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Sie nennt ihn «Schwafli» und er bezichtigt sie der Lüge
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Jolanda Spiess-Hegglin war am 7. März Gast der Talksendung von Roger Schawinski bei SRF. (Bild: Screenshot SRF)

Spiess-Hegglin bei «Schawinski» – Reaktionen Sie nennt ihn «Schwafli» und er bezichtigt sie der Lüge

3 min Lesezeit 08.03.2016, 17:13 Uhr

Sie wagte sich in die Höhle des Löwen: Am Montagabend diskutierte die Zuger Politikerin Jolanda Spiess-Hegglin mit Roger Schawinski in dessen SRF-Sendung über die Vorfälle an der Landammann-Feier. Das Twitter-Gewitter liess nicht lange auf sich warten.

Es war das erste Mal, dass Jolanda Spiess-Hegglin sich bereit erklärte, ein grosses Interview im Schweizer Fernsehen über die Ereignisse nach der Landammann-Feier im Dezember 2014 zu führen. Roger Schawinksi, einst selbst Radiopirat, nahm die Zuger Piratin in seinem bekannten Stil in die Mangel.

Zum Eklat kam es zwar nicht, aber zu vielen Sticheleien. Schawinski fragte die Zugerin zum Beispiel, ob sie süchtig nach Medienaufmerksamkeit sei. Sie nannte den Moderator darauf einen «Schwafli». Auch als der Ton aus war, gestikulierten beide heftig weiter. (Link zum Interview auf SRF)

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Vor- und nachher Sticheleien

Bereits im Vorfeld hatten die beiden gestritten: Roger Schawinski erklärte öffentlich, Spiess-Hegglin habe für seine Sendung «sofort» zugesagt. Die Zugerin bezichtigte den TV-Moderator sodann über ihren Anwalt der Lüge. In seiner Talksendung kehrte Schawinski den Vorwurf nun um und legte einen E-Mail-Verkehr vor. Er bezichtigte seinerseits Spiess-Hegglin, die Unwahrheit gesagt zu haben.

«Sie bezeichnen mich öffentlich als Lügner. Wie andere auch. Nur, ich kann es beweisen», sagte Schawinski und blendete in der Sendung seine Einladung ein – sowie die Zusage von Spiess-Hegglin, die drei Tage später eintraf. Da platzte der Zugerin der Kragen: «Sie sind kein Sexist. Aber ein Schwafli.» Nach der Sendung ging es in diesem Stil weiter. Gegenüber dem «Blick.ch» sagte Spiess-Hegglin nach der Aufzeichnung der Sendung: «Ich habe noch selten einen so eitlen Schwätzer getroffen wie Schawinski.» Schawinski hat sich bisher nicht dazu geäussert.

Das Medienecho und Twitter

Auf Twitter gehen seit Montagabend die Wogen hoch (siehe unsere Beispiele unten). Unterstützende Aussagen hat Spiess retweetet. Beispielsweise den von Heinz Fritschi:

 

 Viele gehen mit Roger Schawinski kritisch ins Gericht, hier erhält er den Übernamen «Chauvinski».

Das Thema sexuelle Gewalt wird von dieser Person angesprochen.

Er findet den Stil von Schawinski im Interview mit Spiess-Hegglin eher mild. 

Grossvater interviewt Enkelin? Ein wenig weit gegriffen: Schawinski wird 71 Jahre alt, Spiess-Hegglin ist 35.

In einer «Blick»-Umfrage finden zwei Drittel, dass Schawinski kommunikativ besser abgeschnitten hat.

 Die Frage, wer nun gelogen hat, beschäftigt die Twitter-Gemeinde

Blog in Deutschland publiziert: «Vergewaltigt und allein gelassen»

Jolanda Spiess-Hegglin sieht sich nach wie vor als Opfer. Sie hat ihre Sicht der Dinge diese Tage in einem Blog auf einer deutschen Online-Plattform publiziert. Der «Volksverpetzer» titelt: «Vergewaltigt und allein gelassen: Weshalb sich eine Schweizer Politikerin nun an Deutschland wendet.»

«Schweizer Politik, Behörden und Öffentlichkeit haben beim Umgang mit dem Vorfall völlig versagt», heisst es in der redaktionellen Einführung, «das Verfahren wurde eingestellt, Spiess-Hegglin unterstellt, sie habe alles erfunden».

Spiess-Hegglins Blogs fängt so an: «In jedem Schweizer Stammtisch wurde schon über mich hergezogen, hier kennt man mich. Ich bin eine linke Kantonsrätin aus Zug. Jenem kleinen, ca. 100’000 Einwohner zählenden, aber sehr wirtschaftsstarken Kanton im Herzen des Landes.»

Spiess-Hegglin schreibt weiter: «Die Medienarbeit der Zuger Strafuntersuchungsbehörden oszillierte in meinem Fall irgendwo zwischen Tölpelhaftigkeit und Dilettantismus. (…) Der nächste kommunikative Betriebsunfall folgte mit der Medienmitteilung nach der Haaranalyse.»

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