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Sie fotografiert, dass es fast weh tut
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Ein Bild der renommierten Reportage-Fotografin Alexandra Wey, das am Genuss-Film-Festival ausgestellt wird. (Bild: Alexandra Wey)

Zuger Fotografen am Genuss-Film-Festival Sie fotografiert, dass es fast weh tut

3 min Lesezeit 30.04.2016, 05:05 Uhr

Fünf Fotografen stellen ab heute am Zuger Genuss Film Festival ihre Bilder aus. Diese sind kompromisslos direkt, herausragend ehrlich oder surreal. Mit dabei ist auch die Newcomerin der Szene. Eine, die auch den Zuger Michel Pernet, Produzent der grössten Fotowerkschau der Schweiz, beeindruckt hat.

Zusammen mit dem Genuss-Film-Festival hat der Produzent der photo 16, der Zuger Michel Pernet, ein fotographisches Showcase zum Thema «Essen, Trinken, Genuss» mit Zuger Fotografen kuratiert. Die photo 16 ist einer der grössten und wichtigsten Fotowerkschauen der Schweiz. Umso grösser ist die Ehre für die auserwählten Zuger Fotografen, die ab morgen ihre Bilder in der «Genuss Lounge» ausstellen.

Alle fünf Fotografen sind entweder in Zug geboren oder leben mittlerweile da. Es sind dies Alexandra Wey, Claudia Fagagnini, Elaine Yager, Heike Witzgall und Philippe Hubler.

Wir wollten vom Kurator Michel Pernet, selbst Stadtzuger, wissen, ob es so etwas wie eine Zuger Fotografie-Szene gibt, wie er die fünf Künstler und deren künstlerischen Stil einordnet. Und sind sie überhaupt gut?

zentralplus: Was war ausschlaggebend, dass Sie genau diese fünf Fotografen für die Ausstellung ausgewählt haben?

Pernet: Wir wollten die Fotografie in ihrer Breite zeigen. Klar, die inhaltliche Aufgabe bestand darin, Essen, Trinken und Genuss fotografisch zu zeigen. Aber es ist schon spannend zu sehen, wie unterschiedlich eine Reportage-Fotografin wie Alexandra Wey, eine Fotokünstlerin wie Elaine Yager oder ein Werbefotograf wie Philippe Hubler mit dieser inhaltlichen Vorgabe umgegangen sind.

zentralplus: Sie sind Produzent der photo 16, und haben sicherlich eine Menge guter Fotografien gesehen. Wie ordnen Sie in dem Zusammenhang die Bilder der Zuger Fotografen ein, die am Genuss-Film-Festival ausstellen?

Michel Pernet: Die Fotografen-Auswahl für das diesjährige Genussfilm-Festival ist ebenso zufällig wie repräsentativ. Mit Alexandra Wey zeigen wir eine der renommiertesten Reportage-Fotografinnen der Schweiz, die oft an Brennpunkten fotografiert. Zuletzt war sie in Ägypten. Sie sieht die Fotografie als Mittel Konflikte zu zeigen und die Welt damit vielleicht zu befrieden.

«Sie geht mit der Kamera sehr nahe hin und fotografiert sehr direkt, dass es fast weh tut.»
Michel Pernet, Produzent der photo 16

Elaine Yager ist meiner Meinung nach eine äussert talentierte Newcomerin, eine crossmediale Künstlerin, die auf der Klaviatur verschiedener Medien spielt, nicht nur fotografiert, sondern auch zeichnet und filmt, und in ihrer Fotografie einen erfrischend jungen, anderen Stil pflegt. Sie geht mit der Kamera sehr nahe hin, fotografiert sehr direkt, dass es fast weh tut. Sie war eine der Entdeckungen an der photo 16.

 

Links ein Bild von Alexandra Wey, rechts ein Bild von Elaine Yager

Links ein Bild von Alexandra Wey, rechts ein Bild von Elaine Yager

(Bild: Fotocollage zentralplus)

zentralplus: Durch was zeichnen sich die fünf Ausstellenden aus?

Pernet: Alexandra Wey durch ihre ästhetisch herausragende Ehrlichkeit, Elaine Yager durch ihre kompromisslose Direktheit, Philippe Hubler durch seine professionelle Präzision, Heike Witzgall durch ihr Gefühl für den Moment und Claudia Fagagnini durch ihren Surrealismus.

zentralplus: Das Genuss-Film-Festival zeigt immer wieder Zuger Fotografen. Gibt es so etwas wie eine Zuger Szene in der Fotografie?

Michel Pernet: Wahrscheinlich wäre es übertrieben, von einer Zuger Szene zu sprechen, da viele der in Zug ansässigen oder wohnhaften Fotografen sich beruflich im Kultur- und Wirtschaftsraum Zürich bewegen. Aber es gibt im Kanton Zug tatsächlich sehr spannende Fotografen mit nationaler Ausstrahlung.

Ich denke hier spontan an Pit Bühler, der gerade eine Aufsehen erregende Reportage über Tschernobyl gemacht hat, 30 Jahre nach der Reaktorkatastrophe. Oder Tina Sturzenegger, die gerade Navyboot-Eigentümer Philipp Gaydoul für einen BILANZ-Titel fotografiert hat. Dank Plattformen wie dem Genuss-Film-Festival kann aber durchaus eine Szene entstehen.

Die Ausstellungen der fünf Zuger Fotografen in der Genuss-Lounge sind kostenlos zu folgenden Öffnungszeiten zugänglich: 1. Mai bis 7. Mai 2016, täglich von 14 Uhr bis 17 Uhr.

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