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Mitten in der Pandemie
Schulen in Luzern gehen die Masken aus

Masken für Erwachsene sind besser als keine Masken in den Schulen von Luzern – meint Kantonsarzt Roger Harstall.
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Masken für Erwachsene sind besser als keine Masken in den Schulen von Luzern – meint Kantonsarzt Roger Harstall. (Bild: Symbolbild Adobe Stock)

Bereits ab der ersten Klasse müssen Schülerinnen in Luzern neu Masken tragen – um weitere Corona-Ausbrüche an den Schulen zu verhindern. Das Problem: In der Stadt Luzern sind die Vorräte aufgebraucht.

Wer zur Schule geht, muss eine Maske tragen. Wie sich nun zeigt, haben die Schulen in Luzern Schwierigkeiten, diese Massnahme umzusetzen (zentralplus berichtete).

Das Bildungsdepartement des Kantons Luzern (BKD) bestätigt auf Anfrage von zentralplus, dass der städtischen Volksschule die Masken ausgegangen sind. «Nachdem der Engpass beim Lieferanten bekannt war, hat die Stadt Luzern Anfang 2022 erfolglos Alternativen gesucht», so die Sprecherin Regula Huber auf Anfrage.

Die gute Nachricht: Sobald die Eltern schriftlich über den Notstand informiert worden waren, erhielt die Stadt Luzern umgehend neue Angebote. «Aller Voraussicht nach wird die Stadt Luzern ab nächster Woche wieder über Kindermasken verfügen», so Huber.

Machen die Masken an Schulen in Luzern trotzdem Sinn?

Ob noch weitere Gemeinden vom Maskennotstand betroffen sind, kann das Bildungsdepartement nicht sagen. «Die Organisation der Masken ist Sache der Gemeinden. Daher erfassen wir dies nicht und aus den wöchentlichen Umfragen zu den Fallzahlen gehen Engpässe nicht hervor», meint Regula Huber dazu.

Der Kanton erlässt eine Maskenpflicht, die Stadt versäumt es aber, genügend Masken zu besorgen. Das sorgt – wenig überraschend – für einige Kritik seitens der Eltern. Als «Witz» bezeichnet ein Vater den Lieferengpass gar gegenüber zentralplus. Er macht sich Sorgen, dass die Schutzwirkung eingeschränkt sein könnte, wenn die Kinder Masken für Erwachsene tragen.

Auch bei der Stadt Luzern ging gemäss Huber einer Rückmeldung ein, weil sie die Eltern gemäss ihrem Schreiben gebeten hat, den Kindern nach Möglichkeit selber Masken mitzugeben. Ansonsten hätte es aber kaum negatives Feedback gegeben.

Zu grosse Masken sind besser als keine Masken

Die Frage ist: Nützt die Maskenpflicht an den Schulen in Luzern überhaupt etwas, wenn diese nicht passen? Diesbezüglich gibt das kantonale Gesundheitsdepartement (GSD) Entwarnung. «Hygienemasken schützen zwar bis zu einem gewissen Grade auch ihre Trägerin, aber insbesondere das Gegenüber», meint Kantonsarzt Roger Harstall auf Anfrage.

Dies im Gegensatz zu FFP-2-Masken, die insbesondere für den Selbstschutz seien. «Es liegt auf der Hand, dass die optimale Schutzwirkung nur mit einer gutsitzenden Maske erreicht werden kann. Deshalb müssen Schutzmasken wie die FFP-2-Masken für den Selbstschutz auch gut angepasst getragen werden, da die Schutzwirkung sonst reduziert wird», so der Kantonsarzt.

Hygienemasken – wie sie an den Schulen zum Einsatz kommen – sind dagegen ohnehin nicht dicht. «Eine etwas zu grosse Hygienemaske stellt im Gegensatz zu einer zu kleinen (beispielsweise, wenn ein Erwachsener eine Kindermaske tragen würde) kein Problem dar. Sie wirkt sich vorwiegend auf den Tragekomfort aus», so Harstall.

Wichtig sei es, dass möglichst alle Mitglieder einer Gruppe/Klasse konsequent Masken tragen, damit die maximale Schutzwirkung gegeben ist. «Auf die Hygienemaske vollends zu verzichten würde bedeuten, dass das Gegenüber nicht mehr geschützt wird und damit würde die Schutzwirkung insgesamt reduziert.»