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So lebt es sich in Zug mit 148’500 Einwohnern
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Der Richtplan muss geändert werden. Und da soll die Bevölkerung mitreden können. (Bild: lha)

Podium zum Richtplan: Hoffen auf neue Technologien So lebt es sich in Zug mit 148’500 Einwohnern

3 min Lesezeit 01.02.2017, 22:31 Uhr

An einem Podium über den neuen Zuger Richtplan zur Raumplanung träumten die Teilnehmer vom paradiesischen Zug der Zukunft mit autofreien Zonen und herabsteigenden Technologie-Engeln. Wenn nur das Publikum nicht wäre.

Wie sieht Zug wohl im Jahr 2040 aus? Für alle, die keine Kristallkugel zur Hand haben, gibt es eine Alternative: den Richtplan für den Kanton Zug. Der Richtplan beschreibt, wie der begrenzte Platz im Kanton Zug am besten genutzt werden soll, besonders in Hinsicht auf das Bevölkerungswachstum. Im Jahr 2040 werden nämlich laut kantonalen Berechnungen 148’500 Menschen im Kanton leben, aktuell sind es 122’100.

Nun musste der Richtplan angepasst werden, da auf nationaler Ebene 2014 ein neues Raumplanungsgesetz beschlossen wurde. Und da soll die Bevölkerung mitreden dürfen. Ein Anfang war da die Podiumsdiskussion am Mittwochabend. Nur: Diskussion ist eigentlich übertrieben, denn die Leute auf der Bühne waren sich alle einig. Der Knackpunkt lag beim Publikum. Doch alles von vorne. Was will der Richtplan überhaupt?

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Vier Landschaften für Zug

Der Richtplan teilt den Kanton Zug in vier sogenannte Landschaften ein: Kulturlandschaft, Naturlandschaft, Stadtlandschaft und Zwischenlandschaft. Mit dieser Einteilung soll der «Vielfalt an Angeboten im Kanton Zug» Rechnung getragen werden, erklärte der Zuger Kantonsplaner René Hutter in seinem Vortrag.

Zusätzlich formuliert der Plan Ziele für den Kanton, damit diese Landschaften tatsächlich auch zur Vielfalt beitragen und nicht blosse Worthülsen bleiben. Da wäre beispielsweise, dass die Siedlungen sich langfristig nicht weiter ausdehnen, dass der Wohnflächenverbrauch pro Einwohner sinkt, dass sich die Fläche von Erholungsgebieten nicht ausdehnt, sondern in der Qualität steigert. Oder auch, dass im Bereich Verkehr auf neue Mobilitätsformen gesetzt wird. Ja, es geht auch hier wieder um Verdichtung. Aber was heisst neue Mobilitätsformen?

Hoffen auf die Technologie-Engel

René Hutter spricht hier von einem «Technologie-Engel», auf den man hoffen müsse. «Der Trend ist klar: Wir werden uns immer mehr bewegen und immer mehr Wege zurücklegen.» Damit das mit der verdichteten Lebensweise einhergeht, müsse man auf neue Verkehrskonzepte setzen. «Wer alles fuhr beispielsweise alleine in einem Auto hierher?», fragt er rhetorisch. Dabei gäbe es schon jetzt Angebote wie Car-Sharing, die den Verkehr massiv entlasten würden, führt René Hutter aus. «Man darf aber solche Technologie-Engel nicht behindern», Angebote wie Uber würden genau solche Prozesse fördern.

Dieser Meinung war auch CVP-Kantonsrat Heini Schmid. Er ging sogar noch konkreter vor und redete davon, den Zugerberg zur emissionsfreien Zone zu erklären. «Wir können jetzt mutig voranschreiten. So werden wir frühzeitig von den Entwicklungen profitieren», meinte Schmid. «Die Technik erleichtert uns ja das Teilen, es braucht nur einen kleinen Schubs.»

Zug soll zum Vorbild werden

Auch die stellvertretende Chefredaktorin der Fachzeitschrift «Hochparterre», Rahel Marti, ist überzeugt, dass Zug von den Entwicklungen, die der Richtplan beschreibt, profitieren kann. «Zug ist ein Labor für solche Stadtlandschaften. Der Kanton hat nun eine Chance, zum Modell zu werden und Vorbild für weitere Schweizer Stadtlandschaften zu sein.»

Doch die schönsten Visionen können an der harten Wirklichkeit zerschellen. Heini Schmid spricht das Problem an: «Wir müssen es schaffen, die Bevölkerung zu überzeugen.» Andernfalls wird der Plan an den Referenden aus dem Volk wohl scheitern.

Wenn nur die Bevölkerung nicht wäre

Und prompt gibt ihm der Saal recht: Neben Detailfragen zu konkreten Fällen meldet sich jemand mit dem Thema Unterfeld zu Wort. «Mir ist das einfach zu hoch und zu dicht.» Mitbestimmung und Landschaften klingen ja gut. So harmonisch wird das dann aber wohl doch nicht werden.

Das Interesse an Raumplanung ist bei Zugern durchaus vorhanden.

Das Interesse an Raumplanung ist bei Zugern durchaus vorhanden.

(Bild: lha)

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