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So viel zahlen Autofahrer in der Agglomeration fürs Parkieren
  • Wirtschaft
In den nächsten Wochen werden die Krienser Parkuhren umprogrammiert: Denn das Parkieren wird teurer. (Bild: zvg)

Nach den deutlich höheren Parkgebühren in Kriens  So viel zahlen Autofahrer in der Agglomeration fürs Parkieren

4 min Lesezeit 17.01.2019, 10:45 Uhr

Die Stadt Kriens bittet Autofahrer stärker zur Kasse und erhöht die Parkgebühren. Die Autolobby übt scharfe Kritik. Ein Preisvergleich zeigt, dass es zwischen den Gemeinden Unterschiede von mehreren hundert Franken gibt.

In Kriens ist so einiges los: Sämtliche Verwaltungsmitarbeiter beziehen ihr neues Zuhause, denn Kriens ist seit Januar eine Stadt. Doch auch auf den Strassen tut sich was: In den kommenden Wochen werden die Parkuhren umprogrammiert, denn künftig müssen Autofahrer für das Parkieren tiefer in den Geldbeutel greifen. Die Jahreskarte kostet neu 600 statt 500 Franken. Die Monatskarte wird 60 statt wie bisher 50 Franken kosten, die Tageskarte 6 statt 5 Franken (zentralplus berichtete).

Teurer parkieren für «ausgewogenes Budget 2019»

Wie die Stadt Kriens mitteilt, sei die bisherige Verordnung für das Parkieren auf Parkplätzen auf Grundstücken acht Jahre alt. «Weil sich in dieser Zeit die Mobilitätsbedürfnisse der Bevölkerung verändert haben, wurde die Verordnung nun überarbeitet», heisst es. Die Rede ist von «leicht angehobenen Tarifen».

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Jedoch dürften vielmehr die Finanzen im Fokus der Erhöhung stehen. Matthias Senn, Stadtrat und Bauvorsteher von Kriens, sagte gegenüber «20 Minuten», dass es das Ziel von Kriens sei, ein «ausgewogenes Budget 2019» zu haben. «Dazu braucht es auch höhere Einnahmen aus den Parkgebühren», so Senn.

Kriens steht nicht an der Spitze

«Eine Erhöhung um 20 Prozent respektive um 100 Franken im Jahr erachten wir als massiv und liegt aus unserer Sicht ausserhalb des ‹normalen› Bereichs», stellt Alexander Stadelmann, Geschäftsführer des TCS, klar. Dass das Parkieren auf öffentlichem Grund kostenpflichtig ist, hat sich in den letzten Jahren eingebürgert, woran grundsätzlich auch nichts auszusetzen sei. Stadelmann erachtet es jedoch als zentral, dass für die Benützung von öffentlichem Grund alle gleich behandelt werden. «Das ist aktuell vielfach nicht oder nur im Ansatz gegeben», so Stadelmann.

«Falls sämtliche Nutzniesser im gleichen Masse zur Kasse gebeten werden, ist die Massnahme unschön, aber nachvollziehbar.»

Alexander Stadelmann, Geschäftsführer TCS

Dass das Parkieren teurer wird, damit die Stadt schwarze Zahlen schreiben kann, trifft beim TCS-Geschäftsführer auf eine zwiespältige Meinung: «Falls sämtliche Nutzniesser des öffentlichen Raums im gleichen Masse zur Kasse gebeten und somit gleich behandelt werden, ist die Massnahme unschön, aber nachvollziehbar», so Stadelmann. Falls dies nicht der Fall sei, so sei dies ungerecht für die Einwohner, was zu verurteilen sei. Jedoch würden ihm hierzu detaillierte Angaben fehlen.

«Die Erhöhung kann ich nachvollziehen. Denn Parkplätze brauchen Platz und dieser ist teuer.»

Michael Töngi, Präsident Luzerner Sektion des VCS

Die erhöhten Parkgebühren stossen hingegen bei Michael Töngi, Präsident der Luzerner Sektion des Verkehrs-Clubs der Schweiz (VCS), auf offene Ohren: «Die Erhöhung kann ich nachvollziehen. Denn Parkplätze brauchen Platz und dieser ist teuer», so Töngi. Er wünscht sich aber, dass Parkgebühren nicht in erster Linie wegen klammer Finanzen erhöht werden, sondern wegen der Lenkungswirkung: «Wir wollen vor allem im Zentrum mehr Platz für die Menschen, damit mehr Leben und Begegnung möglich ist – und weniger Autoparkplätze», so Töngi. Letztlich erhofft er sich weniger Autoverkehr.

Noch teurer ist das Parkieren in Horw

Die Gemeinden handhaben die Parkgebühren unterschiedlich. Noch teurer als in Kriens ist das Parkieren in Horw. Monatskarten kosten 75 Franken, eine Jahreskarte 800 Franken. Wer pro Woche sein Auto dreimal für je mindestens vier Stunden abstellt, gilt als Dauerparkierer. Tagsüber (von 7 bis 19 Uhr) kostet eine dafür benötigte Karte 50 Franken, nachts (von 19 bis 7 Uhr) 45 Franken. Für die ganze Nacht und den ganzen Tag kostet das Parkieren in Horw 75 Franken.

Parkieren gleich teuer in Kriens wie in Luzern

600 Franken müssen Bewohnerinnen der Stadt Luzern sowie Geschäfte mit Sitz in Luzern für eine Jahres-Dauerparkkarte zahlen. Auf den Monat gerechnet sind dies 60 Franken. Handwerks- und Serviceleute mit Sitz in der Stadt Luzern profitieren: Für sie kostet eine Jahreskarte 400 Franken, eine Monatskarte 40 Franken.

In der Zone Z gibt es Tageskarten beziehungsweise 24-Stunden-Tageskarten, für 10 Franken. Doppelt so teuer sind die Tageskarten, die für die blaue Zone gültig sind. Für 35 Franken darf man sein Auto während zwölf Stunden auf allen Parkplätzen abstellen. Über Nacht – von 18 bis 11 Uhr am Folgetag – kostet eine Karte 25 Franken.

Jahreskarte kostet in Emmen 350 Franken

Nicht nur Kriens hat in letzter Zeit nach neuen Einnahmenquellen gesucht, sondern beispielsweise auch die Gemeinde Emmen. Anfang 2018 gab diese bekannt, dass die Jahreskarten um 50 Franken erhöht werden. Dennoch ist das Parkieren hier deutlich günstiger als in Kriens: Nur 350 Franken kostet eine Jahreskarte. Dafür sind die Monatskarten teurer, nämlich 70 Franken. Tageskarten gibt es für 5 Franken.

Und in Ebikon 500 Franken

In Ebikon ist das Parkieren so teuer wie einst in Kriens: Eine Monatskarte kostet in dieser Gemeinde 50 Franken, eine Jahreskarte 500 Franken. Für 5 Franken können Autofahrer ihr Auto den ganzen Tag parkiert lassen.

 

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