So will es das Funk am See besser machen
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Die Bühnen des Funk am See wurden von vielen Freiwilligen zusammengezimmert. (Bild: zvg)

Gratis-Festival beim Lido vor der Bewährung So will es das Funk am See besser machen

3 min Lesezeit 16.08.2018, 09:55 Uhr

Vor zwei Jahren stand das Open Air Funk am See kurz vor dem Ende. Nun richtet das Radio 3Fach in alter Frische neu an: kleiner, einladender, dafür mit einer grossen Party im Verkehrshaus. Nur in einer Sache geht das Gratisfestival keine Kompromisse ein.

Seit Dienstag verwandeln Dutzende helfende Hände die Lidowiese beim Verkehrshaus wieder in ein Festivalgelände. Am 17. und 18. August findet da am See gleich vis-a-vis des Verkehrshauses das grösste Gratis-Open-Air der Zentralschweiz statt.

Das Funk am See geht bereits zum zwölften Mal über die Bühne. Als Acts stehen etwa der St. Galler Überflieger Crimer auf der Bühne, die österreichische Rapperin Mavi Phoenix oder der diesjährige Dauergast auf Open Airs, der Zürcher Stereo Luchs (siehe Box). Organisiert wird das Open Air in ehrenamtlicher Arbeit vom Ausbildungs- und Kulturradio 3Fach.

Neu ist Baden erlaubt

Insgesamt werden für den Auf- und Abbau sowie das Festival selbst etwa 180 Ehrenamtliche anpacken. Einiges ist dieses Jahr anders als in den letzten Jahren. «Wir haben bewusst entschieden, das Festival kleiner und heimeliger zu machen», sagt David Largier, Kommunikationsleiter bei Radio 3Fach. Statt die ganze werden nur noch etwa zwei Drittel der Wiese bespielt.

Der Aufbau hat begonnen:

 

Das Festival setzt auf Nachhaltigkeit und lokale Verwurzelung. Neu wird das Gelände offener sein, es hat keine Absperrgitter mehr und man kann neu auch baden, während die Bands spielen. «Wir hoffen, dass es dadurch noch einladender ist, zudem konnten wir so Kosten sparen und noch mehr ins Programm investieren», sagt Largier.

Kosten sparen mussten die Organisatoren aus der Not heraus: Der Verein ist nach zwei schwierigen Ausgaben beinahe pleitegegangen. 2016 wurde das Funk am See arg verregnet und zog zu wenige Leute an, es resultierte ein Defizit von 28’000 Franken. Es war nach dem enttäuschenden Zuschaueraufmarsch lange unsicher, ob es das Gratis-Open-Air überhaupt nochmals geben wird (zentralplus berichtete).

Funk am See 2018

Das diesjährige Funk am See findet am Freitag, 17., und Samstag, 18. August, auf der Lidowiese statt und ist wie immer gratis. Auf der Bühne stehen Bands wie Crimer, Mavi Phoenix, Stereo Luchs, S.O.S. und Möped Lads. Zudem gibt es ein dichtes Rahmenprogramm und erstmals am Samstag ab 23 Uhr im Verkehrshaus eine Afterparty mit den DJs Strolch, Fort Romeau und MYD (15 Franken Eintritt).

Mehr Dekoration

Nun ist es so weit, und in gewohnter 3Fach-Manier schaut man optimistisch nach vorne: «Wir hoffen sehr, dass es besser wird als in den Jahren zuvor», sagt Largier. Er sieht das diesjährige Funk am See aber nicht etwa als Sparversion: «Wir sind mega happy mit dem neuen Konzept und sind überzeugt, dass das Festival jetzt cooler ist.» Zudem investiere man mehr als zuvor in Deko und Rahmenprogramm. «Es ist eine Riesenarbeit», sagt er.

Musikalisch will man sich weiterhin nicht verbiegen oder dem Massengeschmack anbiedern. «Da bewegen wir uns weiterhin in der Nische und abseits des Mainstreams, ganz nach dem Geschmack von Radio 3Fach», sagt Largier.

Das erste DJ-Orchester

Die grössten Neuerungen gibt’s im Rahmenprogramm – einerseits für Familien, andererseits für die nimmermüden Partygänger. Am frühen Freitagabend gibt’s Theater oder einen Strassenzirkus, am Samstagnachmittag kostenlose Radio-Worskshops und Ateliers, und für Musik sorgt ein DJ-Orchester von fünf Luzerner Kulturhäusern. 10 DJanes und Trackselectors von Sedel, Schüür, Treibhaus, Südpol und Neubad wechseln sich an den Plattentellern Song für Song ab – und man darf auf den Musikmix gespannt sein. Für Largier ist es ein reizvolles Experiment, das letztlich auch für die involvierten Häuser lustig sein soll.

Mavi Phoenix tritt am Samstagabend auf:

 

Auch die Partygänger müssen ab Mitternacht, wenn das Festivalprogramm endet, nicht darben: Am Freitag gibt’s eine Kopfhörer-Disco und am Samstag kann man anschliessend im Verkehrshaus bis morgens um 5 Uhr tanzen. Die Indoor-Party, die es zum ersten Mal gibt, ist quasi das Geschenk von Radio 3fach an sich selber zum Zwanzigsten.

«Wenn das erste Jugendradio von Europa 20 Jahre alt wird, kann man das durchaus feiern», sagt Largier. Das Verkehrshaus bot sich an, man muss nur einmal stolpern und man ist dort. Die Party findet in einem Raum im ersten Stock des Eingangsgebäudes statt. «Leider nicht bei den Flugzeugen und Zügen», sagt David Largier und lacht.

Dass das Verkehrshaus überhaupt mitmacht, sei der Hammer, die Zusammenarbeit sei sehr unkompliziert. «Es hat sich gezeigt, dass man manchmal einfach fragen muss», sagt er.

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