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So erleben die Anwohner im Herti-Quartier das Schwingfest
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Valentin Müller und seine Töchter wohnen direkt neben der Arena des ESAF. (Bild: ewy)

Zug: Ausschlafen war schwierig So erleben die Anwohner im Herti-Quartier das Schwingfest

4 min Lesezeit 2 Kommentare 24.08.2019, 17:14 Uhr

Dass die Bösen in der Arena kämpfen und die Zuschauer feiern, geht am angrenzenden Herti-Quartier nicht unbemerkt vorüber. Viele Nachbarn zeigen sich tolerant, auch wenn nicht alles wunschgemäss verläuft. Und da ist noch das Rätsel um die versprochenen Gutscheine.

Valentin Müller lädt uns auf seinen Balkon ein. Er wohnt im Herti-Quartier, direkt gegenüber der Arena. «Ich habe es bis zum Fest hin überhaupt nicht schlimm gefunden», berichtet er. «Die Beeinträchtigungen, wenn man es so nennen will, haben erst unmittelbar vor dem Fest mit den Verkehrsumleitungen begonnen.» Es sei aber nur ein Wochenende und somit auszuhalten.

Hoselupf

Ein Grossteil der Anwohner nehme das Fest positiv auf, glaubt Müller. «Mühsam ist es wohl vor allem für Leute, die sehr früh rausmussten, und die durch die Verkehrseinschränkungen beeinträchtigt wurden.»

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Von den Konzerten am Abend höre man nicht viel. «Die Lautsprecher der Arena hat man am Samstagmorgen zwar sehr gut gehört, auch das finde ich aber nicht schlimm», so Müller.

Lara findet das Schwingfest gut

Müller hat zwei Töchter, Lara (5) und Marina (8). Für die beiden sei es ein besonderes Spektakel, einmalig und grossartig. «Ich finde es gut», sagt Lara auf die Frage, was sie vom Schwingfest halte. Die Familie war kurz zuvor noch am Fest und hat dort zu Mittag gegessen.

Am Samstagmorgen lobte der Präsident des Eidgenössischen Schwingerverbandes Rolf Gasser das ESAF-OK bereits. Das Festgelände sei so sauber, wie er es noch nie an einem «Eidgenössischen» gesehen habe. Und auch Müller zeigt sich sehr zufrieden über die Sauberkeit. Abfall im Quartier nach der ersten Nacht? Fehlanzeige. Die Absperrungen vom Festareal ins Wohnquartier erfüllen offenbar ihren Zweck. «Das hat das OK wirklich gut geplant», so Müller.

«Wer mag es schon, wenn jemand ans eigene Haus pinkelt?»

Valentin Müller, Anwohner

Die Absperrungen scheinen auch «Wildpinkler» von den Wohnhäusern fernzuhalten. «Da bin ich wirklich froh. Wer mag es schon, wenn jemand ans eigene Haus pinkelt?»

Friedlicher als Fussball

Es sei ein sehr friedliches Fest, meint Müller und wird just in diesem Moment von Jubel aus der Arena unterbrochen. «Da hat wohl wieder ein Innerschweizer gewonnen», sagt er. Die Zuschauer erlebt er anders als an Fussballspielen – gemütlicher. Das sehe man schon an der geringeren Polizeipräsenz.

Auch im Herti-Quartier zeigen manche Anwohner ihre Schwingfest-Euphorie. (Bild: ewy)

«Das ist eine einmalige Sache, die wir hier im Herti wohl zu unserer Lebzeit nicht mehr erleben werden», schliesst Müller. Gleichzeitig beginnt eine Horde in Edelweisshemden gekleideter Leute in der Nähe lautstark «W. Nuss vo Bümpliz» zu singen.

«Ausschlafen war schwierig»

Einige Häuser weiter werden wir von Barbara Camenzind auf ihre Terrasse eingeladen. Sie sagt, nicht alle Anwohner seien gleich glücklich über das Schwingfest. Vor allem beim Aufbau – der über den gesamten Juli andauerte – sei es wegen den Eisenstangen der Arena laut gewesen. «Ausschlafen in den Ferien war da schwierig», sagt Camenzind.

Und nun, da das Fest begonnen hat? «Ich bin ausgezogen», sagt sie. Über das Wochenende schlafe sie nicht zu Hause.

«Ich bin bei geschlossenem Fenster im Bett gestanden.»

Barbara Camenzind, Anwohnerin

Denn Lärmempfindliche wussten ja, dass sie sich für diese zwei Tage organisieren können. Anders als beim Sponsorenfest vor einer Woche, als es laut Barbara Camenzind nicht gerade ruhig zu und her ging. «Es war so laut, ich bin bei geschlossenem Fenster im Bett gestanden.» Dafür habe man im Quartier weniger Verständnis.

Eine Bratwurst für die Anwohner

Lärm ist das eine, Verkehr das andere. Wenn man mal die besten Wege kenne, komme man mit dem Velo relativ rassig aus dem Quartier raus. Auch mit dem Auto, so habe sie gehört, funktioniere das gut.

Trotzdem ist auch sie nicht rundum zufrieden: «Das OK hat sicher gut geplant, aber ich wünschte, das Quartier wäre mehr miteinbezogen worden», sagt sie. Das Quartier auf eine Besichtigung und eine Wurst einladen, das wäre ihr Vorschlag gewesen. «So hätte man ganz einfach sehr viele Sympathiepunkte sammeln können.»

Was ist mit den versprochenen Gutscheinen?

Über etwas Weiteres wundern sich sowohl Müller als auch Camenzind. Beide haben gehört, es gebe einen Gutschein für die Anwohner (zentralplus berichtete). Doch weder haben sie ihn bisher erhalten noch sind sie offiziell darüber informiert worden.

Freddy Trütsch, Mediensprecher des ESAF, kennt den Grund. Die Briefe müssten alle noch geschrieben und die Adressen von der Stadt angefordert werden. Dass im ursprünglich verschickten Schreiben nichts davon stand, liegt daran, dass diese Aktion ziemlich spontan war. «OK-Präsident Heinz Tännler hat sich kurz vor dem Fest als Zeichen des Respektes gegenüber der Anwohner dazu entschieden», so Trütsch.

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2 Kommentare
  1. Anwohner, 25.08.2019, 01:16 Uhr

    Rücksichtslose Dauerbeschallung durch Techno und Dancemusik von sunshine Radio auf dem Vorplatz der Arena am Sa und So bis 3Uhr morgens braucht kein Mensch! Man hätte nach Konzertende um 23 Uhr aufhören können.

    1. Pepe, 26.08.2019, 07:57 Uhr

      Wegen einem Mal so ein Theater. Vermutlich wieder ein Anwohner der weissen Blöcke?