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«Sie wussten, dass ich nicht in jedem Spiel treffen würde»
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Klingberg während eines Spieles im September, umzingelt von ZSC-Löwen. (Bild: Martin Meienberger/freshfocus)

Carl Klingberg über den holprigen Start beim EVZ «Sie wussten, dass ich nicht in jedem Spiel treffen würde»

4 min Lesezeit 08.11.2016, 11:53 Uhr

Nach der einwöchigen Nationalmannschaftspause geht es für den EV Zug am Dienstag mit dem Heimspiel gegen Ambri weiter. Trotz des erfolgreichen Saisonstarts sind nicht alle restlos zufrieden mit ihren Leistungen. Im Kreuzfeuer der Kritik: Carl Klingberg. zentralplus konnte sich mit dem neuen Ausländer über seinen Saisonstart und die fehlende Punkteausbeute unterhalten.

In den letzten Jahren war der EVZ regelmässig mit Ausländern gesegnet, welche die Liga dominierten. Von den letzten sechs Liga-Topscorern stammten vier aus den Reihen der Zuger – neben Damien Brunner waren es mit Glen Metropolit, Linus Omark und Pierre-Marc Bouchard drei Söldner. So überrascht es nicht, dass die Zuger Fans und Medien enorme Erwartungen an ausländische Stürmer haben – und als primäres Kriterium die Scorerwertung zur Hand nehmen. Entsprechend harsch ist die Kritik an Klingberg, der in 17 Spielen erst zwei Tore und drei Assists gesammelt hat.

«Ich spiele mein Spiel, aber momentan geht die Scheibe einfach nicht rein.»

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zentralplus wollte wissen, wie der Schwede selbst seinen Saisonstart beurteilt. Mit seiner Spielweise sei er «ziemlich zufrieden. Mit Punkteausbeute bin ich jedoch nicht dort, wo ich sein will. Ich spiele mein Spiel, aber momentan geht die Scheibe einfach nicht rein». Wie erklärt sich der grossgewachsene Flügel das fehlende Abschlussglück, vor allem angesichts der Tatsache, dass seine Linie mit Jarkko Immonen und Sven Senteler in der Champions Hockey League einen vielversprechenden Start hingelegt hat? «Ich kann es nicht wirklich erklären. Wir kämpfen in jeder Partie, versuchen den Puck aufs Tor zu bringen und einige ‹Dirty Goals› zu machen. Momentan kreieren wir viele Chancen, vielleicht braucht es einfach ein paar glückliche Abpraller, um durchzustarten.»

Auch Klingberg war dieses Wochenende mit der Nationalmannschaft unterwegs:


 

Ein junger Globetrotter

Klingberg wirkt nicht ratlos, sondern erzählt dies mit der Abgeklärtheit eines langjährigen Profis, den eine Durststrecke nicht so leicht aus der Bahn werfen kann. Nun gut. Mit seinen 25 Jahren konnte der Stürmer bereits zahlreiche Erfahrungen sammeln – in den unterschiedlichsten Ligen und Ländern. Bereits als 20-Jähriger verliess er seine Heimat Göteborg, um den Durchbruch in Nordamerika zu versuchen. In der NHL gelang ihm dies weder bei den Winnipeg Jets noch bei den New York Rangers, weshalb er seine vier Jahre Übersee vorwiegend in der American Hockey League in St. John und Hartford verbrachte, bevor er letztes Jahr zurückkehrte, um eine Saison im russischen Nischni Nowgorod zu spielen.

Carl Klingberg trägt beim EV  Zug die Nummer 48.

Carl Klingberg trägt beim EV  Zug die Nummer 48.

(Bild: www.evz.ch)

Glücklich in Zug

Im letzten Sommer hat es den Globetrotter nach Zug verschlagen, wo er nun mit seiner Freundin wohnt und sich sichtlich wohl fühlt. «Ich liebe es hier. Die Stadt ist so schön, die Teamkollegen sind toll. Ich freue mich jeden Tag aufs Training.» Wie er dies mit leuchtenden Augen erzählt – wir glauben es ihm sofort. Vor allem die Tatsache, dass alle hier Englisch sprächen, hätte ihm bei der Integration sehr geholfen, erklärt er. Das sei ein grosser Vorteil im Vergleich zur letzten Station. «In Russland konnte das halbe Team kein Englisch, weshalb ich mich mit einigen Spielern vermehrt mit Händen und Füssen unterhalten musste. Dennoch war der Aufenthalt sehr interessant.»

Und auch wenn sich Klingberg in Zug vorwiegend auf Englisch unterhält. Ein wenig Deutsch spricht der Schwede dank des Fremdsprachenunterrichts während seiner Schulzeit in Göteborg. In dieser Zeit spielte er auch fast täglich mit seinen beiden jüngeren Brüdern John und Olle Eishockey, wobei das Kräftemessen mit dem grösseren und stärkeren Carl vor allem John zu einem wesentlich besseren Spieler gemacht habe. Letzterer spielt mittlerweile bei den Dallas Stars, hat sich in der NHL etabliert und zählt zu den weltweit talentiertesten Verteidigern.

Auf Instagram ist Klingberg sehr aktiv:

 

Hockey in 🇨🇭 is fun 😊

Ein von Carl Klingberg (@carlklingberg) gepostetes Foto am15. Sep 2016 um 11:41 Uhr


 

Regelmässiges Feedback vom Grossvater

Noch heute tauschten sich die beiden ein- bis zweimal wöchentlich aus – und auch der Vater, der als Nachwuchstrainer in Göteborg tätig ist, sowie der Grossvater geben den Brüdern regelmässig ein Feedback zu ihren Leistungen.

«Sie wollten einen grossen, starken Spieler, der hart arbeitet und Zweikämpfe gewinnt. Dies sind Eigenschaften, die du nicht in den Statistiken siehst.»

Angesprochen auf seine Ziele in Zug erklärt Klingberg, dass er seinen Teil dazu beitragen wolle, dass der EVZ möglichst viele Punkte hole, um sich eine gute Ausgangslage für die Playoffs zu erarbeiten. Dass viele Fans und die Medien seinen Beitrag vor allem an Toren und Assists messen würden, sei ihm durchaus bewusst. Doch wolle er sich nicht mit seinen Vorgängern vergleichen lassen. «Du musst wissen, was für Spieler du zur Verfügung hast. Die Zuger Verantwortlichen wussten, dass ich nicht in jedem Spiel treffen würde. Sie wollten einen grossen, starken Spieler, der hart arbeitet und Zweikämpfe gewinnt. Dies sind Eigenschaften, die du nicht in den Statistiken siehst», so der Schwede. Und wer weiss, vielleicht findet der 25-Jährige während seines Engagements für die Nationalmannschaft an der European Hockey Trophy zu mehr Treffsicherheit.

In der vergangenen Saison spielte Klingberg bei Nischni Nowgorod:

 

😛🏒

Ein von Carl Klingberg (@carlklingberg) gepostetes Foto am16. Dez 2015 um 8:34 Uhr


 

Sie wollen wissen, wie es weitergeht? Verfolgen Sie das heutige Spiel gegen HC Ambri-Piotta ab 19:30 Uhr im Liveticker auf zentralplus.ch

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