Sex, Lügen und Video
  • Gesellschaft
Szene aus «Sex, lies and videotape» mit Andie MacDowell und James Spader. (Bild: Screenshot Outlaw Productions)

Von Geschäftsmann 350'000 Franken erpresst Sex, Lügen und Video

2 min Lesezeit 16.04.2014, 05:50 Uhr

Über 358’000 Franken bezahlte ein Surseer Geschäftsmann einer rumänischen Prostituierten, die ihr Verhältnis bekannt zu machten drohte. Nun soll sie wegen fortgesetzter Erpressung sowie verbotener Videoaufnahmen für dreieinhalb Jahre ins Gefängnis.

Die filmreife Geschichte nimmt ihren Anfang im Frühling 2010. Der Kaderangestellte einer Schweizer Bank lernt die 31-jährige Liana* in der Milano Bar kennen. Seit Herbst 2009 ist die Rumänin hier ohne Bewilligung tätig, nachdem sie zuvor einige Monate in Lugano als Prostituierte arbeitete. Aus dem Kennenlernen entwickelt sich eine Beziehung, im Juni 2010 bittet sie ihn erstmals um Geld für die Heimreise. Gegen einen Fingerring als Pfand händigt er ihr ein Darlehen über 5’000 Franken aus.

Die Liaison hält auch bis nach Lianas Rückkehr in die Schweiz. Im Hotel Falken in der Luzerner Altstadt erstellt sie die verhängnisvollen Aufnahmen. Ein mit einer Kamera präparierter Wecker filmt die intimen Handlungen vom Nachttisch aus.

Angst vor Veröffentlichung

Lianas Drohung, die Videosequenzen zu veröffentlichen und sie seiner Familie, dem Arbeitgeber und den Nachbarn zu zeigen, wirkt beim stadtbekannten Geschäftsmann. Im November 2010 leistet er eine erste Zahlung von 155’000 Franken, im August 2011 überweist er weitere 135’000 Euro. Die Zahlungen erfolgen auf Konten ihrer Mutter in Rumänien. Selbst den gepfändeten Fingerring händigt er Liana aus. Und erinnert mit der verhängnisvollen Affäre nicht nur im Namen an Steven Soderberghs Thriller «Sex, Lügen und Video» aus dem Jahr 1989:

Dann aber überspannt Liana den Bogen. Als sie im November 2012 weitere 106’000 Euro fordert, erstattet er bei der Luzerner Polizei Anzeige. Insgesamt überwies er ihr bis zu diesem Zeitpunkt 358’593 Franken. Geld, das er wohl abschreiben muss. Bis heute hat ihm Liana einzig eine Wiedergutmachungszahlung von 100 Franken geleistet.

Seit neun Monaten in U-Haft

Die Beschuldigte ist geständig und sitzt seit Juni 2013 in Kriens in Untersuchungshaft. Der Staatsanwalt fordert wegen fortgesetzter Erpressung, Verletzung des Geheimbereichs durch Aufnahmegeräte sowie Widerhandlungen gegen das Ausländergesetz eine unbedingte Freiheitsstrafe von 3 Jahren und 6 Monaten.

*Name geändert

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