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Seoane gibt Langzeitverletztem eine Startgarantie
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Nicolas Schindelholz ist gegen Thun nach 10-monatiger Verletzungspause auf den Platz zurückgekehrt. (Bild: Martin Meienberger/freshfocus)

Nicolas Schindelholz spielt sich in die Stammelf Seoane gibt Langzeitverletztem eine Startgarantie

5 min Lesezeit 12.04.2018, 19:06 Uhr

Nicolas Schindelholz kam am vergangenen Samstag gegen den FC Thun zu seinem Debüt im FCL-Dress. Nun wartet am Sonntag mit dem FC Sion eine weitere schwere Aufgabe. Und plötzlich ist Schindelholz in der Innenverteidigung ein sehr gefragter Mann.

Vor dem Spiel gegen Sion diesen Sonntag hat der FC Luzern grosse Abwehrsorgen. Glücklicherweise kann man auf einen zurückgreifen, den man bis anhin nicht auf der Liste hatte: Nicolas Schindelholz.

Fast schon kitschig masste Schindelholz’ Debüt gegen seinen ehemaligen Verein am vergangenen Samstag in Thun an. Nach zehnmonatiger Verletzungspause wird er in der 45. Minute für Lazar Cirkovic eingewechselt. Damit endet für den Innenverteidiger eine lange Leidenszeit. Schindelholz: «Ich war vor allem mental enorm gefordert.» Kraft schöpfte er in dieser Zeit von seiner Frau und den beiden Kindern.

Nicolas Schindelholz – der grosse Profiteur

Des einen Pech, des anderen Glück: Hätte sich Cirkovic im Spiel nicht verletzt, hätte Schindelholz wohl weiterhin auf seinen ersten Einsatz im Fanionteam warten müssen. Trotz 1:2-Niederlage honorierte Gerardo Seoane nach dem Spiel Schindelholz’ Einsatz: «Nicolas hat einen sehr guten Job gemacht.» Angesichts der langen Verletzungspause dürfte die Leistung des Baslers auf den ersten Blick überraschen.

Den FCL-Trainer verblüfft die Leistung allerdings weniger: «Nicolas trainiert seit Wochen ohne Rückfälle. Ich weiss, dass ich mich zu 100 Prozent auf ihn verlassen kann – vor allem in dieser Phase», sagt Seoane vor dem Heimspiel gegen Sion (am Sonntag ab 16 Uhr im Liveticker).

Seoane spricht die lange Verletztenliste der FCL-Verteidiger an. In diese reiht sich neben Christian Schwegler, Lucas Alaves und Marvin Schulz neu auch Lazar Cirkovic ein (siehe Box).

«Nicolas ist körperlich fit. Ich sehe keinen Grund, wieso ich ihm nicht das Vertrauen gegen Sion schenken soll.»

Gerardo Seoane, Trainer des FC Luzern

Die beiden Alternativen wären Yannick Schmid und Remo Arnold. Allerdings steht auch hinter diesen beiden Namen ein Fragezeichen. Schmid steht noch im Trainingsaufbau, Arnold sammelt nach seinem Kreuzbandriss Spielpraxis in der U21. Das bedeutet für Schindelholz, dass er nach dem soliden Auftritt in Thun gegen den FC Sion am kommenden Sonntag quasi gesetzt ist. «In der momentanen Situation ist Nicolas’ Erfahrung in der Innenverteidigung neben dem jungen Stefan Knezevic noch wertvoller», sagt Seoane.

Schindelholz hat in Thun in acht Saisons insgesamt 94 Partien als Innenverteidiger bestritten und dabei vier Assists erzielt. «Nicolas ist körperlich fit. Ich sehe keinen Grund, wieso ich ihm nicht das Vertrauen schenken soll», sagt Seoane zu dessen Fitnesszustand.

Lazar Cirkovic muss operiert werden

Die Sprunggelenkverletzung kommt für Lazar Cirkovic zu einem denkbar schlechten Zeitpunkt. Gerade erst in die Startelf gekämpft, fällt der Serbe bis Ende Saison aus und wird sich nicht aktiv für einen weiterlaufenden Vertrag empfehlen können. Er muss sich einer Operation unterziehen.

Die Verletztenliste scheint für den FCL nicht zu enden. Fraglich für das Spiel gegen Sion bleiben auch die Stammspieler Valeriane Gvilia, Hekuran Kryeziu und Pascal Schürpf. Schindelholz ist ein Spieler im Team von Gerardo Seoane, der vermutlich besser als jeder andere weiss, wie wichtig es ist, in dieser Zeit eine positive Contenance zu wahren. «Ich bin ein Teamplayer und als solcher versuche ich die verletzten Spieler zu unterstützen, damit sie schnellstmöglich wieder gesund werden.»

Das habe er auch dann getan, als er selber nicht aktiv auf dem Platz eingreifen konnte. Und Gleiches galt für seine Mitspieler, als er mit Verletzungen zu kämpfen hatte.

Schindelholz weiss, wovon er spricht

Im April 2017 erleidet Schindelholz im Super-League-Spiel gegen St. Gallen während eines Zweikampfs mit seinem ehemaligen Verein Thun einen Teilriss am Kreuzband. Bis zu diesem Zeitpunkt hat der gebürtige Basler acht Saisons für den FC Thun bestritten. Der auslaufende Vertrag wird in Thun letztlich aber nicht mehr verlängert. Stattdessen wechselt er im Sommer nach Luzern. Trotz Verletzung.

Nicolas Schindelholz gibt sein Debüt in der ersten Mannschaft des FC Luzern.

Nicolas Schindelholz gibt sein Debüt in der ersten Mannschaft des FC Luzern.

(Bild: Martin Meienberger/freshfocus)

In Luzern angekommen muss Schindelholz eine intensive Aufbauphase mit dem Physio-Team und dem Konditionstrainer absolvieren. Auf den Teilriss im Kreuzband in Thun folgt nach einem Einsatz im U21-Nachwuchsteam des FC Luzern im September 2017 eine Muskelverletzung. Wieder wird Schindelholz zurückgeworfen. Die Leidenszeit beginnt von vorne. Und damit nicht genug. Hinzu reiht sich, dass sich Schindelholz der Verletzung wegen nicht in den Vordergrund für einen weiterlaufenden Vertrag im Juni 2018 drängen kann – das wäre umso wichtiger, weil er einen leistungsbezogenen Einjahresvertrag besitzt.

«Ich konnte in den 45 Minuten gegen Thun viel Selbstvertrauen für das Spiel gegen Sion tanken.»

Nicolas Schindelholz, Innenverteidiger des FC Luzern

Der Kampf um einen neuen Vertrag

Um sich letztlich für einen weiterlaufenden Vertrag empfehlen zu können, muss Schindelholz in den nächsten Spielen zum Einsatz kommen und gute Leistungen erbringen. Das ist angesichts der Blessuren seiner Mitspieler einfacher als vor Rückrundenbeginn. Druck verspürt Schindelholz deshalb aber keinen. Für ihn steht nach den Langzeitverletzungen ein anderer Aspekt im Vordergrund: «Für mich ist es wichtiger, wieder gesund zu sein und spielen zu können. Gleichzeitig konzentriere ich mich auf die Aufgaben in den restlichen Spielen, die mir bleiben.»

Auch bezüglich Vertragsverlängerung haben in den letzten Wochen Gespräche mit den Verantwortlichen im Verein stattgefunden. Etwas Spruchreifes hat bis dato aber nicht herausgeschaut.

«Marco Schneuwly ist ein unangenehmer Spieler mit dem Rücken zum Tor und kann die Bälle gefährlich auflegen.»

Nicolas Schindelholz, Innenverteidiger des FC Luzern

Und wie schätzt er den Gegner vom kommenden Sonntag ein? «Ich erwarte ein zweikampfbetontes Spiel gegen Sion. Der Einsatz gegen Thun kam für mich genau rechtzeitig. Ich konnte in den 45 Minuten Spielzeit Selbstvertrauen tanken.» Dieses Selbstvertrauen ist am Sonntag nötig, um die Zweikämpfe gegen die schnellen und technisch beschlagenen Flügelspieler Carlitos und Pajtim Kasami zu stoppen. Oder den Sion-Stürmer Ilombe Mboyo daran zu hindern, ein Tor zu erzielen.

Gefährlich könnte es auch werden, wenn der ehemalige FCL-Stürmer Marco Schneuwly zum Einsatz kommt. «Marco ist ein unangenehmer Spieler mit dem Rücken zum Tor und kann die Bälle gefährlich auflegen. Und: Er hat als Stürmer die Abstauberfähigkeit intus», weiss Schindelholz. 

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