Schweden rächt sich an Bundesrat wegen Crypto-Affäre
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Die Affäre rund um die Crypto AG zieht weitere Kreise. (Bild: woz)

Treffen abgesagt Schweden rächt sich an Bundesrat wegen Crypto-Affäre

2 min Lesezeit 20.09.2020, 16:57 Uhr

Die Aussenminister der Schweiz und Schweden hätten sich im Oktober eigentlich zu einem Dinner treffen wollen. Daraus wird aber nichts. Schuld ist das vom Bundesrat verhängte Exportverbot für die Zuger Crypto International AG.

Die Crypto International AG aus Steinhausen steht vor dem Aus (zentralplus berichtete). Schuld geben die Besitzer dem Bundesrat: Er hatte im Zuge der Crypto-Affäre ein Exportverbot für Verschlüsselungsgeräte verhängt (zentralplus berichtete). Nach dem abrupten Ende der Firma will das schwedische Inhaberpaar Andreas und Emma Linde mit einem neuen Unternehmen durchstarten.

Doch die schwedische Regierung scheint nachtragend zu sein: Das Aussenministerium hat ein Treffen zwischen Bundesrat Ignazio Cassis und seiner Amtskollegin Ann Linde abgesagt. Die beiden hätten sich Mitte Oktober bei einem Dinner anlässlich des 100-Jahr-Jubiläums der diplomatishen Beziehungen zwischen der Schweiz und Schweden austauschen sollen, berichtet der «Sonntagsblick». Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) bestätigt gegenüber der Zeitung, dass das Treffen nicht stattfinden wird.

Exportverbot soll schuld sein

Dass der Termin abgesagt wurde, sei höchst unüblich. Das Aussenministerium nenne als Grund das Exportverbot, das über die Crypto International AG verhängt worden war, schreibt die Zeitung mit Verweis auf «gut informierte Quellen». Der Entscheid des Bundesrats habe für das Land im Norden weitreichende Folgen: Wegen des Exportverbots könne nun keine Cyber-Security-Software mehr beschafft werden.

Und Schweden sei nicht das einzige Land, das wegen des Entscheids schlecht auf die Schweiz zu sprechen ist. Auch andere Staaten hätten protestiert. Das EDA nimmt diesbeüglich jedoch keine Stellung.

Bei der Crypto International AG handelt es sich um eine Nachfolgefirma der Crypto AG. Letztere war jahrzehntelang im Besitz von ausländischen Geheimdiensten, die dank manipulierter Verschlüsselungsgeräte Spionage betrieben haben sollen (zentralplus berichtete).

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