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Sind die Luzerner zu wenig smart für die digitalen Veloständer?
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Noch hat man die Qual der Wahl, wenn man seinem Velo einen digitalen Parkplatz gönnen will. (Bild: sib)

Noch herrscht am Bahnhof gähnende Leere Sind die Luzerner zu wenig smart für die digitalen Veloständer?

3 min Lesezeit 1 Kommentar 10.10.2019, 12:00 Uhr

Seit rund zwei Wochen ist der Bahnhof Luzern um 50 digitale Veloständer reicher. Doch noch ist das Interesse kaum da, wie unschwer zu erkennen ist. Die Verantwortlichen sind sich bewusst, dass vor allem bei der App noch Handlungsbedarf besteht.

Als «Ei des Kolumbus» beschrieben die Macher von Smartmo ihre digitalen Veloständer. Das Start-up weihte vor zweieinhalb Wochen gemeinsam mit den SBB am Bahnhof Luzern ihre Errungenschaft ein. 50 solcher Veloparkplätze sind seither auf der Seeseite im Einsatz (zentralplus berichtete).

Der Rummel war gross, die Rede davon, man wolle die Velomobilität revolutionieren, «indem wir das Parkierungsproblem entschärfen», so Smartmo-Gründer Daniel Hänggi.

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Teure Velos sollen parkiert werden

Bis 2020 will Smartmo die Parkplätze testen, die aktuell rund drei Prozent aller Veloständer beim Bahnhof Luzern ausmachen. Neben Luzern sollen weitere Smartmo-Plätze aufgestellt werden. Insgesamt 300, wie Projektleiter Lukas Schneller ausführte.

«Wir sind uns bewusst, dass das Projekt seine Zeit braucht.»

Ronald Joho-Schumacher, Medienverantwortlicher von Smartmo

Laut Ronald Joho-Schumacher, Medienverantwortlicher von Smartmo, soll das sichere Veloparkieren im öffentlichen Raum gezielt gefördert werden, so dass auch teure Velos und E-Bikes am Bahnhof parkiert werden.

Neugierige Blicke

Ein Augenschein vor Ort zeigt, dass die meisten Velofahrer noch einen Bogen um die digitalen Veloständer zu machen scheinen. Nur vereinzelt verirrt sich ein Drahtesel zwischen die grauen Blöcke. Auf den kostenfreien Plätzen daneben hingegen drängen sich die Velos in gewohnter Weise. Dafür ernten die digitalen Parkplätze immer wieder neugierige Blicke, nicht nur von Touristen. Einige Passanten machen sich an der aufgestellten Erklär-Tafel schlau und ziehen dann weiter.

«Wir haben viele Reaktionen für Verbesserungen der App erhalten.»

Ronald Joho-Schumacher

Als ein Velofahrer tatsächlich an seiner Tasche nestelt und sein Handy zückt, um das Schloss zu entriegeln, braucht er einige Anläufe, um sein Velo tatsächlich befreien zu können. Nach der Entriegelung zerrt er mehrmals am Fahrrad, als kämpfe er mit einem störrischen Pferd, bis das Velo endlich auf den Asphalt gleitet.

Noch keine Zahlen zur Auslastung

Auf die Auslastung angesprochen, gibt Joho-Schumacher umgehend zu bedenken, dass es ihnen bewusst sei, dass das Projekt seine Zeit brauche, bis es bei den Nutzern ankommt. «Wir sind in einer Versuchsphase, die vor gut zwei Wochen gestartet ist.»

Bis anhin sei die App rund 500 Mal heruntergeladen worden. «Wir haben auch viele Reaktionen für Verbesserungen der App erhalten und sind dabei, diese noch kundenfreundlicher zu gestalten», so Joho-Schumacher.

«Bislang ist noch nie ein Velo aus unseren Ständern wegkommen.»

Ronald Joho-Schumacher

Verlässliche Zahlen könne man noch nicht nennen, dafür brauche man mehr Zeit – sowohl was die Auslastung anbelangt, als auch dazu, wie lange ein Velo durchschnittlich im Veloständer bleibt und wie rege das Strom-Angebot für die E-Bikes genutzt wird. Zum letzten Punkt fügt Joho-Schumacher an, dass «aktuell am Bahnhof nur ganz wenige E-Bikes – weniger als ein Prozent der Velos – parkiert werden». Der heutige E-Bike-Anteil betrage jedoch rund 13 Prozent. Auch die SBB wollen bis zu einem ersten Fazit noch zuwarten.

Lob für Helmbox

Joho-Schumacher spricht von positiven Reaktionen ihrer Veloständer-Nutzer. «Vor allem die Sicherheit und die Ordnung werden gelobt – ein Velo ist bislang noch nie aus unseren Ständern wegkommen.» Auch die Zusatzleistungen durch den Stromanschluss und die Helmbox fänden Anklang. Zur App gebe es allerdings viele Fragen.

Es ist unschwer zu erkennen, wo die Gratis-Parkplätze beginnen.

Neben der Verbesserung der App müsse vor allem der Werbedruck erhöht werden. «Da sind uns aber Grenzen gesetzt. Wir müssen auf die Mund-zu-Mund-Propaganda setzen. Auch darauf, dass erkannt wird, wie umweltfreundlich und nachhaltig unser Konzept ist», sagt Joho-Schumacher. Denn Ziel sei, die Leute mit dem Angebot vom Auto oder Bus aufs Zweirad zu locken.

Nach der Premiere in Luzern wird als nächster Ort Uster am 17. Oktober mit Smartmo-Plätzen ausgestattet. Zürich (Hauptbahnhof und Stadelhofen) sowie Solothurn und Basel (Wolf) folgen bis spätestens Mitte November. Laut Joho-Schumacher dauert die ganze Testphase dreiviertel Jahre.

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1 Kommentare
  1. Ursula Weber, 10.10.2019, 14:06 Uhr

    Ich bin leider mit der Anmeldung nicht fertig geworden……Rahmennummer und so…..Velofarbe muss man angeben….meine Farbe ist nicht vorhanden….ist aber nur ein Detail