So bereitet sich Zug auf eine zweite Corona-Welle vor
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Ferienrückkehrer sind grösstenteils für den Anstieg von Corona-Zahlen in Zug verantwortlich. (Symbolbild) (Bild: Emanuel Ammon/AURA)

Alarmstufenplan veröffentlicht So bereitet sich Zug auf eine zweite Corona-Welle vor

3 min Lesezeit 2 Kommentare 29.07.2020, 15:09 Uhr

Die Fallzahlen steigen. Der Kanton Zug startet eine Corona-Kampagne, um die Bevölkerung zu sensibilisieren. Auch der Notfallplan, der im Falle einer zweiten Welle zum Einsatz kommen soll, wurde nun auf Druck der Politik öffentlich gemacht.

Aktuelle Zahlen zeigen, dass der Kanton Zug in einem schweizweiten Vergleich einen starken Anstieg an Corona-Infektionen zu verzeichnen hat. Gemäss einer Grafik des «Tagesanzeiger» landet Zug auf Platz 8, wenn es um die Anzahl Neuinfektionen pro 100’000 Einwohner geht.

Wenn die Zahlen weiter steigen, könnte der Bundesrat wieder Massnahmen ergreifen, die zur Eindämmung des Virus beitragen. Laut dem «Tagesanzeiger» plant der Bundesrat derzeit sogar, die Obergrenze von 1000 Besuchern bei Veranstaltungen noch bis Ende März 2021 zu verlängern.

Einreisende werden unter Quarantäne gestellt

Wie die Gesundheitsdirektion des Kantons am Mittwoch mitteilt, seien klar Einreisende aus Risikogebieten für einen beträchtlichen Teil der neuen Fälle verantwortlich.

Für sie gilt seit dem 6.Juni eine Meldepflicht und eine zehntägige Quarantäne, bei der sie die eigenen vier Wände nicht verlassen dürfen.

Der Kanton lanciert nun eine Kampagne, welche die Bevölkerung sensibilisieren soll. «Die Kampagne ‹So schützt sich Zug› setzt hier an. Rückreisende aus Risikogebieten sollen verstärkt informiert und sensibilisiert werden», betont Gesundheitsdirektor Martin Pfister.

Flächendeckende Streuung

Auf Plakaten, Videowänden sowie in Zeitungs- und Onlineinseraten soll die Bevölkerung nun auf das korrekte Verhalten bei ihrer Heimkehr aufmerksam gemacht werden. «Wir werden auch Flyer in elf verschiedenen Sprachen herstellen und verteilen, um ein möglichst breites Publikum erreichen zu können», führt Pfister aus.

Deswegen soll auch der Kontakt zur kantonalen Fachstelle für Migration, verschiedenen Vereinen sowie Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern im Kanton gesucht werden.

Alarmsystem im Notfall

Doch was passiert, wenn die zweite Welle trotzdem losbricht? Das wollte Parat-Präsident Stephan Thöni wissen. Er forderte von den Behörden die Herausgabe des Notfallplanes. Diesen veröffentlichte er nun auf einer Webseite, die Dokumente sammelt, die nach dem Öffentlichkeitsgesetz von den Behörden freigegeben werden müssen.

Erarbeitet wurde das Alarmmodell vom Zuger Kantonsarzt Ruedi Hauri und seinem Stellvertreter Brian Marti. Darin wird die jeweils aktuelle Situation in eine von vier Kategorien eingeteilt: Stufe Grün, Gelb, Orange oder Rot.

Verschiedene Massnahmen möglich

Die vier Stufen seien abhängig von den wöchentlichen Fallzahlen pro 100’000 Einwohner, heisst es im Bericht. Bei weniger als 13 Fällen pro Woche gilt für den Kanton Zug die Stufe Grün. Bei bis zu 25 Fällen / 100’000 Einwohner wechselt die Stufe auf Gelb. Ab 50 Fällen gilt Orange und Rot ab 75 Fällen. Wie der Bericht klarmacht, sind die Zahlengrenzen als Orientierungshilfe zu verstehen.

Abhängig von der Stufe sind auch die Massnahmen, die der Kanton ergreifen könnte. Während bei Grün lediglich der Pandemieverlauf beobachtet und an den bestehenden Hygiene-Bestimmungen festgehalten wird, werden bei Gelb «Risikosettings» genauer beobachtet und nötigenfalls interveniert. Bei Stufe Rot plant der Kanton «flächendeckende Massnahmen». Darunter fällt beispielsweise ein erneuter Lockdown.

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2 Kommentare
  1. GUNDA, 31.07.2020, 00:24 Uhr

    Nein ernsthaft.. Was zum Teufel bringt uns denn Alarmstufe Orange…als ob man das exponentielle Wachstum mit diesen Stufen bremsen könnte… Die Abstufung sagt nichts über die Dynamik aus…Mit Verlaub aber wtf

  2. GUNDA, 31.07.2020, 00:17 Uhr

    Erste Stufe 25 dann 50, und bei 75 bereits Alarmstufe Rot… Und dies dann noch als ungefähre Richtwerte bezeichnen. Willkür? Meine Fresse das ist doch alles die gleiche Grössenordnung. Noch diletantischer geht es wohl kaum! Der Kantonsarzt soll gefälligst seinen Posten räumen, er will sich einfach profilieren. Wer im Militär war, weiss was ich meine.

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