Ein begehrter Picks – manche versuchen nun gar schon mit Tricks, an einen Termin für eine Corona-Impfung zu kommen. (Symbolbild: Mat Napo/Unsplash)
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Laut dem Zuger Gesundheitsdirektor sind aktuell gut 63 Prozent der Zuger Bevölkerung ab 12 Jahren mindestens einmal geimpft. (Symbolbild: Mat Napo/Unsplash)

Gruppen-Impfungen und Werbekampagne So will der Kanton Zug die Corona-Impfungen vorantreiben

2 min Lesezeit 10 Kommentare 21.07.2021, 05:01 Uhr

Gruppenimpfungen und eine neue Werbekampagne: Der Kanton Zug setzt auf weitere Massnahmen, um dem Impfen neuen Schub zu verleihen. Denn der Zuger Gesundheitsdirektor Martin Pfister ist überzeugt: da geht noch mehr. Grosse Hoffnung setzt er auf die Vorteile eines Covid-Zertifikats.

Der Impfmotor kommt schweizweit ins Stottern – so auch in Zug. Seit Tagen werden weniger Coronaimpfdosen verabreicht. Der Zuger Gesundheitsdirektor zeigt sich (noch) relaxt. «Die Situation ist kein Grund zur Sorge», sagt Martin Pfister auf Anfrage.

Aktuell werden im Kanton Zug vor allem Zweitimpfungen durchgeführt. «Im Verlauf des Augusts können vermehrt auch wieder Erstimpfungen verabreicht werden.» Denn die abnehmende Tendenz hat gemäss dem Kanton mehrere Gründe. Neben dem vorangeschrittenen Impffortschritt und den Sommerferien ist nicht zuletzt auch entscheidend, wie viele Impfdosen überhaupt verfügbar sind.

Bis Ende Sommer sollen 70 Prozent ab 12 Jahren geimpft sein

Gemäss dem Zuger Gesundheitsdirektor sind aktuell rund 63 Prozent der Zuger Bevölkerung über 12 Jahre mindestens einmal geimpft. Und es sollen noch mehr werden. «Bis Ende Sommer erwarten wir, dass sich knapp 70 Prozent der Personen ab 12 Jahren für die Impfung angemeldet haben», sagt Pfister. Er glaubt nicht, dass die Zahl stagniert, weil sich viele Zugerinnen schlichtweg nicht impfen lassen möchte. Die Zahl der Impfwilligen liege «sicherlich noch deutlich höher».

«Zweifellos wird die breite Anwendung des Impfzertifikats weitere Unentschlossene von den Vorteilen einer Impfung überzeugen.»

Martin Pfister, Zuger Gesundheitsdirektor

Der Gesundheitsdirektor setzt auch grosse Hoffnungen ins Covid-Zertifikat. «Zweifellos wird die breite Anwendung des Impfzertifikats, das Geimpften, Getesteten und Genesenen Freiheiten verschafft, weitere Unentschlossene von den Vorteilen einer Impfung überzeugen.»

Martin Pfister, der Zuger Gesundheitsdirektor.

Gegen 4000 Jugendliche ab 12 Jahren wollen sich impfen

Seit gut einem Monat werden in Zug Jugendliche ab 12 Jahren geimpft. Der Gesundheitsdirektor zeigt sich «positiv überrascht», wie viele Jugendliche sich bereits angemeldet haben. «Es haben sich bereits gegen 4000 Personen im Alter bis und mit 20 Jahren registriert und impfen lassen.» Auch diese Zahl wird, so ist er überzeugt, nach den Sommerferien weiter steigen.

Gruppenimpfungen, aber keine Impf-Goodies

Von ganz alleine passiert aber auch das nicht. Seit letzter Woche können sich Zuger spontan im Impfzentrum Baar gegen Corona impfen lassen. Die sogenannten «Walk in»-Impfungen sind gemäss Pfister gut angelaufen. So haben 190 Menschen das Angebot an den ersten drei Tagen genutzt.

Weitere Massnahmen sind in der Pipeline. Ganz so kreativ wie in Bern ist man aber nicht. Da fährt beispielsweise ein Impftruck in teils abgelegene Gemeinden, um im umgebauten LKW spontan Personen zu impfen. In Zug soll es für Firmen, Schulen und Vereine ab August möglich sein, Termine für Gruppenimpfungen zu reservieren. Dann startet zudem eine Werbekampagne, mit welcher der Kanton erneut zum Impfen aufruft.

Sogenannte Impf-Goodies – die auch der Kanton Luzern ins Auge fasst – sind in Zug jedoch nicht geplant. «Impf-Goodies sind beim Bestreben, die Impfquote weiter zu erhöhen, im Moment kein Thema», so Martin Pfister.

Bei den 35- bis 60-Jährigen gibt's am meisten Potenzial

Einerseits besteht bei den Jungen Nachholbedarf, was das Impfen anbelangt (zentralplus berichtete). Oftmals wird auch die ausländische Bevölkerung als Impfmuffel betitelt. Zahlen, die das belegen, fehlen zumeist. In Basel ist bei dieser Bevölkerungsgruppe die Impfquote allerdings halb so hoch wie bei den Schweizern. «Wir haben eine stattliche Anzahl von Migranten, die sich aus Unwissenheit nicht impfen lässt», sagte Thomas Steffen, der Kantonsarzt von Basel-Stadt, gegenüber SRF.

In Zug kennt man die Durchimpfung von spezifischen sozialen Gruppen nicht. Eine Gruppe rückt aber nun besonders in den Fokus: Bei Personen im Alter von über 35 Jahren bestehe zurzeit das grösste Risiko, das Gesundheitswesen infolge einer Erkrankung zu belasten. «Es besteht in allen Altersgruppen noch ein Impfpotenzial, das grösste jedoch bei den 35- bis 60-Jährigen», sagt Pfister. Er geht davon aus, dass sich mit einer weiteren Lockerung der Massnahmen ein Grossteil der Nichtgeimpften anstecken wird. «In der ganzen Schweiz sind für einen sicheren Herbst noch zu wenige Leute geimpft.»

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10 Kommentare
  1. MikeLeon, 28.07.2021, 10:02 Uhr

    Alles was helfen könnte die Impfrate zu erhöhen, ist erstrebenswert. Je mehr Geimpfte es gibt, desto grösser ist die Chance, schneller aus der Pandemie zu kommen.

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  2. Gery Weber, 21.07.2021, 10:33 Uhr

    Die Wirksamkeit ist absolut klar. Sie beträgt etwa 95%. Das heisst, bei einem einem von 20 wirkt die Impfung nicht oder nicht ausreichend. Die angesprochenen Personen in Israel hatten dazu praktisch alle Vorerkrankungen.
    Sie sollten also nicht auf Panik machen. Wenn Sie sich zuhause einigeln wollen, Ihre Entscheidung

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    1. Paul Bründler, 21.07.2021, 11:33 Uhr

      @Weber: Haben Sie dazu eine aktuelle Quelle?
      18.07.2021: «Laut Israel wirkt der Pfizer/Biontech-Impfstoff «deutlich weniger» gut als erwartet gegen die Delta-Variante. Premier Bennett zweifelt das Impfmittel an und verweist generell auf die «Grenzen von Impfstoffen».»

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    2. Gery Weber, 21.07.2021, 12:28 Uhr

      @Paul Bründler: Glauben Sie wirklich einem Politiker, noch dazu einem israliesichen Premier, die bekanntlich selten mal nicht korrupt sind? Die Studie wurde gestern veröffentlicht. Je nach Vakzin und Virusvariante wird eine schwere Infektion zwar mit bis zu 95-prozentiger Sicherheit verhindert, ein Restrisiko besteht jedoch weiter. Nur sechs der untersuchten Fälle waren vor der Virusinfektion vollständig gesund. Die meisten litten an Vorerkrankungen, die das Immunsystem schwächen.
      https://www.clinicalmicrobiologyandinfection.com/article/S1198-743X(21)00367-0/fulltext

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    3. Paul Bründler, 21.07.2021, 12:50 Uhr

      @Weber: Wieso sollte ich einem Politiker nicht glauben? 😉
      Sagt diese Studie irgend etwas darüber aus, in welchem Masse die Impfung die Verbreitung des Virus verhindern kann? Das ist ja die eigentliche Frage bei dieser ganzen Impfdrängelei.
      Dass die Impfung vulnerable Personen teilweise schützt, wollen wir doch hoffen.

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    4. Gery Weber, 21.07.2021, 13:31 Uhr

      @Paul Bründler: Die Impfungen sollen zu 95% wirksam sein. Das bedeutet, dass sich für 100 Ungeimpfte, die sich infizieren, nur fünf Geimpfte infizieren. Es erkranken also deutlich weniger Menschen nach einer Impfung. Sollten die Impfstoffe nur einen 90% Impfschutz haben, wie in Israel von einem Politiker behauptet, schützt die Impfung also 9x besser als keine.

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    5. Paul Bründler, 21.07.2021, 17:21 Uhr

      @Weber: Schwierige Sache, mit der relativen Risikoreduktion. Diese Zahlen kann man leicht für propagandistische Zwecke missbrauchen, weil kaum jemand versteht, was das bedeutet.
      https://idw-online.de/de/news759130

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    6. Daniela Übersax, 21.07.2021, 19:41 Uhr

      @Bründler: Ich möchte ja niemandem zu nahe treten. Aber so eine simple Prozentrechnung sollte auch der Durchschnittsbürger beherrschen. Oder denken Sie, dass rechte Kreise damit überfordert sind, wenn Sie hier gleich Propagandamissbrauch vermuten?

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    7. Paul Bründler, 21.07.2021, 20:25 Uhr

      @Daniela Übersax: Ich glaube, Sie haben noch nicht einmal ansatzweise verstanden, worum es geht.
      Aber irgendwas gegen «dumme Rechte» kann man bei uns ja immer bedenkenlos raushauen.
      Sehen Sie hier welche?
      Ich sehe den Versuch eines halbwegs zivilisierten und sachlichen Meinungsaustauschs.
      Das mag heutzutage bereits irritieren.

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  3. Paul Bründler, 21.07.2021, 10:11 Uhr

    Die geben erst Ruhe, wenn sie in jeden Arm diesen experimentellen, nicht ordentlich zugelassenen «Impfstoff» gepumpt haben, sogar bei jungen Menschen.
    Dabei ist die Wirksamkeit so unklar wie noch nie. (Israel, England) und die Nebenwirkungen und Spätfolgen sind auch ein Rätsel.
    Hier stimmt einfach etwas nicht.

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