SCK-Trainer Berner: «Wir arbeiten daran, gerade die engen Spiele zu gewinnen»
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Bruno Berner muss mit dem SC Kriens im Frühjahr 2021 den Kampf gegen den Abstieg überstehen. (Bild: Martin Meienberger/freshfocus)

Mission Ligaerhalt beginnt mit happigen Duellen SCK-Trainer Berner: «Wir arbeiten daran, gerade die engen Spiele zu gewinnen»

5 min Lesezeit 21.01.2021, 15:30 Uhr

Der SC Kriens startet am Freitag in Neuenburg in die Rückrunde einer bislang harzig verlaufenen Saison. Nach zehn Spielen in Folge ohne Sieg will Cheftrainer Bruno Berner die Kehrtwende schaffen. Der 43-Jährige über den Abstiegskampf, die Rolle von Burim Kukeli und den Abgang seines besten Torjägers.

In der Challenge League gibt es eine Zweiklassengesellschaft. Der SC Kriens, der nach 15 Spielen nur zwei Punkte vor dem Tabellenletzten Chiasso liegt, gehört den «Hinterbänklern» an.

Zu diesen zählen auch Super-League-Absteiger Neuchâtel Xamax und der FC Wil. Sie werden die Krienser in den ersten beiden Meisterschaftsspielen im neuen Jahr herausfordern.

zentralplus: Bruno Berner, können Sie zufrieden sein mit der Vorrunde des SC Kriens?

Bruno Berner: Aus sportlicher Sicht bin ich eigentlich nie zufrieden. Zufriedenheit im Fussball ist für mich Stillstand. Die aktuelle Situation des SC Kriens lässt sowieso keine Zufriedenheit zu.

zentralplus: Was braucht die Mannschaft, um sich aus dem Abstiegskampf zu befreien?

Berner: Wir hatten eine grössere Erneuerung im Sommer, viele verdiente und erfahrene Spieler haben uns verlassen. Gleichzeitig konnten wir wegen der Corona-Situation praktisch nur junge Spieler verpflichten. Dass diese nun ihre Zeit brauchen, ist uns klar. Dieses Vertrauen bekommen sie beim SCK auch. Wir arbeiten aber täglich daran, eine Überzeugung zu entwickeln, um gerade die engen Spiele zu gewinnen. Das hat in der Vorrunde manchmal gefehlt.

«Chiasso, Wil und wir hingegen haben den Ligaerhalt als Ziel.»

Kriens-Trainer Bruno Berner

zentralplus: Wo sehen Sie den SC Kriens Ende Saison?

Berner: Ich sehe uns, wo wir aktuell stehen, zwischen dem siebten und neunten Platz. Die sechs Vereine vor uns haben im Sommer einiges investiert und wollen alle aufsteigen. Chiasso, Wil und wir hingegen haben den Ligaerhalt als Ziel. Das widerspiegelt sich nun auch in der Tabelle.

zentralplus: Ist die Challenge League stärker als in den letzten Jahren?

Berner: Es ist möglicherweise die beste Challenge League seit Jahren. Es gibt keinen Verein, der die Liga dominiert wie einst Servette Genf, Lausanne Sport oder der FC Zürich. Die Liga ist härter umkämpft als je zuvor, als SCK haben wir aber 36 Spiele, um unseren Platz in der Liga zu verdienen.

zentralplus: Auch Xamax Neuchâtel, der Gegner vom Freitag, wollte ursprünglich oben mitspielen.

Berner: Xamax hatte wie wir eine kleine Baisse erlebt. Die Neuenburger gingen aber mit einem Sieg in die Winterpause und hatten einen Trainerwechsel. Wir erwarten darum ein anderes Xamax als zu Saisonbeginn.

zentralplus: Aufgrund der positiven Coronatests beim FC Luzern musste auch das letzte geplante Testspiel abgesagt werden. Ist das ein Nachteil für den SC Kriens?

Berner: Wir hatten eigentlich Testspiele gegen Promotion-League-Gegner geplant, diese Spiele konnten aber aufgrund der Corona-Bestimmungen nicht durchgeführt werden. Der FC Sion fragte uns daraufhin kurzfristig an, sagte aber überraschenderweise einen Tag vor der Partie wieder ab. Die Situation mit dem FCL war dann natürlich unglücklich. Da es aber sowieso eine kurze Winterpause war, sehen wir uns nicht im Nachteil.

«Die jungen Spieler müssen aber auch ohne Burim Kukeli auf dem Platz bestehen können.»

zentralplus: Ihre Mannschaft will auch in der Rückrunde aus einem stabilen Mittelfeld heraus nach vorne spielen. Wie wichtig ist Burim Kukeli in Ihren Plänen?

Berner: Burim ist ein wichtiger Spieler für uns, kann uns aber nicht alleine tragen. Für unsere jungen Spieler ist er natürlich auf und neben dem Platz ein Vorbild, diese müssen aber auch ohne ihn auf dem Platz bestehen können.

zentralplus: War es Kukelis Wunsch, seine Rolle als Assistenzcoach zu reduzieren?

Berner: Wir stehen nach wie vor zu unserem Entscheid mit Burim in der Rolle als Assistenzcoach. Aufgrund der aktuellen sportlichen Lage haben wir aber mit ihm das Gespräch gesucht. Es war schliesslich ein gemeinsamer Entscheid, dass er sich in dieser Rückrunde voll und ganz auf seine Rolle auf dem Platz fokussiert. Für Burim zählt nur der Erfolg des Vereins und er ist zusammen mit unserem Captain Elia Alessandrini natürlich auch weiterhin mein verlängerter Arm auf dem Platz.

zentralplus: Mit Asumah Abubakar hat der SCK seinen besten Torschützen an Lugano verloren. Sie forderten aber bereits vor seinem Abgang Verstärkungen im Angriff.  

Berner: Ich fordere von meiner Clubführung nicht öffentlich Transfers, schon gar nicht in der aktuellen Situation mit Corona. Ich bat damals lediglich um Hilfe.

zentralplus: Trotzdem besteht Bedarf im Sturm des SCK.

Berner: Wir müssen primär froh sein, dass wir gesund bleiben, Fussball spielen dürfen und Ende Monat unser Gehalt bekommen. Wir alle wussten, dass wir Abu irgendeinmal gehen lassen müssen. Ihn zu ersetzen wird eine Aufgabe, die wir auf mehrere Schultern verteilen wollen. Mit Mark Marleku haben wir jetzt einen jungen, ehrgeizigen Stürmer vom FCL ausgeliehen. Er soll Amel Rustemoski ersetzten, dessen Vertrag im Winter nicht verlängert wurde.

«Diese Transfers sehen wir als eine grosse Auszeichnung für den SC Kriens.»

zentralplus: Abubakar schaffte den Sprung in die Super League. Sind Sie auch stolz, wie sich einzelne Spieler unter ihnen entwickelten?

Berner: Stolz ist der falsche Ausdruck. Es ist Teil meines Jobs und ich trage meinen Teil als Trainer dazu bei. Abu hat sich aber diesen Transfer verdient. Er hatte vor seiner Zeit in Kriens zwei Jahre lang kein Tor erzielt und jetzt wechselt er zum momentan Drittplatzierten in die Super League.

zentralplus: Jan Elvedi wechselte im Sommer sogar in die 2. Bundesliga und ist seither Stammspieler bei Jahn Regensburg.

Berner: Als ich zu meiner aktiven Zeit von GC in die 2. Bundesliga wechselte, war GC in der Schweiz das Mass der Dinge. Jetzt schafft es Jan vom «kleinen» SCK. Diese Transfers sehen wir als eine grosse Auszeichnung für den SC Kriens.

zentralplus: Ihr Vertrag läuft noch bis Ende Saison. Stehen Sie auch nächste Saison für den SCK an der Seitenlinie?

Berner: Das kann und will ich heute noch nicht sagen. Wir müssen nun alle in dieser Rückrunde beweisen, dass wir einen neuen Vertrag verdienen. Meine Gedanken sind zurzeit voll und ganz beim nächsten Spiel am Freitag gegen Xamax.

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