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Sitzgewinne im Zuger Kantonsrat: Trostpflästerchen für die Linke
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«Ich hasse die Schweiz überhaupt nicht», sagt Anna Spescha. Dafür habe sie auch einen Beweis. (Bild: zvg )

Ausgleich zur Schmach bei den Regierungsratswahlen Sitzgewinne im Zuger Kantonsrat: Trostpflästerchen für die Linke

4 min Lesezeit 07.10.2018, 20:13 Uhr

Nachdem die Linke krachend aus der Zuger Regierung geflogen ist, können sich Alternative und Sozialdemokraten über Zugewinne im Kantonsrat freuen. Die Grünliberalen verpassen ihr erklärtes Ziel, im Kantonsparlament endlich Fraktionsstärke zu erreichen.

«Dieser Tag lässt einen leicht verwirrt zurück», sagt Andreas Lustenberger, Präsident der Alternativen – die Grünen des Kantons Zug am Ende des «Super Sunday» in Zug. Nachdem seine Partei den Sitz in der Regierung verloren hat, kann sie sich über ein zusätzliches Mandat für den Kantonsrat freuen und hat nun elf Abgeordnete statt zehn. Ivo Egger aus Baar zieht neu ins Parlament ein.

Zuerst kritisierte Andreas Lustenberger die Zuger Regierung. Dann drehte sich der Wind und er selbst wurde von mehreren Parteien kritisiert.

Zuerst kritisierte Andreas Lustenberger die Zuger Regierung. Dann drehte sich der Wind und er selbst wurde von mehreren Parteien kritisiert.

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(Bild: zVg)

«Die Linke ist stärker geworden», resümiert Lustenberger angesichts der beiden Mandatsgewinne der SP. «Das ist cool.» Es zeige, dass man die richtigen Themen zur Sprache bringe. Aber natürlich sei man nach wie vor eine Minderheit im Kantonsparlament.

Zwei SP-Frauen gewinnen

Dies sieht auch SP-Parteipräsidentin Barbara Gysel so, der die Enttäuschung über die Regierungsratswahl ebenso in den Knochen sitzt. Das Gute am Wahlsonntag aus der Sicht von Gysel: «Wir haben in den Gemeindeexekutiven zugelegt und nun auch zwei zusätzliche Mandate im Kantonsrat gewonnen.» Das Engagement der Kandidaten vor Ort sei belohnt worden. Die SP klettert von sieben auf neun Mandate. Isabel Liniger aus Baar und Anna Spescha aus der Stadt Zug werden für die Sozialdemokraten neu in den Kantonsrat einziehen.

«Ich dachte wirklich, dass wir die Fraktionsstärke erreichen.»

Daniel Stadlin, Präsident GLP

Enttäuschung über den Wahlsonntag herrscht bei den Grünliberalen, deren erklärtes Ziel das Erreichen der Fraktionsstärke war. «Ich dachte wirklich, dass wir es schaffen», so Parteipräsident Daniel Stadlin, der selbst ein sehr gutes Resultat für sich verbuchen konnte. Doch die GLP bleibt auf ihren vier Mandaten sitzen, kann nach wie vor niemanden in die wichtigen parlamentarischen Kommissionen schicken. Man habe zwar Stimmen hinzugewonnen, doch für einen zusätzliches Mandat hat es nicht gereicht. «Das ist schlecht», so Stadlin.

CVP bleibt stärkste Fraktion

Die Gewinne der Linken täuschen nicht darüber hinweg, dass sie nur ein Viertel der Mandate im Kantonsparlament besetzen. Grösste Partei bleibt die CVP mit 21 Sitzen, auch wenn sie ein Mandat verloren hat. «Wir sind nach wie vor die stärkste Fraktion und das war unser Wahlziel», sagt Monika Barmet-Schelbert, welche der Kantonalpartei derzeit vorsteht.

 

 

In den Gemeinden habe es Verschiebungen gegeben, einige Mandate seien verloren gegangen, andernorts solche hinzugekommen. «Das sind wohl einfach die Auswirkungen des Wahlsystems», so Barmet. Damit müsse man beim doppelten Pukelsheim rechnen.

SVP verliert in der Stadt Zug

Insgesamt ist Barmet aber «hochzufrieden» mit dem Wahlsonntag. Angesichts des triumphalen Zugewinns der CVP in der Kantonsregierung und verschiedenen Erfolgen in Kommunalregierungen findet die CVP-Vizepräsidentin: «In den Gemeinden draussen wurde hervorragend gearbeitet.»

Am 31. März diskutiert das Parlament im Zuger Kantonsratssaal (Bild) über das zweite Paket des Sparprogramms 2015–2018.

Am 31. März diskutiert das Parlament im Zuger Kantonsratssaal (Bild) über das zweite Paket des Sparprogramms 2015–2018.

(Bild: mbe.)

Zweitstärkste Fraktion im Kantonsrat mit 18 Sitzen bleibt die SVP, die ebenfalls ein Mandat abschreiben musste. Sie hat es in der Stadt Zug verloren, wo der profilierte Jürg Messmer aus dem Kantonsrat abgewählt wurde. Ihn hat das Zuteilungsverfahren im Wahlsystem den Sitz gekostet.  Bei Bekanntgabe der Wahlresultate war Kantonalpräsident Thomas Aeschi schon nicht mehr im Wahlzentrum – seine Partei ist mit Wundenlecken beschäftigt, denn sie hat bei den Kommunalwahlen deutlich verloren.

Ein Veilchen für die FDP

Mit einem blauen Auge davongekommen ist die FDP, die nicht nur ihre beiden Regierungsratssitze verteidigt, sondern auch nur einen Kantonsratssitz verliert. Sie hat noch 17 Mandate. Zahlreiche politische Schwergewichte der Freisinnigen waren nicht mehr angetreten.

«Ich verliere nicht gern.»

Andreas Hostettler, Präsident der FDP des Kantons Zug

«Angesichts dessen könnte ich eigentlich zufrieden sein», sagte Parteipräsident Andreas Hostettler. «Das bin ich aber nicht.» Wahlziel sei es gewesen, mindestens den Besitzstand an Sitzen zu verteidigen. Dass dies nicht gelungen ist, macht den frischgebackenen Regierungsrat Hostettler unglücklich. «Ich verliere nicht gern», gibt er sich kämpferisch. 

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