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Sex und Enthaltsamkeit: «Sister Act»-Musical spricht vor allem Frauen an
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Das Musical «Sister Act» startet diesen Samstag im Le Théâtre in Emmen.   (Bild: Le Théâtre – Emmen)

Schweizer Premiere mit Zuger Sängerin in Emmen Sex und Enthaltsamkeit: «Sister Act»-Musical spricht vor allem Frauen an

5 min Lesezeit 12.12.2018, 16:37 Uhr

Was bereits Millionen begeisterte, wird nun in Luzern aufgeführt: Das Musical «Sister Act» feiert dieses Wochenende im Le Théâtre in Emmen seine Premiere. Zwischen den Nonnen im Kloster spielt auch die durch eine deutsche Castingshow bekannt gewordene Zuger Schlagersängerin Channelle Wyrsch mit.

Aus einem Nein wurde im Winter letzten Jahres ein Ja: Andréas Härry, Co-Präsident des Le Théâtre in Emmen, setzt einen lang gehegten Traum um. Das Musical «Sister Act» wird auf seiner Bühne in Luzern vorgeführt.

In London, New York, Wien, Berlin, Paris und nun also auch in Luzern – diesen Samstag feiert die Neuinszenierung in deutscher Sprache ihre Premiere und soll damit auch Luzerner Zuschauer begeistern (siehe Box).

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Musical basiert auf dem gleichnamigen Film

Das Musical «Sister Act» basiert auf dem gleichnamigen Film von und mit Whoopi Goldberg, der 1992 zum Kassenschlager avancierte. Einige Jahre später, 2006, wurde der Film erstmals als Musical aufgeführt, co-produziert von der Filmhauptdarstellerin Goldberg.

Die Musik des Musicals kommt dabei nicht aus dem Film. Wo im Film mit Cover-Stücken gearbeitet wird, wurde die Musik für das Musical vom Oscar-ausgezeichneten Alan Menken komponiert. Der Stil sei zwar der gleiche, die Stücke jedoch raffinierter und packender, meint Andréas Härry, ein grosser Fan der Musik und des Stückes.

Irène Straub (Mutter Oberin) und ihr schwieriger Gast Deloris (Sidonie Smith).

Irène Straub (Mutter Oberin) und ihr schwieriger Gast Deloris (Sidonie Smith).

(Bild: Le Théâtre – Emmen)

Stück lebt von Sex und Enthaltsamkeit

Auf den Postern und in den Werbungen für die Produktion in Emmen wird mit Laszivität und Sex gespielt. Eine leicht bekleidete Frau posiert mit keckem Blick in die Kamera, hinter ihr eine Nonne, ihr Blick gegen Himmel gerichtet.

«Das Stück hat an sich schon einen starken Sexappeal. Aber es lebt von dieser Spannung zwischen Enthaltsamkeit der Nonne und der Hauptdarstellerin aus dem Nachtlokal», so Härry. Zu lasziv soll es dann aber nicht werden, meint er, schliesslich solle die Aufführung auch für Kinder geeignet sein.

«70 Prozent der Ticketbestellungen kommen von Frauen.»

Andréas Härry, Co-Leiter Le Théâtre und Co-Produzent «Sister Act»

Dass die Sex-aufgeladenen Plakate besonders ein männliches Publikum ansprechen, verneint Härry: «70 Prozent der Ticketbestellungen kommen von Frauen. Ruft ein Mann an, kommt oft am Schluss: ‹Meine Frau hat Geburtstag.›»

Dies bestätigt auch Irène Straub, die sowohl als Mutter Oberin auf der Bühne steht als auch für die Auswahl der Künstler zuständig ist: «Es sind oftmals Frauen, die sich bei Musicals angesprochen fühlen und in ganzen Gruppen an die Aufführung kommen», meint Straub lachend. Für sie ist besonders die Kombination von Musik, Schauspiel und Tanz reizvoll an den Musical-Produktionen. «Ausserdem ist das Genre dank des Unterhaltungsfaktors für breite Bevölkerungsschichten zugänglich, also sehr populär», so Straub.

Rund 20 Künstler aus 700 Bewerbungen ausgewählt

Zusammen mit dem Regisseur, dem Choreografen und der Produktionsleitung hat sie aus insgesamt 700 Bewerbungen diejenigen ausgesucht, die ab kommendem Samstag auf der Bühne stehen werden. «Dank dem Rollenprofil konnten bereits viele aussortiert werden. Dieses gibt zum Beispiel vor, dass die Hauptrolle dunkelhäutig sein muss oder eine gewisse Postur erwartet wird», so Straub.

Infos zur Aufführung des Luzerner Musicals «Sister Act»

Die Premiere von «Sister Act» findet diesen Samstag, 15. Dezember, um 19.30 Uhr im Le Théâtre in Emmen statt. Bis am Sonntag, 27. Januar, werden insgesamt 29 Aufführungen zu sehen sein. Tickets sind online im Vorverkauf unter www.le-theatre.ch oder unter der Telefonnummer 041 348 05 05 erhältlich.

Mit der jetzigen Auswahl sei sie sehr zufrieden. Für die Hautprolle der Deloris van Cartier konnte zum Beispiel Sidonie Smith aus Amerika engagiert werden. Sie steht bereits seit zehn Jahren auf internationalen Bühnen und ist eine gefragte Musicaldarstellerin. 

Da der Schwerpunkt dieser Produktion nicht auf Tanz, sondern auf dem Gesang liegt, konnten zusätzlich viele Schweizer Künstler engagiert werden. «Gesanglich sind viele Schweizer gut ausgebildet, beim Tanz gibt es viel weniger Auswahl an Leuten, die höchstes Niveau anbieten», so Straub.

Von der DSDS-Bühne ins Kloster

Bereits ein Bühnenprofi ist die Zugerin Chanelle Wyrsch. Sie hat letztes Jahr mit Schlagermusik bei «Deutschland sucht den Superstar» (DSDS) überzeugt. Nach diesen Fernseh-Auftritten hat sie die Schlagerkarriere fürs Erste an den Nagel gehängt und ist mit einer «Grease»-Musicalproduktion auf Tour gegangen.

«Wenn man mit 15 Anderen auf der Bühne steht, muss man seine Position genau kennen und einhalten.»

Chanelle Wyrsch, Künstlerin im Musical «Sister Act»

Als Showgirl, Nonne und Obdachlose steht sie nun bei der «Sister Act»-Produktion in Emmen bereits das zweite Mal für ein Musical auf der Bühne. Ob das Genre ihr neues Zuhause ist, weiss sie jedoch noch nicht: «Ich suche es sicher nicht explizit, aber ich lasse es auf mich zu kommen. Bei dieser Produktion geniesse ich es vor allem, dass ich bei meiner Familie in Zug sein kann», so Wyrsch.

Für sie ist das Musical zwar kein Neuland, aber dennoch anders als ihre «Homebase» der Schlager: «Bei den Schlagerauftritten alleine oder zu zweit ist es nicht allzu wichtig, welche Position man auf der Bühne hat. Wenn man aber mit 15 Anderen auf der Bühne steht, muss man seine Position ganz genau kennen und einhalten», sagt Wyrsch.

Chanelle Wyrsch (rechts) steht mit «Sister Act» bereits auf der zweiten Musical-Bühne

Chanelle Wyrsch (rechts) steht mit «Sister Act» bereits auf der zweiten Musical-Bühne

(Bild: Le Théâtre – Emmen)

Für Wyrsch und die restlichen Involvierten hiess es die letzten sechs Wochen intensiv proben. «Das ist recht knapp bemessen, da muss es recht zackig gehen und alles aufgenommen und noch irgendwie reingedrückt werden», sagt sie.

Le Théâtre verzeichnet Erfolge

Trotz einiger Startschwierigkeiten verzeichnet das Le Théâtre mit seinem Konzept mittlerweile grosse Erfolge. Erst letztes Jahr zügelte das Event- und Kulturzentrum von Kriens nach Emmen (zentraplus berichtete).

«Die Restaurantzahlen zeigen rasant nach oben und von Mitte 2018 bis Mitte 2019 ist der Saal 200-mal belegt. Eine Zahl, die wir erst nach fünf Jahren zu erreichen glaubten», so Härry. Mit der ab diesem Wochenende laufenden «Sister Act»-Produktion ist eine weitere erfolgreiche Runde gestartet: «Der Vorverkauf läuft super, es ist nach ‹Flashdance› vor fünf Jahren die am besten verkaufte Produktion in unserer bisherigen Geschichte.

Auf der Website von Le Théâtre werden mehrere Einblicke in Produktion und Bühne gegeben. Hier ein kleiner Ausschnitt daraus:

 

 zentralplus ist Medienpartner von Le Théâtre in Emmen.

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