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Sieg für Zug im Schwinger-Outfit
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Der EVZ gewinnt im Schwinger-Outfit souverän gegen den SC Bern. (Bild: Philipp Hegglin )

Nach zwei Niederlagen siegt EV Zug wieder souverän Sieg für Zug im Schwinger-Outfit

4 min Lesezeit 24.02.2019, 11:12 Uhr

Nach zwei bescheidenen Darbietungen hat der EV Zug gegen den SC Bern sein bestes Gesicht gezeigt. Im ungewohnten Schwinger-Outfit haben die Zuger den Tabellenführer mit einer abgeklärten  und disziplinierten Leistung niedergerungen – auch dank der überzeugenden Performance eines zuletzt schwächelnden Leaders, der um seinen Platz im Team kämpft.

Dank einer Doublette konnte sich Brian Flynn zum Matchwinner aufschwingen und wertvolle Punkte im teaminternen Kampf um einen der vier Ausländerplätze sammeln. Mit der schwedischen Flügelzange Carl Klingberg und Dennis Everberg wirbelte er die statistisch beste Hintermannschaft der Liga gehörig durcheinander und konnte die Wirkungskreise des Berner Topscorers Mark Arcobello weitgehend neutralisieren. In Abwesenheit des geschonten Garrett Roe konnte mit David McIntyre allerdings auch der andere ausländische Center überzeugen.

Nur zwei Treffer in 22 Spielen

Zwar konnte der Kanadier keinen Treffer verbuchen, doch zeigte er Anzeichen, dass er langsam aus seinem Formtief findet. Zum achten Mal en suite blieb er torlos – in den letzten 22 Meisterschaftspartien hat der 32-Jährige insgesamt nur zwei Treffer erzielt. Für einen ausländischen Center definitiv zu wenig – auch für einen, der sich primär an kompletten Auftritten in allen drei Zonen und defensiver Verlässlichkeit misst.

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«Ich sage immer, dass Scorerpunkte nicht alles sind. Wenn du lange nicht triffst, ist es einfach, die Einstellung ‹Ich muss treffen, treffen, treffen› zu haben. Was viele Leute nicht realisieren, ist, dass die meisten offensiven Chancen dank gutem defensiven Einsatz entstehen», so der Kanadier.

Immer wieder verletzt

Angesichts dieser Aussage, welche McIntyres Arbeitseinstellung und Spielweise präzise beschreibt, muss es umso stärker alarmieren, dass der Center zuletzt seine anderen Stärken nicht mehr ausspielen konnte. Seine Auftritte waren geprägt von Scheibenverlusten und fehlender Spritzigkeit. Als Konsequenz konnte er das Spiel nicht prägen, sondern musste seinen Gegnern nacheilen und schwächte das eigene Team mit vielen unnötigen Strafen.

McIntyres Schwierigkeiten lassen sich mit Verletzungen erklären – seit seinem starken Saisonstart wurde der Kanadier immer wieder zurückgeworfen. Kaum war er jeweils in das Line-up zurückgekehrt, wurde er von einer neuerlichen Blessur heimgesucht – entsprechend Mühe hatte McIntyre, seinen Rhythmus zu finden und seine Leistungen konstant abzurufen. «Es war eine herausfordernde Saison für mich persönlich. Ich hatte mit drei bis vier verschiedenen Verletzungen zu kämpfen.»

Für grosse Spiele gemacht

Ausgerechnet im Spitzenkampf liess McIntyre nun wieder einmal seine Klasse aufblitzen. Seine Linie mit Lino Martschini und Reto Suri drängte die Berner in ihre Zone zurück und kreierte einige vielversprechende Chancen. Der Center sorgte bis zuletzt dafür, dass die Mutzen nur zu wenigen klaren Torchancen kamen – beispielsweise, indem er wichtige Bullys, diese Saison keine Stärke des EVZ, für sich entscheiden konnte. Eine gute Partie reicht natürlich nicht, um jegliche Bedenken aus der Welt zu schaffen.

Zwei Indizien sprechen jedoch dafür, dass der 32-Jährige nun tatsächlich aus seinem Formtief findet. Einerseits seine momentane physische Verfassung, die sich im Vergleich zu früheren Zeitpunkten der Saison «wie Tag und Nacht anfühlt. Ich habe kürzlich zu Lino [Martschini] gescherzt, dass ich mich so gut gefühlt habe wie zuletzt gegen Lugano im zweiten Saisonspiel [als er vor fünf Monaten nach einem Treffer und zwei Assists im ersten Drittel verletzungsbedingt ausgeschieden war].» Anderseits mag es nicht gänzlich überraschen, dass McIntyre just im Spitzenkampf überzeugt hat. Schliesslich hat er in seinen zweieinhalb Jahren beim EVZ bewiesen, dass er seine besten Leistungen in besonders bedeutungsvollen Partien abruft. «Ich liebe diese Zeit der Saison und das Gefühl, dass es jede Nacht ums Ganze geht. Diese Ausgangslage bringt das Beste aus mir hervor. Ich freue mich richtig und kann den Beginn der Playoffs kaum erwarten.»

Können McIntyre und Martschini ihr Versprechen einlösen?

Genau einen solchen Leader, der seine Mannschaft in der wichtigsten Saisonphase mitreissen kann, können die Zuger dringend gebrauchen. Die Coaches tun folglich gut daran, McIntyre in den nächsten beiden Wochen jede Möglichkeit zu geben, damit er seine offensive Produktivität wiederfindet und mit Topscorer Martschini endlich jenes Duo infernale bildet, welches die beiden auf dem Papier zu sein versprechen. Diesen Anspruch konnten sie in den vergangenen beiden Saisons zu wenig oft einlösen – möglicherweise hilft ihnen, dass sie nun vom formstarken Suri ergänzt werden, während Dario Simion neu an der Seite Dominic Lammers und Yannick-Lennart Albrechts wirbelt.

Und wenn der Auftritt gegen den SC Bern nur ein Aufflackern von McIntyres Klasse bleibt? Dann haben die Zuger wenigstens die Gewissheit, dass mit Brian Flynn auch der nominell wohl fünfte Ausländer Spitzenspiele entscheiden kann. An McIntyre liegt es nun, den Coaches im Hinblick auf die Playoffs ein Luxusproblem bei der Selektion des Ausländerquartetts zu bescheren.

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