi (CVP) äussert sich deshalb grundsätzlich positiv zur neu eingeführten Kategorie der Sozialzimmer. «Unser Anliegen war, dass die Anbieter solcher Zimmer nicht auf Kosten der Gemeinde Gewinn machen», zitiert ihn die «LZ».

Während die Beiträge für Sozialzimmer gesenkt wurden, sind sie in anderen Kategorien indes erhöht worden. Eine Einzelperson erhält neu maximal 900 Franken (inklusive Nebenkosten) für die Monatsmiete einer Wohnung (bisher 800 Franken), zwei Personen 1200 Franken (bisher 1000 Franken).

«Damit haben wir die Mietzinsrichtlinien an die gestiegenen Wohnungsmieten angepasst», sagt der Emmer Sozialvorsteher Thomas Lehmann (FDP). Die bisherigen Richtlinien stammen von 2003. In der Zwischenzeit seien die Mieten im Raum Luzern um rund 17 Prozent gestiegen. Mit den neuen Beiträgen bewege man sich auf dem Niveau umliegender Gemeinden.

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1 Kommentare
  1. Müller, 27.02.2020, 10:44 Uhr

    Man muss ja nicht den Sozialbezügern das Mietgeld kürzen, das ist völlig unverhältnismässig. Es muss dort etwas getan werden, wie beim Fall am Sonnenplatz, wenn Zimmer zu überrissen Preisen vermietet werden. Emmen bekommt ja den Mietvertrag und muss diesen absegnen, da kann man immer noch Nein sagen. Wie man mit den Sozialbezügern umgeht, ist menschenunwürdig. Tagsüber hängen sie am Bahnhof herum, weil sie nicht wissen was tun, dabei gäbe es genügend Arbeit.

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