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So könnte die Salle Modulable aussehen
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Kann man in diesem weissen Tentakel-Gebäude bald Operngesang hören? (Bild: zvg)

Projekte der «Yale School of Architecture» So könnte die Salle Modulable aussehen

4 min Lesezeit 1 Kommentar 15.09.2014, 12:05 Uhr

Ob es das neue Luzerner Opern- und Theaterhaus geben wird oder nicht, spielt bei den folgenden Projekten nur eine untergeordnete Rolle. Mit ihren Visionen zur Salle Modulable haben drei Architekturstudenten der «Yale School of Architecture» Anstosspunkte für das Aussehen des Saals geschaffen. Doch wie realistisch sind Tentakel, Verschmelzung mit der Bergkulisse oder höhlenartiges Innenleben?

Auf der anderen Seite des grossen Teichs steht die «Yale School of Arts». Die Uni in der Nähe von New York hat mehr mit Luzern zu tun, als man denkt. In der Septemberausgabe 2014 der Zentralschweizer Architekturzeitschrift «Karton» wurden erstmals exlusive Bilder von drei Projekten zur Salle Modulable veröffentlicht. Gerold Kunz, Mitherausgeber von Karton und Architekt, bekam die Bilder durch einen der Yale-Studenten vermittelt. Doch wie kam es zu dem Projekt unter der Leitung des renommierten Architekten Frank Gehry, der unter anderem das Guggenheim Museum in Bilbao entworfen hat?

Frank Gehry trug seinen Studenten im Frühjahrssemester 2012 auf, eine Salle Modulable zu entwerfen. Laut dem Yale-Magazin «Constructs» mussten die Studenten einen Saal mit 1’000 Sitzplätzen entwerfen, der in zwei kleinere Musikkammern unterteilt werden könnte.

Die Studenten unternahmen im Zusammenhang mit dem Projekt auch eine Studienreise nach Europa und waren unter anderem in Luzern, um sich die verschiedenen Standorte für eine mögliche Salle Modulable anzuschauen. Hier trafen sie auch auf den künstlerischen Leiter des Lucerne Festivals, Michael Haefliger.

Projekte knüpfen an das KKL an

«Ich nehme an, dass der Vorschlag für die Entwicklung der Projekte zur Salle Modulable von Gehry kam, weil er selbst auch Konzertsäle gebaut hat», so der Luzerner Architekt Gerold Kunz. Gehry verfolge sicherlich die Entwicklungen rund um solche Bauten in der ganzen Welt und sei so auf die Salle Modulable in Luzern gestossen. «So gross ist die Welt ja nicht», sagt Kunz.

Was Kunz an den drei Projekten aufgefallen sei, ist, dass sie bereits sehr ins Detail gehen: «Für Studentenarbeiten sind es sehr aufwändige Projekte mit Situationsmodellen und auch Modellen aus verschiedenen Materialien wie Papier und Holz.» Auch die Innenräume seien schon sehr ausgeprägt gestaltet. Diese seien natürlich sehr wichtig, da eine Salle Modulable ja flexibel sein soll. Hingegen sehe man die Funktionsfähigkeit der Säle noch nicht so genau.

«Interessant ist, dass die Projekte alle irgendwie im Dialog mit dem KKL stehen und sich von dem bereits bestehenden Konzerthaus inspirieren liessen. Sie knüpfen an die Idee des KKL an, obwohl dies nun doch auch schon 15 Jahre alt ist», stellte der Luzerner Architekt Kunz überrascht fest.

Ein Berg auf dem «Inseli»

Eines der Projekte ist von der Studentin Daphne Kalomiris. «Bei Kalomiris wird der Bau zu einem Teil des Berg-Panoramas. Er ist selber auch an der Idee eines Berges angelehnt», erklärt Kunz. Zudem verstelle es dem KKL selbstbewusst die Aussicht, indem es auf dem Standort «Inseli» steht.

Kalomiris Projekt steht an prominenter Lage am See. (zvg)

Kalomiris Projekt steht an prominenter Lage am See. (zvg)

(Bild: zvg)

Der Krake auf Menschenfang

Die Arbeit von Craig Chowaniec zeigt eine aussergewöhnliche Salle Modulable. «Der Bau liest sich als Skulptur, die den Standort Bootshafen besetzt und mit den Tentakeln die Besucher auf der Strasse abfängt», sagt Kunz. Durch den Standort am Bootshafen ist das Gebäude etwas weiter weg vom KKL platziert.

Chowaniec stellt sich die Salle Modulable in einer runden Form vor. (zvg)

Chowaniec stellt sich die Salle Modulable in einer runden Form vor. (zvg)

(Bild: zvg)

Das Opernhaus als Höhle

Die dritte Studentenarbeit stammt von Veer Nanavatty. «Die Zuschauerränge reichen bis fast unter die Decke des Saales und lassen den Raum wie eine Höhle wirken», sagt Kunz. Dieses Projekt wurde auch am Bootshafen geplant. Jedoch anders als der Entwurf von Chowaniec wäre der Bau gleich neben der Ufschötti vorgesehen.

Das Modell von Nanavatty aus Papier und Karton. (zvg)

Das Modell von Nanavatty aus Papier und Karton. (zvg)

(Bild: zvg)

Wie realistisch sind diese Projekte?

«Es sind keine Projekte, die den Anspruch haben, realisiert zu werden. Sie sollen eher Ideen geben», so Kunz. Die Studenten hätten ja schliesslich nicht mit dem Luzerner Stadtarchitekten und den Behörden zu tun gehabt.

Wenn man jedoch die Frage stellen würde, ob eines der Projekte bei einem Schweizer Wettbewerb eine Chance hätte, dann wäre es am ehesten das von Chowaniec, meint Kunz. «Das Projekt in sich ist ein durchgehendes Konzept und bringt das Thema auf den Punkt», so Kunz. Es würde aber wahrscheinlich an der Grösse scheitern, denn es nehme sehr viel Platz ein. «Aber es bietet durch die Oberfläche der Tentakel auch einen neuen Aussenraum, der begehbar wäre. Somit könnten sich Leute auch am Tag dort verweilen», sagt Kunz.

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1 Kommentare
  1. Jean Meunier, 17.09.2014, 13:52 Uhr

    Die „Krake“ sieht toll aus. In der Schweiz soll wieder mal ein wenig mutiger gebaut werden. Häuser mit Kurven und speziellen Formen. Nicht nur die Legosteine die heutzutage hingeklozt werden. In Spanien gibt es tolle Architektur, bald auch in Luzern?

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