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Schwimmen in Luzern zu teuer? Kritik an Hallenbadpreisen
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Vor ein paar Monaten filmte ein Mann im Luzerner Hallenbad Allmend eine Frau beim Umziehen. (Bild: zvg)

Stadtparlament verlängert Vertrag – mit Vorbehalt Schwimmen in Luzern zu teuer? Kritik an Hallenbadpreisen

3 min Lesezeit 14.12.2017, 14:56 Uhr

Zwölf Franken kostet ein Einzeleintritt ins Hallenbad auf der Allmend. Zu viel, finden die Grünen. Sie fordern, dass Schwimmer künftig weniger als zehn Franken berappen müssen. Doch das Stadtparlament winkte am Donnerstag ab.

Die Stadt Luzern verlängert die Zusammenarbeit mit der Hallenbad Luzern AG um weitere fünf Jahre. Das Stadtparlament hat am Donnerstagnachmittag einem neuen Leistungsauftrag zugestimmt, der den jährlichen Betriebsbeitrag auf 1,1 Millionen Franken festsetzt.

Die Hallenbad Luzern AG führt die drei städtischen Badeanlagen seit 2013. Die Zusammenarbeit und die Aufgabenteilung haben sich laut dem Stadtrat bewährt. Vor allem das neue Hallenbad auf der Allmend erweise sich als Publikumserfolg. So konnte der Beitrag der Stadt bereits ab 2015 um 250’000 Franken auf 1,25 Millionen Franken reduziert werden. Die Eintritte ins Hallenbad lagen 2016 bei fast einer Viertelmillion. 

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Grüne fordern Preis von zehn Franken

Ein Punkt gab allerdings zu reden: die Eintrittspreise. Mit zwölf Franken pro Einzeleintritt liegen sie höher als in anderen Städten. Für die Grünen ist das zu hoch. «Schwimmen soll allen möglich sein», sagte Christov Rolla (Grüne). Seine Fraktion forderte darum eine Protokollbemerkung, wonach der Einzeleintritt künftig auf unter zehn Franken gesenkt wird. Die Grünen verwiesen unter anderem auf die Stadt Zürich, wo ein Eintritt acht Franken koste. Auch für die Grünliberalen liegt der aktuelle Preis am oberen Limit, kritisierte Judith Wyrsch. 

SVP-Fraktionschef Marcel Lingg wies allerdings darauf hin, dass eine solche Protokollbemerkung wirkungslos sei. Wenn die Hallenbad Luzern AG den Einzeleintritt reduziere, müssten auch die Saisonkarten und Sportcards-Eintritte günstiger werden. Das koste die Hallenbad AG seiner Schätzung nach rund 250’000 Franken pro Jahr. «Dann müsste man konsequenterweise eine neue Leistungsvereinbarung ausarbeiten.» Sprich, die Stadt müsste ihren Beitrag anpassen.

«Ein Besuch in diesem schönen Hallenbad mit dieser Aufenthaltsqualität sollte zwölf Franken wert sein.»

Marcel Lingg, SVP-Fraktionschef

Die SVP taxierte aber den Unterschied zwischen zehn und zwölf Franken sowieso als unerheblich. «Ein Besuch in diesem schönen Hallenbad mit dieser Aufenthaltsqualität sollte zwölf Franken wert sein», sagte Lingg. Wer sich das nicht leisten könne, für den gebe es andere Unterstützungsmöglichkeiten.

Auch SP-Grossstadtrat Daniel Furrer war der Meinung, dass es über einen anderen Weg möglich sein müsse, allen den Hallenbadeintritt zu ermöglichen. Allerdings war seine Fraktion gespalten. 

FDP-Grossstadträtin Sandra Felder-Estermann sagte, dass auch ein Eintritt von zehn Franken viel Geld sei für Menschen, die jeden Franken umdrehen müssen. Deshalb plädierte sie ebenfalls dafür, das über andere Instrumente zu ermöglichen – beispielsweise die Legi-Karte, ein Angebot an Rabatten für Menschen mit schmalem Budget.

Stadtrat hält Preise für angemessen

Für den Stadtrat sind die aktuellen Preise hingegen «angemessen», wie Stadtpräsident Beat Züsli (SP) sagte. «Man kann im Hallenbad nicht nur schwimmen, sondern auch sprudeln und springen.» Vor allem wäre eine Preis-Vorschrift gemäss dem Stadtrat aber ein Eingriff in das operative Geschäft der Hallenbad Luzern AG. Zudem wies auch Züsli ebenfalls auf die Folgen hin, die allenfalls eine Überarbeitung des Leistungsauftrages zur Folge hätte.

Die Mehrheit sah das offenbar ähnlich und lehnte das Anliegen ab. Eine zweite Protokollbemerkung, wonach die Hallenbad Luzern AG die Herkunftsgemeinde ihrer Gäste ausweisen soll, wurde hingegen überwiesen.

Zimmeregg-Badi wird saniert

Während die Hallenbad Luzern AG für den Betrieb zuständig ist, zeichnet die Stadt für den baulichen Unterhalt verantwortlich. Und da steht bald ein grösseres Projekt an. Das vor über 50 Jahren eröffnete Waldschwimmbad Zimmeregg soll nach über 30 Jahren saniert werden (zentralplus berichtete). Ziel ist es, die beliebte Badi für Familien zu erhalten und zu optimieren. Mit einem attraktiveren Kinderspielplatz soll die Anlage auch vor und nach der Hauptsaison besser genutzt werden. Die Stadt erhofft sich auch mehr Anlässe durch eine Optimierung durch den Gastronomie-Teil.

Die Kosten werden auf rund zwölf Millionen Franken geschätzt. Das Stadtparlament soll im Frühling 2018 über den Projektierungskredit entscheiden. Die Hallenbad AG beschäftigt aktuell 76 Angestellte, die für die drei Badeanlagen sowie die Sporthalle Würzenbach und das Eiszentrum arbeiten. 

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