Sonderregel in Zeiten von Corona: Wo Trucker in Luzern essen und duschen können
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Auch Raststätten wie die bei Neuenkirch sind von den Corona-Öffnungszeiten betroffen. (Bild: Emanuel Ammon/AURA)

Lockdown belastet Lastwagenfahrer Sonderregel in Zeiten von Corona: Wo Trucker in Luzern essen und duschen können

2 min Lesezeit 21.01.2021, 17:18 Uhr

Die Corona-Situation bringt Transportunternehmen in Schwierigkeiten. Lastwagenfahrerinnen können ihre Pausen nicht mehr ausserhalb des Fahrzeugs verbringen. Nun hat der Bund eine Ausnahme für Gastrobetriebe in Autobahnnähe beschlossen.

Nicht selten bewältigen Lastwagenfahrer ihre Fahrten spätabends oder in der Nacht. Nun aber sind coronabedingt viele Gastrobetriebe geschlossen oder haben verkürzte Öffnungszeiten – darunter auch Raststätten, wie die Raststätte Neuenkirch bei Luzern. Das hat den Lastwagenfahrern die Möglichkeit genommen, über die verkürzten Öffnungszeiten hinaus etwas zu essen zu kaufen oder sanitäre Anlagen zu benutzen. Auf Anfrage beim lokalen Transportunternehmen Imbach Logistik verweist man an den schweizerischen Nutzfahrzeugverband Astag.

«Die Problematik gab es schon im Lockdown letzten Frühling», sagt Reto Jaussi, Direktor von Astag auf Anfrage. Darum sei man damals schon an die Kantone und das Bundesamt für Strassen (Astra) herangetreten, um eine Lösung zu finden.

Schnell reagiert

Denn, so erklärt uns Jaussi, während Raststätten – autobahnnahe Plätze mit Verpflegungs- und Übernachtungsmöglichkeiten – im Zuständigkeitsbereich der einzelnen Kantone liegen, sind Rastplätze, die meist lediglich über Parkplätze verfügen, Angelegenheit des Astra.

«Damals hat das Astra sehr schnell reagiert. Auf vielen Raststätten wurden mobile Toiletten installiert», erklärt Jaussi. Er fügt aber an: «Aber die sind hygienetechnisch nicht immer das Gelbe vom Ei.» Im Gastrobereich blieb zudem oft nur das Take-away-Angebot von Tankstellenshops bestehen.

Ähnliche Situation ein Jahr später

Nach den neuerlichen Anpassungen der Corona-Massnahmen und den Schliessungen vieler Gastrobetriebe im Dezember haben sich der Chauffeuren-Verband Les Routiers Suisses und der Astag Mitte Dezember an den Bundesrat und das Bundesamt für Gesundheit (BAG) gewandt, um für die Chauffeure erneut eine Ausnahmeregelung zu erwirken.

«Seit dieser Einreichung ist einiges passiert», sagt Jaussi. So hat sowohl der Bund, wie auch das BAG am Mittwoch dieser Anfrage zugestimmt. Nun können Gastrobetriebe in Autobahnnähe länger offen haben – teilweise bis 22 Uhr. «Dieses Angebot gilt aber nur für Chauffeure», stellt Jaussi klar. Wer also mit seiner Familie noch einen Late-Night-Snack ergattern will, wird enttäuscht. «Die Chauffeure müssen sich bei den Betrieben auch als solche ausweisen können.»

Wirte können selbst entscheiden

Wichtig ist aber zu betonen, dass dieses Angebot in der Hand der Betriebe selbst liegt. Wer nicht öffnen will, muss auch nicht. Interessierte Betriebe können sich bei Les Routiers Suisses melden, um in die Liste aufgenommen zu werden, die sich – so die Website – beinahe stündlich vergrössert.

Zu den Luzerner Betrieben, die den Chauffeurinnen eine kurzfristige Zuflucht bieten, gehören bisher das Nostalgie-Restaurant Bahnhöfli in Triengen und der Blaue Esel in Reiden.

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