Simonetta Sommaruga lanciert in Zug die Klimadebatte neu
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Simonetta Sommaruga bei ihrem Besuch in Zug bei Siemens. (Bild: Screenshot)

CO2-Gesetz im Fokus Simonetta Sommaruga lanciert in Zug die Klimadebatte neu

2 min Lesezeit 1 Kommentar 08.03.2021, 13:15 Uhr

Bundesrätin Simonetta Sommaruga beginnt die Arbeitswoche in Zug: Bei ihrem Besuch bei Siemens wird der Klimawandel zum Thema. Der Siemens-Boss Matthias Rebellius stärkt ihr dabei den Rücken.

In Zug betreibt Siemens das Geschäftsfeld «Smart Infrastructure». Weltweit beschäftigen sich 72’000 Mitarbeiter damit, wie man Gebäude, Strassen, Züge und andere Infrastrukturen mit moderner Technologie effizienter nutzen kann. Unter «intelligenter Infrastruktur» werden dabei explizit auch «grüne Lösungen» zusammengefasst. Simonetta Sommaruga hat sich das technologische Portfolio vor Ort angeschaut und entsprechend gewürdigt.

Dabei ist der Besuch von Sommaruga in Zug kein Zufall. CEO Matthias Rebellius gehört zu den Unterzeichnern eines Briefes zahlreicher Unternehmer an die Bundesrätin, die wirtschaftliche Rahmenbedingungen fordern, um den Klimawandel anzupacken: Dieses Engagement hat laut Sommaruga das CO2-Gesetz vorangetrieben, das die Energieministerin im Juni dem Volk zur Abstimmung vorlegt.

Vor 125 Jahren erstes Wasserkraftwerk in der Schweiz gebaut

Doch zunächst dreht Sommaruga das Rad 125 Jahre zurück: Damals baute Siemens das erste Kraftwerk in Langenthal bei Bern. Es sei solcher «Erfindergeist erster Güte», den es auch in Zukunft brauche. So habe sich die Wasserkraft in der Schweiz entwickeln können und das Land zu einer führenden Kraft mit dem entsprechenden Know-how.

Bei einem Rundgang durch den Campus konnte sich Sommaruga nach eigenen Angaben dann davon überzeugen, dass «fortschrittliche Unternehmen auch in Zukunft eine Chance am Standort Schweiz haben». «Wir haben über saubere Müllfahrzeuge und Windkraftanlagen gesprochen, aber auch darüber, wie kinderleicht Energiesparen eigentlich ist», so Sommaruga. Als wichtige Technologie hob sie auch Wasserstoff hervor.

Gemeinsames Interesse: Saubere Technologien sollen sich lohnen

Siemens selbst will mit gutem Beispiel vorangehen, wie Rebellius anschliessend sagte. So will das Unternehmen in den kommenden Jahren die gesamte Fahrzeugflotte auf E-Mobilität umrüsten, bis 2023 soll das gar das ganzeUnternehmen klimaneutral werden. Natürlich sind diese ehrgeizigen Ziele auch dem Umstand geschuldet, dass man die Technologien dazu selbst entwickelt.

70 Millionen Franken investiert man eigens in den Campus vor Ort, wo Forschung und Entwicklung auch im Bereich der erneuerbaren Energien vorangetrieben werden soll. «Wirtschaftliches Wachstum und Energiesparen sind keine Gegensätze», hält Rebellius fest.

So entpuppt sich Siemens als perfektes Beispiel für Sommaruga, das Mega-Thema Klimawandel wieder auf die Agenda zu bringen. «Gegen den Klimawandel gibt es keine Impfung», sagte Rebellius mit Verweis auf die aktuelle Pandemie-Lage. Aber dafür ein Gesetz, das die «Dekarbonisierung» in der Schweiz vorwärtsbringen soll. Dass das CO2-Gesetz im Juni durchkommt, ist im Interesse von Sommaruga und Rebellius gleichermassen, wie am Montag klar wurde.

Matthias Rebellius, CEO von Siemens «Smart Infrastructures» mit Hauptsitz in Zug.

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1 Kommentare
  1. Stefan Ernst, 08.03.2021, 13:41 Uhr

    Die gemachten Aussagen («auch darüber, wie kinderleicht Energiesparen eigentlich ist») sind wirklich eine Beleidigung an die Intelligenz der Leser. Wir erleben hier schamlosen Lobbyismus in aller Öffentlichkeit.

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