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Sie leben für die Kunst, aber nicht von ihr
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Für den Umbau des eigenen Lokals «Gasshüsli» wurden hunderte Stunden Fronarbeit geleistet. (Bild: zvg)

Hundert Jahre Künstlervereinigung «Palette» Sie leben für die Kunst, aber nicht von ihr

3 min Lesezeit 20.01.2016, 10:00 Uhr

In der Kornschütte Luzern ist wieder die Kunst eingezogen. Die altehrwürdige Künstlervereinigung «Palette» stellt aus. Die Mitglieder der Vereinigung sind zugleich auch die Künstler. Und diese haben in der Kunst ihre Berufung gefunden, aber nicht ihren Beruf.

Die Kornschütte beherbergt einmal mehr Luzerner Kunst – querbeet sind derzeit Aquarelle, Skulpturen, Zeichnungen und Malereien ausgestellt. Zwanzig Künstler sind mit ihren Arbeiten vertreten, und sie alle verbindet etwas: Sie schaffen ihre Kunst neben dem Schaffen.

Die «Vereinigung Palette» feiert damit ihr hundertjähriges Jubiläum. Dem Publikum werden neue Werke präsentiert, die bisher nicht öffentlich ausgestellt wurden. Die zwanzig Kunstschaffenden und Mitglieder des Vereins zeigen rund hundert Arbeiten.

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«Das Ziel der Ausstellung ist es, der Öffentlichkeit die Vielfalt der künstlerischen Aktivitäten der Künstlervereinigung zu zeigen», erklärt Daniel Röösli, der ebenfalls einige seiner Werke ausstellt. «Aber wir wollen auch andere kunstinteressierte Menschen aus der Region dazu ermutigen, künstlerisch aktiv zu werden oder ihnen vielleicht auch die Künstlervereinigung etwas näherbringen.»

Zur Ausstellung

Die Ausstellung findet noch bis am 24. Januar 2016 in der Kornschütte Luzern statt. Montags bis freitags ist die Ausstellung von 10 bis 18 Uhr offen, samstags und sonntags von 10 bis 16 Uhr.

Die Künstlerinnen und Künstler sind am Samstag- und Sonntagnachmittag vor Ort.

Viel Wissen, aktives Austauschen

Kunst ist für die Mitglieder der Kunstvereinigung Palette mehr als nur ein Ausgleich neben dem Beruf. Viele verbringen einen Grossteil ihrer Freizeit in ihren Ateliers. Von der Kunst leben kann im Verein aber kaum jemand. Für viele ist das jedoch auch kein Thema mehr. «Viele unserer Mitglieder sind schon pensioniert», erklärt Röösli, der mit 46 Jahren zu den Jüngsten zählt. Für ihn ist das aber auch eine grosse Chance. Gerade als Autodidakt habe er hier eine fruchtbare Umgebung gefunden. «Wir haben ältere Mitglieder dabei, die Jahrzehnte an Erfahrung und Wissen mitbringen, da kann man so einiges lernen.»

Gerade dieser Austausch ist die Hauptaufgabe des Vereins. Einmal die Woche treffen sich die Mitglieder in ihrem Lokal, dem «Gasshüsli» im Tribschenquartier. Hier geht es nur um Kunst. Sie sprechen über Ausstellungen, Künstler, Stile und Techniken, diskutieren Dokumentationen und Künstlerbiografien und planen gemeinsame Ausflüge oder Ferien. Es gibt Kurse und Diskussionsrunden über die eigene Kunst. Der Austausch untereinander und der mit bekannten Künstlern steht im Vordergrund.

Ein aktives Vereinsleben wurde auch in den 70er-Jahren gepflegt. (Bild: zvg)

Ein aktives Vereinsleben wurde auch in den 70er-Jahren gepflegt. (Bild: zvg)

Ein historisches, aber arbeitsintensives Vereinshaus

Die Mitglieder sind zum Grossteil bereits seit Jahren oder gar Jahrzehnten im Verein aktiv. Sie waren auch dabei, als das «Gasshüsli» für den Verein umgebaut wurde. Das Haus soll durch den Gutsherrn des Gasshofes Josef Cölestin am Rhyn um 1730 erbaut worden sein.

Im Jahr 1983 konnte schliesslich die Künstlervereinigung Palette das Gasshüsli mieten und machte es zum Vereinshaus. Es war damals in einem desolaten und baufälligen Zustand, und zahlreiche Tiere hatten bereits Einzug gehalten. Doch dank Fronarbeit der Mitglieder über zwei Jahre hinweg wurde das Gasshüsli auf eigene Kosten renoviert. Auch heute muss es jährlich instandgehalten werden.

«Der Holzwurm macht uns derzeit das Leben schwer», lacht Röösli. Trotzdem ist das Haus immer belebt. Zwei der Mitglieder haben im Vereinslokal gleich ihre Ateliers eingerichtet.

Das heutige Vereinshaus «Gasshüsli» um 1900. (Bild: zvg)

Das heutige Vereinshaus «Gasshüsli» um 1900. (Bild: zvg)

Die Künstlervereinigung wurde 1916 durch Joseph Lischer gegründet. Zu einer Zeit, in welcher sich in zahlreichen europäischen Städten ebenfalls Künstler zu Vereinen zusammenschlossen. Die Vereinigung Palette, zu Beginn noch unter dem Namen «Verein Luzerner Volkskunst» bekannt, kümmerte sich seit der Gründung um die Vernetzung von Zentralschweizerinnen und Zentralschweizern, die sich in ihrer Freizeit der bildenden Kunst verschrieben haben.

Einen kleinen Einblick in die Ausstellung erhalten Sie in unserer Slideshow:

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