So will das Luks unnötige Eingriffe vermeiden
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Das Luzerner Kantonsspital will die Devise «Medizin nach Augenmass» noch expliziter verankern. (Bild: ber)

Partnerschaft mit Verein So will das Luks unnötige Eingriffe vermeiden

3 min Lesezeit 1 Kommentar 15.03.2021, 13:30 Uhr

Das Luzerner Kantonsspital will die offene Diskussion zwischen Ärzteschaft, Patientinnen und Patienten sowie der Öffentlichkeit zu fördern und dem Thema der Fehl- und Überversorgung in der Medizin mehr Gehör und Aufmerksamkeit schenken. Nun verpflichtet sich das Luks zum Engagement als Partnerorganisationen des Vereins «smarter medicine – Choosing Wisely Switzerland».

Das Luzerner Kantonsspital (Luks) und das Kantonsspital Nidwalden (Ksnw) verpflichten sich zum Engagement als Partnerorganisationen des Vereins «Smarter Medicine – Choosing Wisely Switzerland». Ziel dieser Anstrengungen ist es laut einer Mitteilung des Luks, die offene Diskussion zwischen Ärzteschaft, Patientinnen und Patienten sowie der Öffentlichkeit zu fördern und dem Thema der Fehl- und Überversorgung in der Medizin mehr Gehör und Aufmerksamkeit zu schenken.

Mit dieser Partnerschaft will das Luks die Devise «Medizin nach Augenmass» noch expliziter verankern. Partnerspitäler des Vereins Smarter Medicine – dazu gehört neben den Luks-Standorten Luzern, Sursee und Wolhusen auch das Kantonsspital Nidwalden – verpflichten sich mit diesem Label primär zu einer für die Patienten «zweckmässigen, nutzbringenden und sicheren Medizin». Das alles soll laut Mitteilung des Luks «auf qualitativ hohem Niveau mit einem interdisziplinären und interprofessionellen Ansatz» erfolgen.

Dazu würden Patienten und ihre Angehörigen aktiv in die Planung und Durchführung der Behandlung einbezogen. Sinn und Nutzen der Behandlung würden regelmässig hinterfragt und überprüft.

Top-5-Listen im Zentrum

Im Zentrum der Partnerschaft stehen sogenannte Top-5-Listen. Das sind Empfehlungen von Fachgesellschaften für Ärzte, Patientinnen und Patienten in den verschiedenen medizinischen Disziplinen. Sie basieren auf Studien aus dem In- und Ausland und sollen eine nachhaltige, effiziente und evidenzbasierte Medizin anstreben.

Die Empfehlungen thematisieren je fünf konkrete medizinische Massnahmen, die zum Ziel haben, unnötige Untersuchungen und Eingriffe, die zu oft oder im Übermass angewendet werden, zu vermeiden. Zuweilen haben diese laut der Mitteilung keinen Nutzen für Patienten oder könnten allenfalls kontraproduktiv sein.

Gemeinsames Ziel des Vereins «Smarter medicine» ist es, für das Thema der medizinischen Über- und Fehlversorgung im Schweizerischen Gesundheitswesen zu sensibilisieren und dem Anliegen mehr Gehör und Aufmerksamkeit zu verschaffen. Gemäss einer in der Schweizer Ärztezeitung publizierten Umfrage haben über die Hälfte der 1002 befragten Personen angegeben, dass sie schon mindestens eine Überbehandlung erfahren haben. So soll die Bevölkerung befähigt werden, bei wichtigen Fragen zur Behandlung mitentscheiden zu können.

Tiefere Gesundheitskosten als «willkommener Nebeneffekt»

«Deswegen muss aber niemand Angst haben, nicht behandelt zu werden», wird Christoph Henzen zitiert. Er ist Chefarzt und Departementsleiter Medzin am Luks. «Ein ausführliches Gespräch und eine Absprache mit dem Patienten sind unersetzlich, da jeder Fall individuell ist und keine Behandlung à priori vorenthalten wird.»

Tiefere Gesundheitskosten seien dabei «ein willkommener Nebeneffekt», würden aber nicht im Zentrum stehen. Der Verein smarter medicine erhoffe sich in erster Linie eine Verbesserung der Behandlungsqualität. Auch wenn heute in der Medizin sehr vieles möglich sei, sei nicht alles nötig, was machbar sei.

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1 Kommentare
  1. Michel von der Schwand, 15.03.2021, 14:55 Uhr

    Ein kurzer Blick auf die Seite von «smarter medicine» zeigt auf, dass nur so genannte Leistungserbringer oder Berufsorganisationen (Ärzte, Pflegeberufe etc.) aufgeführt sind. Es fehlen die Krankenversicherer! Sieht wohl eher nach einem Marketinginstrument des LUKS aus. Positive Auswirkungen auf die Kosten im Gesundheitswesen dürfen bezweifelt werden. Dazu wäre die Meinung der örtlichen CEO’s der CSS (Frau Colatrella) und der Concordia (Herr Dittli) ebenfalls interessant zu wissen.

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