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So viel Geld sollten Sie für zusätzliche Steuern auf die Seite legen
  • Politik
Ab 2020 will die Zuger Regierung mehr Steuern eintreiben. Für die meisten wird der Unterschied aber weniger als 100 Franken ausmachen. (Bild: flickr/Martin Abegglen)  

Zuger Regierung möchte ab 2020 Steuerfuss erhöhen So viel Geld sollten Sie für zusätzliche Steuern auf die Seite legen

3 min Lesezeit 27.09.2017, 17:52 Uhr

Der Kanton Zug möchte seine Finanzen wieder ins Lot bringen. Die Regierung will, dass alle – Firmen und Einwohner – mehr Steuern bezahlen. Neuste Zahlen zeigen, wie Otto und Ottilie Normalverbraucher davon betroffen sind. Und wie die Grossverdiener unter ihren Nachbarn zur Kasse gebeten werden.

Es wird ein heisses Eisen, und es kam auch am Mittwoch zur Sprache, als Finanzdirektor Heinz Tännler (SVP) das Budget für kommendes Jahr vorstellte (zentralplus berichtete). Die Rede ist vom insgesamt dritten Sparpaket des Kantons, das «Finanzen 2019» heisst und den Haushalt des Kantons nachhaltig sanieren soll.

65 Millionen Franken werden mit insgesamt 400 Massnahmen bei der Staatsrechnung eingespart, 50 Millionen Franken soll eine Erhöhung des Steuerfusses bringen (zentralplus berichtete). Die Vorlage kommt vermutlich erst im nächsten August ins Kantonsparlament, wirft aber dauernd Wellen voraus.

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Dies auch, weil Heinz Tännler seine Budgets und Finanzpläne als Teil eines langfristigen Vorgehens begreift. Er spricht nicht von Sparpaketen, die der Kanton zu schnüren hat, sondern von einem «strukturierten Prozess, mit dem wir unsere Zahlen in Ordnung bringen».

100 bis 150 Franken mehr

Tännler selber nennt die Erhöhung des Steuerfusses «moderat». Tatsächlich zeigt eine neue Tabelle der Zuger Steuerverwaltung, wie gering die Auswirkungen auf den Mittelstand sind. Mit einem Bruttoeinkommen von 100’000 Franken muss man in der Stadt Zug gerade mal 108 oder 161 Franken mehr für die Steuern auf die hohe Kante legen – je nachdem, ob man verheiratet ist oder nicht.

 

Die gute Nachricht: Eine Mehrheit der Steuerpflichtigen verdient sowieso weniger als 100’000 Franken brutto, was im Kantonshauptort für die Bundessteuern einem steuerbaren Einkommen von 85’000 Franken entspricht. Das steuerbare Medianeinkommen – also, was der Durchschnittsmensch verdient – lag im Kanton Zug gemäss eidgenössischer Steuerverwaltung im Jahr 2013 für Verheiratete bei 86’300 Franken, für Alleinstehende bei 43’900 Franken.

Anders als bei den Normalverdienern sieht es bei den Grossverdienern aus. Sie werden stärker zur Kasse gebeten und sollen auch höher besteuert werden. Wer jährlich eine Viertelmillion heim trägt, wird 3’430 Franken mehr an den Fiskus abliefern müssen.

Mehr Unwägbarkeiten bei Firmensteuern

Ein ganz anderes Thema ist die Unternehmensbesteuerung, bei der Tännler eine geringfügige Anhebung der Gewinnsteuern von 14 auf 14,77 Prozent ins Auge fasst (zentralplus berichtete). Dort wird sich aber in einigen Jahren auch das Nachfolgeprojekt zur Unternehmenssteuerreform III bemerkbar machen. Die vom Schweizer Volk an der Urne versenkte Reform soll nun auf eidgenössischer Ebene durch etwas ersetzt werden, was Steuervorlage 17 heisst.

Sie wird wieder die Abschaffung der Steuerprivilegien ins Auge fassen, welche für den Kanton Zug bedeutsam sind, weil es hier viel begünstigte Firmen gibt. Als Resultat gibt’s dann wohl in einigen Jahren im Kanton Zug einen etwas höheren Steuersatz für privilegierte Gesellschaften – aber eben auch eine spürbare Entlastung für normale Schweizer KMU.

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