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Seelsorgerat gegen Streichung des Fachs Ethik und Religionskunde

2 min Lesezeit 31.10.2014, 15:20 Uhr

Der katholische Seelsorgerat des Kantons Luzern legt in einem Leserbrief dar, weshalb er die Streichung des Fachs Ethik und Religionskunde für höchst bedenklich hält.

Leserbrief – Dass die Luzerner Regierung aus finanzpolitischen Gründen das Fach „Religionskunde und Ethik“ an den Luzerner Gymnasien zu streichen beabsichtigt, ist für den Katholischen Seelsorgerat des Kantons Luzern völlig unverständlich und höchst bedenklich.

Gerade in einer Zeit zunehmender Pluralisierung, Globalisierung, Fremdenfeindlichkeit, Orientierungslosigkeit, Gewaltbereitschaft, Intoleranz und fundamentalistischer Strömungen braucht es das Fach «Religionskunde und Ethik» mehr denn je entsprechend den Bildungszielen unserer Schulen und unseres Staates.

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Der Rahmenlehrplan für die Maturitätsschulen der EDK hält in den Begründungen zu den Bildungszielen im Fach Religion fest: «An Maturitätsschulen werden Schülerinnen und Schüler unter- richtet, die verschiedenste religiöse und weltanschauliche Positionen einnehmen. Es gehört deshalb zum Auftrag dieser Schulen, ihre Schülerschaft mit unterschiedlichen Welt- und Lebensinterpretati- onen zu konfrontieren und die verschiedenen Weltsichten miteinander in einen Dialog zu bringen. Dazu ist die vertiefte Kenntnis der religiösen, areligiösen und antireligiösen Kräfte und Grundideen, die Vergangenheit und Gegenwart geprägt haben und prägen, eine Notwendigkeit. […] Angesichts dauernder Wandlung tradierter Überzeugungen und Werte, sinngebender Symbole und entspre- chender Verhaltensmuster, begleitet und fördert der Unterricht in Religion den jungen Menschen bei der Identitätssuche.»

Das Luzerner Gesetz über die Gymnasialbildung hält unter den allgemeinen Bildungszielen fest: «Ziel der Bildung ist die dauernde, gezielte und systematische Förderung des Wissens, des Kön- nens, der ethisch und religiös begründeten Werthaltungen, der Gemeinschaftsfähigkeit, der Lernfä- higkeit und der Lernbereitschaft des Einzelnen im Hinblick auf eine sinnvolle Bewältigung und Gestaltung des Lebens.»

Wir erklären uns solidarisch mit der Stellungnahme der Kantonalen Fachschaft für Religionskunde & Ethik vom 24. Okt. 2014 sowie mit der Erklärung der Synode der römisch-katholischen Landes- kirche des Kantons Luzern vom 29. Okt. 2014 und bitten den Regierungs- und Kantonsrat um Beibehaltung des Fachs «Religionskunde und Ethik» an den Gymnasien, zumal der Spareffekt bei einer Streichung mit 0,5 % bei einem 100-Millionen-Budget im Gymnasialbereich in keinem Verhältnis steht zu dem, was damit an positivem Nutzen für Schülerinnen und Schüler und damit auch für die Gesellschaft von morgen verloren geht.

Der Präsident des Seelsorgerats des Kantons Luzern, Karl Mattmüller

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