Seefest: Trotz Mehrkosten kein Eintritt
  • Politik
Die Stadt Zug will ans Seefest mit dem Feuerwerk künftig mehr zahlen. (Bild: Raphael Good)

Zuger Stadtrat will höheren Beitrag zahlen Seefest: Trotz Mehrkosten kein Eintritt

3 min Lesezeit 02.12.2014, 04:58 Uhr

Der Stadtrat will den jährlichen Beitrag ans Zuger Seefest um 35’000 Franken erhöhen. Zwar muss die Stadt Zug sparen, dennoch sei die Beitragserhöhung unvermeidlich, begründet der Stadtrat. Doch wieso wird auch künftig kein Eintritt verlangt?

Die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Zug organisiert seit den frühen 1970er-Jahren das Zuger Seefest. Der Anlass ist aus dem Kalender vieler Zuger nicht mehr wegzudenken. Auch der Stadtrat weiss um die Bedeutung des Seefestes – und unterstützt die Organisatorin mit einem jährlichen Beitrag. Seit dem Jahr 2003 beträgt der Zustupf der Stadt 75’000 Franken pro Jahr: 50’000 Franken als Barbeitrag an das Feuerwerk, der Rest wird mit Leistungen des Werkhofes verrechnet. Nun beantragt der Stadtrat dem Grossen Gemeinderat, den Gesamtbeitrag auf 110’000 Franken zu erhöhen.

Neue Leistungen und Tarifanpassungen

Der Beitrag ans Feuerwerk soll auch künftig gleich bleiben. Für die Leistungen, die der Werkhof im Rahmen des Seefestes erbringt, will der Stadtrat jedoch 35’000 Franken mehr zur Verfügung stellen – und das, obwohl die Stadt Zug unter Spardruck steht. Gemäss der Vorlage, die der Stadtrat dem Grossen Gemeinderat unterbreitet, liegen die Gründe für die Beitragserhöhung in «neuen Werkhofleistungen und Tarifanpassungen».

Daniel Stadlin, Sekretär des zuständigen Departementes für Soziales, Umwelt und Sicherheit, erklärt: «Der Beitrag der Stadt ans Seefest wurde vor vielen Jahren festgelegt. In der Zwischenzeit gibt es in der Organisation zusätzliche Auflagen, die teilweise vom Werkhof erledigt werden müssen. Deshalb wurden die Tarife der Stadt angepasst.» Zum Beispiel muss der Werkhof seit einigen Jahren die Rössliwiese abdecken.

«Angemessene finanzielle Unterstützung»

Martin Kümmerli, Präsident des organisierenden Vereins Freiwillige Feuerwehr der Stadt Zug (FFZ), bestätigt: Die geplante Erhöhung des Seefestbeitrages sei lediglich eine Anpassung an die aktuelle Kostensituation. Der Beitrag werde quasi der Teuerung angeglichen. Allerdings ist er der Meinung, dass die Leistungen, die der Werkhof erbringt, seit Jahren etwa gleich geblieben sind. «Diese Leistungen sind einfach teurer geworden», so Kümmerli.

Der Stadtrat ist überzeugt, «mit dieser Lösung sicherzustellen, dass die Kosten für die Werkhofleistungen wieder vollumfänglich durch die Stadt getragen werden können». Denn das grosse Engagement der Freiwilligen Feuerwehr verdiene eine angemessene finanzielle Unterstützung, schreibt der Stadtrat in der Vorlage zuhanden des Grossen Gemeinderates. Der neue Beitrag soll auf vier Jahre befristet und danach erneut überprüft werden. Ob die öffentliche Hand ab 2015 dann tatsächlich mehr ans Zuger Seefest beisteuert, entscheidet der Grosse Gemeinderat voraussichtlich im Januar.

Bevölkerung soll keinen Eintritt zahlen

Sowohl Stadlin als auch Kümmerli sehen allerdings kaum Alternativen. Denn am Seefest Eintritt zu verlangen, wie es früher einmal der Fall war, ist heute kein Thema mehr. Es sei zwar nicht Auftrag der Stadt, das Seefest mitzufinanzieren, sagt Stadlin. Aber die Stadt Zug unterstütze das Fest im Interesse der Bevölkerung, weil es in Zug einer der grössten Anlässe mit einer langen Tradition sei. Es sei damals ein Wunsch der Politik gewesen, zugunsten der Bevölkerung auf Eintritt zu verzichten, sagt er.

Stadlin lobt die FFZ auch für ihre Bemühungen, auf die organisatorischen Kosten zu achten. Kümmerli nennt ein Beispiel: Mit dem Entscheid, auf ein Verschiebedatum zu verzichten, seien die Kosten für die Stadt gesenkt worden, da der Werkhof nicht mehr mit zwei Wochenenden planen müsse. Allerdings bringt der Verzicht auf ein Ausweichdatum für die FFZ auch ein finanzielles Risiko mit sich: Um den Verlust nach einem verregneten Fest zu kompensieren, brauche es mindestens zwei Folgeveranstaltungen mit gutem Wetter, heisst es in der Stadtratsvorlage.

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