Schwieriges FCL-Puzzle für Trainer Fabio Celestini
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Muss subito für Ordnung und Stabilität in der zentralen Defensive der Luzerner sorgen: Trainer Fabio Celestini. (Bild: Martin Meienberger/freshfocus)

Wer ersetzt Lucas Alves in der zentralen Abwehr? Schwieriges FCL-Puzzle für Trainer Fabio Celestini

4 min Lesezeit 09.02.2021, 11:30 Uhr

Mit einem Sieg und einer Niederlage ist der FC Luzern letzte Woche gegen Servette Genf in eine wegweisende Rückrunde gestartet. In beiden Spielen setzte Fabio Celestini bei zentralen Rollen auf unerprobte Kräfte – beide Male ging sein Experiment schief.

Für die FCL-Profis gilt mehr denn je der berühmte, aber in die Jahre gekommene Fussballer-Spruch: «Nach dem Spiel ist vor dem Spiel.» Schon am Mittwoch um 20.30 Uhr empfangen sie den FC Lugano auf der Allmend.

Mit welcher Aufstellung Luganos Bollwerk geknackt werden soll, werden wir wohl erst am Mittwoch erfahren. Der Cheftrainer lässt sich bekanntlich nicht in die Karten blicken. Besonders die Innenverteidigung und das zentrale Mittelfeld des FCL dürften Fabio Celestini aber Kopfzerbrechen bereiten:

1. Innenverteidigung: Stabilität ist gefragt

Die Frage stellt sich, wer die nächsten Spiele neben Dauerbrenner Stefan Knezevic verteidigt. Der 24-Jährige bildet normalerweise mit Lucas Alves ein brachiales Innenverteidiger-Duo, sein Partner fehlt aber wohl noch mindestens zehn Tage wegen einer Rissquetsch-Wunde. Im dichten Spielplan rechnet man deshalb mindestens drei weitere Spiele ohne den Brasilianer.

Aus den beiden Spielen gegen Servette, in denen die Genfer drei von vier Halbzeiten die bessere Mannschaft stellten, lassen sich folgende Erkenntnisse ziehen:

Marco Bürki genügt nicht: Wegen der Verletzung von Alves rutschte Marco Bürki in Genf in die Luzerner Startelf. Der 27-jährige Berner zeigte deutlich, dass bei ihm die fehlende Spielpraxis Spuren hinterlassen hat. Beim 1:2 verlor er Servette-Stürmer Grejohn Kyei aus den Augen und auch sein Passspiel, eigentlich eine Stärke von Bürki, blieb unpräzise und fahrig.

«Marco Bürki kann besser spielen und das weiss er auch.»

FCL-Trainer Fabio Celestini

Er wurde folgerichtig bereits in der 66. Minute ausgewechselt. Celestini zur Leistung von Bürki: «Marco Bürki kann besser spielen und das weiss er auch.»

Burch ansprechend: Ganz anders trat der wieder genesene Marco Burch bei seinem Comeback in der Westschweiz auf. Frech und mutig war die Leistung des 20-Jährigen nach seiner Einwechslung. Sie lässt hoffen, dass der junge Innenverteidiger in Zukunft wieder eine grössere Rolle in Celestinis Team spielen kann.

Ob er bereits gegen Lugano eine Option für die Startelf ist, bleibt laut seinem Trainer noch offen: «Marco hat gut gespielt, aber kommt von einer langen Verletzung zurück. Das müssen wir berücksichtigen.»

Schulz, der Doppeltorschütze: Der vielseitige Marvin Schulz wäre ebenfalls eine Option in der Innenverteidigung. Zwei Tore hat er beim 3:0-Sieg über Servette geschossen, als er Alves nach dessen Verletzung in der Innenverteidigung ersetzte.

Es ist aber fraglich, ob der ehemalige Gladbacher momentan überhaupt entbehrbar ist, so sehr werden seine Qualitäten im Mittelfeld benötigt.

2. Zentrales Mittelfeld: Suche nach der Balance

Die FCL-Schaltzentrale wird von Celestini variabel entweder mit zwei oder auch drei Spielern besetzt. Seit der Verletzung von Tsiy Ndenge ist der Cheftrainer aber immer noch auf der Suche nach den richtigen Puzzleteilen.

Das Experiment mit Simon Grether im Mittelfeld scheiterte am letzten Donnerstag (zentralplus berichtete), er war derart überfordert, dass er in Genf nicht eingesetzt wurde.

Der 20-jährige Emini machte seine Sache schon besser. Ihm fehlt es aber weiterhin an der Konstanz und er wird am Mittwoch gegen Lugano gelbgesperrt fehlen.

Filip Ugrinic könnte eines dieser fehlenden Puzzleteile sein. Aber er leistet sich seit seinem ansprechenden Start in die Saison zu viele Konzentrationsfehler.

«Jordy Wehrmann muss schnell in unserer Mannschaft ankommen, wir brauchen ihn.»

Warten auf Alabi und Carbonell: Mittelfeldregisseur Alex Carbonell konnte sich bisher noch nicht durchsetzen, der Spanier absolvierte am Wochenende erstmals wieder eine Partie mit der U21.

Sommer-Neuzugang Samuel Alabi hatte letzte Woche einen kleineren operativen Eingriff, um seine Knieprobleme zu beheben. Wann er sein Debüt geben kann, bleibt weiterhin unklar.

Wehrmann vor Debüt: Eine neue Option hat FCL-Sportchef Remo Meyer letzte Woche verpflichtet (zentralplus berichtete). Mit Jordy Wehrmann wurde ein Spieler geholt, den Celestini als variablen und intelligenten Mittelfeldmann sieht: «Jordy ist eine Option für das Spiel am Mittwoch, er ist defensiv wie auch offensiv stark.»

Auf die Frage, ob man Wehrmann langsam an die Mannschaft heranführen möchte, antwortete Celestini: «Er muss schnell in unserer Mannschaft ankommen, wir brauchen ihn.»

Celestinis Aufgabe besteht nun also darin, die Abwehr während der Abwesenheit von Lucas zu stabilisieren und im Mittelfeld die richtige Mischung zu finden.

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