Sehen Sie die Kapellbrücke?
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Auf dem Geotaggers' World Atlas wird ersichtlich, wo an den verschiedensten Orten der Welt am meisten fotografiert wird. (Bild: The Geotaggers' World Atlas )

Weltkarte zeigt beliebteste Fotoplätze Sehen Sie die Kapellbrücke?

3 min Lesezeit 08.05.2015, 10:16 Uhr

Das Projekt eines US-Amerikaners bildet die meistfotografierten Plätze und Wege der Welt ab – und damit natürlich auch Luzern. Die Hotspots des Tourismus werden damit auf eine ganz neue Art sichtbar.

Jeder Ort hat seine Berühmtheiten, die besonders häufig fotografiert werden: der Buckingham Palace in London, die Freiheitsstatue in New York, das Kolosseum in Rom und in Luzern – die Kapellbrücke selbstverständlich. Touristen nehmen oft die bekannten Sehenswürdigkeiten und hübschen Motive auf den immergleichen Wegen durch die fremde Stadt auf.

Foto-Verortung und Algorithmen

Vor fünf Jahren startete Eric Fisher mit seinem Projekt, welches sich genau mit diesen Wegen beschäftigt. Er hat aus den Geotags, also den geografischen Verortungen, in Flickr-Bildern eine interaktive Weltkarte angefertigt. Die Ortsdaten von Bildern aus einem ganzen Jahrzehnt hat er mit einem Algorithmus auslesen lassen und sie anschliessend kartografiert, indem er sie mit Linien verbunden hat. Entstanden ist daraus der Geotaggers’ World Atlas.

Kapellbrücke

Im Herbst 2015 sollen Kapellbrücke und Wasserturm neu beleuchtet werden. Die Interessengemeinschaft Inszenierung Kapellbrücke/Wasserturm hat vor Kurzem den holländischen Wettbewerbsgewinner für das 1,4-Millionen-Franken-Projekt präsentiert.

Mit 27 Projektoren, die an der Bahnhofstrasse, dem Rathausquai und der Seebrücke platziert werden, kann jeder einzelne Teil der Brücke beleuchtet werden. Die Brücke wird jedoch nur beleuchtet, wenn Fussgänger über die Brücke spazieren. Mit Hilfe von Sensoren werden die Projektoren gesteuert, sodass der Ort beleuchtet wird, an welchem sich Fussgänger befinden. Je nachdem, wie viele Fussgänger sich auf der Brücke bewegen, wird sie aussen stärker oder schwächer beleuchtet. Wenn sich niemand auf der Brücke befindet, so ist neu eine Grundbeleuchtung vorhanden.

Für besondere Anlässe wie den Advent oder grosse Festivals soll die Beleuchtung speziell angepasst werden können.

Zu Beginn des Projekts habe er nur einzelne statische Karten von Orten bedient. Doch es gibt immer etwas ausserhalb des Rahmens, das damit verloren ginge. Deshalb dehnte sich das Projekt immer mehr aus. Heute ist Fisher in der Lage, jeden Ort in der Welt mit seinem System aufzuzeigen.

Überraschend und bestätigend

Daten aus zehn Jahren hat er insgesamt dafür ausgewertet. Das langjährige Projekt sollte die interessantesten Plätze und Routen auf der Welt entdecken. Das Projekt sei auch voller Überraschungen für ihn selbst gewesen. Er habe Strassen, Nachbarschaften, und ganze Städte entdeckt, die er vorher nicht gekannt habe, so Fisher in seinem Blog.

Die Karte verrät also einerseits, wo rund um die Welt die meisten Bilder aufgenommen wurden. Andererseits enthält sie aber auch Informationen darüber, welche Route die Fotografen genommen haben und wie schnell sie sich auf diesen bewegt haben. Die separaten Wege von Tausenden Menschen werden schliesslich kombiniert, um dem Resultat das Aussehen einer Skizze zu geben.

Die Farbe der Linien zeigt dabei die Geschwindigkeit der Fotografen auf. Die roten Wege wurden zum Beispiel von Menschen mit einer Geschwindigkeit zwischen 11 und 30 Kilometern pro Stunde zurückgelegt. Oft sind die roten Linien demnach Routen, auf welchen Touristen mit Bussen oder Schiffen unterwegs sind.

In Luzern sind die roten Linien vor allem im Seebecken gut sichtbar. Viele Flickr-Nutzer scheinen sich jedoch mit den Fotos rund um die Kapellbrücke und vielleicht noch einem Abstecher auf die Museggmauer oder zum Gletschergarten zu begnügen.

Auf dem Geotaggers' World Atlas wird ersichtlich, wo an den verschiedensten Orten der Welt am meisten fotografiert wird.

Auf dem Geotaggers› World Atlas wird ersichtlich, wo an den verschiedensten Orten der Welt am meisten fotografiert wird.

(Bild: The Geotaggers› World Atlas )

Eine Sammlung von Fotos mit Geotags sei ein guter Indikator für das Interesse an einem Platz, erkärt Fisher auf seinem Blog. Dies weil es bedeute, dass die Fotografen den zusätzlichen Aufwand lohnenswert finden, das Bild zu veröffentlichen und online für andere zugänglich zu machen. Und eine Abfolge von mehreren Fotos auf einem Weg sei noch wichtiger, weil es zeige, dass jemand nachhaltig sein Interesse an der Örtlichkeit über Entfernung und Zeit hinweg behält. Es handelt sich nicht nur um einen Schnappschuss.

Das Dreieck: Zürich, Bern, Luzern auf dem Geotaggers' World Atlas.

Das Dreieck: Zürich, Bern, Luzern auf dem Geotaggers› World Atlas.

(Bild: The Geotaggers› World Atlas )

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