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FCL setzt in Trainerfrage auf interne Lösung Seoane muss die Ellbogen einsetzen

3 min Lesezeit 09.01.2018, 18:11 Uhr

Mit Gerardo Seoane übernimmt beim FC Luzern ein Mann aus den eigenen Reihen die Geschicke der ersten Mannschaft. Diese Beförderung ist mit Risiken behaftet.

Jetzt ist also klar: In der Rückrunde steht Gerardo Seoane an der Seitenlinie des FC Luzern (zentralplus berichtete). Ist dieser Personalentscheid richtig?

«Gerry» Seoane hat keine Erfahrung als Cheftrainer. Seit sieben Jahren war er im Nachwuchs des FCL tätig. Er scheint nun bereit für diesen Schritt und macht aus seinen Ambitionen auch keinen Hehl. Für ihn persönlich ist das Engagement jedoch nicht ohne Risiko. Scheitert er, könnte seine Trainerkarriere ganz schnell wieder zu Ende sein. 

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Seoane muss Neuzugänge fordern

Dass ihm der FCL diese Chance gibt, hat bestimmt auch mit der finanziellen Ausgangslage des Klubs zu tun. Seoane ist mit Sicherheit einiges günstiger als Markus Babbel. Doch noch etwas spricht für den Neuen: Seoane kennt den FC Luzern – und der FCL kennt ihn. Die Zusammenarbeit zwischen Marcel Kälin, Remo Meyer und Markus Babbel war zuletzt im sportlichen Bereich nicht mehr einfach. Mit Seoane haben die Verantwortlichen jemanden portiert, den sie kennen und unter Kontrolle haben. Er muss ihnen dankbar sein, sich erstmals in der Super League beweisen zu können. Keine Position der Stärke.

Dennoch sollte Seoane rasch seine eigene Meinung einbringen – gerade bezüglich Transfers. Die Liga-Konkurrenten rüsten auf, dem FCL würde je eine Verstärkung in Offensive und Defensive gut zu Gesicht stehen. Seoane muss klare Forderungen stellen und sich gegen die Verantwortlichen behaupten. Finanziellen Grenzen zum Trotz: Was möglich ist, muss realisiert werden. Der FCL betreibt Leistungssport: Harmonie zwischen den Entscheidungsträgern ist zwar schön und gut, darf den sportlichen Ambitionen aber nicht im Weg stehen.

Am Ende entscheidet die Tabelle

Die Gefahr, sich von persönlichen Befindlichkeiten leiten zu lassen, lauert für Seoane auch in der Zusammenarbeit mit dem Team. Mit Spielern wie David Zibung und Claudio Lustenberger hat er noch zusammengespielt. Zahlreiche junge Spieler hat er im Juniorenbereich betreut. Fast alle kennen ihn – das birgt Gefahren. Seoane muss von der ersten Sekunde an professionell agieren. Er tut gut daran, sich rasch Respekt zu verschaffen. Dass er ankündigt hat, das Kader verkleinern zu wollen, ist sicher ein Schritt in die richtige Richtung. Die Spieler sind gewarnt.

Nach einem turbulenten Start ins neue Jahr kann man sich beim FCL nun endlich voll und ganz auf die Vorbereitung für die Rückrunde konzentrieren. Ob sich Seoane als Coach bewährt, wird der Rückrundenauftakt zeigen. Gelingt der Start in den ersten beiden Spielen gegen Lausanne und GC und rückt ein Abstieg rasch in weite Ferne, kann Seoane die Mannschaft stabilisieren und nach seinen Ideen weiterentwickeln. Gehen die ersten Spiele schief, so wird der Frühling für den FC Luzern zur absoluten Belastungsprobe. Der Abstieg des FC Zürich hat gezeigt, dass es in der ausgeglichenen Super League fast jedes Team erwischen kann.

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