So will der Stadtrat die neue Velostation in Luzern bewirtschaften
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Die Velos sollen von der Oberfläche verschwinden – und zwar unter eine neugestaltete Bahnhofstrasse. (Bild: Visualisierung: zvg)

Jahresabo zwischen 60 und 150 Franken So will der Stadtrat die neue Velostation in Luzern bewirtschaften

3 min Lesezeit 1 Kommentar 23.04.2021, 11:00 Uhr

Erstmals gewährt der Luzerner Stadtrat einen Einblick in die Gestaltung der Velostation unter der Bahnhofstrasse. Auch zur viel diskutierten Gebührenfrage nimmt er Stellung. Fest steht: Die attraktivsten Plätze sollen was kosten dürfen.

Die geplante Velostation unter der Bahnhofstrasse nimmt konkrete Formen an. In der Beantwortung eines Postulates gibt der Luzerner Stadtrat Auskunft zum aktuellen Projektstand, zeigt mittels Visualisierungen, wie er sich diese Station vorstellt, und gibt auch darüber Auskunft, wie er diese bewirtschaften will.

In dem Vorstoss forderten GLP und CVP den Stadtrat dazu auf, ein Bewirtschaftungsmodell in seine Planung der Velostation miteinzubeziehen (zentralplus berichtete). Mit seiner Stellungnahme liefert der Stadtrat nun aber gleich ein erstes Gesamtbild darüber, wie man sich diese Velostation vorzustellen hat.

1’200 Abstellplätze, Werkstatt und Büro

Was die Ausgestaltung der Velostation betrifft, waren einige wenige der Eckpunkte bereits bekannt: Etwa dass diese zwar mittels einer Rampe von der Bahnhofstrasse her erreicht werden, gleichzeitig aber auch einen direkten Zugang zum Bahnhof haben soll. Bekannt war zudem, dass die Station maximal über 1’500 Abstellplätze verfügen könnte.

Nun ist klar, dass der Stadtrat mit 1’200 Abstellplätzen plant. Nach Möglichkeit soll die Station zudem über eine Werkstatt und ein kleines Büro verfügen. Wie dies ungefähr aussehen könnte, zeigen die beiden folgenden neuen Visualisierungen:

Stadtrat will Personal vor Ort

Aus Sicht des Stadtrates ist in einer modernen unterirdischen Velostation eine Bewirtschaftung mit Personal anzustreben. «Dies trägt zur Attraktivität der Station bei», schreibt er dazu. Zur Sicherheit in der Anlage und zur sozialen Kontrolle sollen Büro und Werkstatt zentral in der Mitte der Station realisiert werden. Dort würde sich auch der Hauptzugang zur Station befinden.

«Das dort anwesende Personal ist Ansprechperson, händigt Zutrittsbadges, Tages, Monats- und Jahreskarten aus, repariert und putzt Velos oder lädt E-Bikes innerhalb der Velostation auf», schreibt der Stadtrat weiter. Damit ist er auch schon beim vermeintlich heikelsten und kontroversesten Punkt angekommen: nämlich bei den Gebühren.

Die zwei Sektoren

Der Stadtrat sieht vor, die Station in zwei Sektoren zu unterteilen. Sektor A soll rund 700 Abstellplätze beinhalten und gebührenfrei sein. Allerdings befindet sich dieser Bereich weiter weg vom Eingang zum Bahnhof. Im Sektor B werden sich demnach rund 500 Abstellplätze befinden. Da dieser Sektor gerade auch für Zugpendler attraktiver ist, soll er gebührenpflichtig sein.

Konkret geht der Stadtrat dabei mit den Postulantinnen einig, die folgenden Vorschlag einreichten:

  • Einzeleintritt: 1–2 Franken
  • Monatsabonnement: 11–20 Franken
  • Jahresabonnement: 60–150 Franken
  • Karten-Pfand: 10–30 Franken
  • Veloreinigung/kleine Veloreparatur: 10–20 Franken

Zum Vergleich: In anderen Schweizer Städten hat man sehr unterschiedliche Erfahrungen mit solchen Gebühren gemacht. Während sich das System in Bern bereits eingespielt hat, wird in Zürich innert zwei Jahren zum zweiten Mal eine Senkung der Preise geprüft (zentralplus berichtete).

«Eröffnungsgeschenk»: Zwei Jahre alles gratis

Um zu vermeiden, dass dieser «Premium-Sektor» der Velostation gemieden wird, will man mit dem Erheben der Gebühren zwei Jahre zuwarten. Dies im Sinne eines «Eröffnungsgeschenks», wie der Stadtrat schreibt. Die Hoffnung liegt derweil natürlich darin, dass sich die Pendler innert dieser Zeit an die Annehmlichkeiten der neuen Station gewöhnen. In der Anfangszeit soll mit Flyern, Plakaten und Ähnlichem auf die Velostation aufmerksam gemacht werden.

Gemäss aktuellem Fahrplan soll dem Stadtparlament im kommenden Herbst der Antrag für die Baukredite unterbreitet werden. Zur Erinnerung: Man geht von Kosten von rund 17 Millionen Franken aus. Über den Ausführungskredit soll das Luzerner Stimmvolk im Februar 2022 befinden können. Bei einem Ja könnte der Baustart in der zweiten Hälfte 2022 erfolgen.

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1 Kommentare
  1. Urs Eggler, 23.04.2021, 12:19 Uhr

    Die Veloparkplatzsuche vor dem Bahnhof ist zumindest in den Hauptverkehrszeiten a bisserl zäch und oft sind die guten Plätze schon besetzt. So gesehen darf ein garantierter und bewachter Parkplatz an bester Lage durchaus einen angemessenen Preis haben. Wenn ein GA fast 4000 Franken kostet, dann liegen auch noch ein paar Franken für den Veloparkplatz drin.

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