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Schüür denkt über Kontingente für Benefizkonzerte nach
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Die Band Yokko, hier während des Auftritts am Openair Gampel, spielt diesen Freitag in der Schüür. (Bild: les)

«Rock for Children»: Yokko gibt Konzert in Luzern Schüür denkt über Kontingente für Benefizkonzerte nach

4 min Lesezeit 1 Kommentar 23.11.2016, 16:40 Uhr

Diesen Freitag findet in der Schüür ein Benefizkonzert statt – wieder einmal. Yokko rockt und der Erlös kommt der Luzerner Non-Profit-Organisation «Wasser für Wasser» zugute. Doch versprechen diese Konzerte für einen guten Zweck überhaupt Erfolg? Schliesslich wird in der Weihnachtszeit überall Geld gesammelt.

Mit ihrer Debüt-CD «Seven Seas» schaffte es die Indie-Rockband Yokko vor drei Jahren auf Platz 10 in der Schweizer Hitparade. Inzwischen haben die fünf Schweizer Musiker zahlreiche Konzerte gespielt, wurden zum Best Talent von «Radio SRF 3» gewählt und haben den Swiss Music Award als «Best Talent» gewonnen. Ihre zweite CD «To the Fighters. To the Boxers.» landete denn auch auf Platz 2 der Hitparade. Jetzt kommen die Senkrechtstarter diesen Freitag in die Schüür nach Luzern. Wer an das Konzert geht, bekommt nicht nur gute Schweizer Musik zu hören, sondern tut auch noch Gutes, denn Yokko spielen als Headliner des Benefiz-Events «Rock for Children».

Der Verein «Rock for Children» wurde 2013 gegründet. «Schon zwei Jahre davor gab es in Baden ein erstes Konzert. Mit dem Erlös von über 30’000 Franken unterstützte man damals drei Kinderhilfswerke», erklärt Claudia Kandalowksi. «Rock for Children» organisiert nun alle zwei Jahre ein Benefizkonzert. Dieses Jahr wird mit der Luzerner Non-Profit-Organisation «Wasser für Wasser» (WfW) zusammengearbeitet (siehe Box unten).

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«Ich habe über das Projekt in einem GEO gelesen. Wir haben uns getroffen und ich war begeistert. WfW ist eine tolle Organisation», sagt die Personalentwicklerin. «WfW wird 2017 neben Ausbildungs- und Trinkwasserprojekten vermehrt auch Hygieneprojekte in Lusaka, der Hauptstadt Sambias, durchführen», erklärt Yan Wagner von WfW. «Die Zielgruppen dieser Projekte sind in erster Linie Kinder und Frauen. Kinder sind am meisten von verunreinigtem Wasser betroffen. Deswegen zeigen Hygieneschulungen bei Kindern am meisten Wirkung.»

Die Band Yokko unterstützt mit ihrem Konzert in der Schüür Projekte in Sambia.

Die Band Yokko unterstützt mit ihrem Konzert in der Schüür Projekte in Sambia.

(Bild: zvg)

 

Ungeschickter Termin?

«WfW ist eine Luzerner Organisation. Deshalb wollten wir ‹Rock for Children› auch nach Luzern bringen. In Baden sind wir den Leuten ein Begriff. Doch ich habe etwas unterschätzt, dass wir in Luzern noch nicht bekannt sind», sagt Claudia Kandalowski. Doch der Verein ist flexibel und reagierte auf das erst mal verhaltene Interesse: «Es gibt nun freien Eintritt und wir setzen auf Spenden vor Ort. An unseren anderen Konzerten konnten wir der Krebshilfe oder anderen Kinderhilfswerken jeweils mehrere Tausend Franken spenden», erläutert die Vereinspräsidentin.

«Erfolgreich sein geht nur zusammen.»

Claudia Kandalowski, Organisatorin

«Bei Benifizveranstaltungen ist das so wie bei normalen Veranstaltungen: Mal laufen sie, mal laufen sie nicht», erklärt Marco Liembd, Geschäftsleiter der Schüür. «Der Erfolg hängt auch stark mit dem gebuchten Act zusammen, so ergänzen sich das Goodwill-Publikum und die Gäste, welche wegen des Acts kommen, zu einem vollen Haus.»

Der Vorstand von «Rock for Children»: Nadja Kolb, Claudia Kandalowski, Gérard Rodel, Britta Bartsch, Simon Gleich (von links nach rechts).

Der Vorstand von «Rock for Children»: Nadja Kolb, Claudia Kandalowski, Gérard Rodel, Britta Bartsch, Simon Gleich (von links nach rechts).

(Bild: Natalie Ehrenzweig)

Grosse Konkurrenz auf dem Spendenmarkt

Ist der Termin vielleicht ungeschickt gewählt? Gibt es doch in der Vorweihnachtszeit jede Menge Spendenanlässe. «Yokko ist grad auf Tour, so passt es. Die Leute sind so kurz vor Weihnachten in Feierlaune, treffen sich, möchten zusammen Zeit verbringen», erzählt die Organisatorin.

«Wir möchten weniger Benefizveranstaltungen durchführen. Dafür wollen wir jene, die wir durchführen, noch stärker unterstützen.»

Marco Liembd, Geschäftsleiter Schüür

«Die Schüür, die Band, Sponsoren, Partner und Gönner unterstützen uns grossartig», betont Claudia Kandalowski. «Sie bezahlen den tiefstmöglichen Preis, welchen wir anbieten können, damit unsere Grundkosten gedeckt sind. Verdienen tun wir mit Benefizveranstaltungen sicher nicht», so Marco Liembd. Wie oft kann die Schüür solche Events unterstützen? «Die vielen Anfragen für Benefizveranstaltungen haben uns dazu bewogen, eine Art Kontingent anzudenken. Vergleichbar, wie es der Dachstock der Reitschule in Bern tut. Die Stossrichtung im Moment ist, zukünftig weniger Benefizveranstaltungen durchzuführen. Dafür wollen wir jene, die wir durchführen, noch stärker unterstützen», erklärt der Schüür-Geschäftsleiter.

Doch das ist noch Zukunftsmusik. Für dieses Wochenende gilt: «Mein Fazit ist seit Jahren immer das gleiche: Erfolgreich sein geht nur zusammen», sagt Claudia Kandalowski. Und betont: «Ich bin begeistert vom grossen Engagement von allen, die an unser Projekt glauben. Ich freue mich auf einen tollen Abend in der Schüür mit möglichst vielen Gästen für dieses besondere Benefizkonzert, das Kinder und Jugendliche unterstützt. Die Spenden werden direkt an WfW überreicht.»

Wasser für Wasser

Vor vier Jahren wurde die Non-Profit-Organisation Wasser für Wasser (WfW) von den Brüdern Morris und Lior Etter gegründet. Finanziert wird der Verein durch Gönner-, Stiftungs- und Corporate-Responsibility-Beiträgen. WfW arbeitet mit verschiedenen Gastronomiebetrieben zusammen. Diese verkaufen Leitungswasser an die Kunden. Der Erlös daraus geht an WfW, die damit Trinkwasser- und Ausbildungsprogramme in Sambia unterstützen.

«Sambia ist geprägt von starken Gegensätzen: Einerseits schiessen in städtischen Regionen Shopping Center wie Pilze aus dem Boden, anderseits ist knapp die Hälfte der Bevölkerung mangelernährt, viele haben ungenügenden Wasserzugang und Sanitärversorgung», erläutert Yan Wagner von WfW. «Wir sehen uns als Anschubfinanzierer für den Aufbau einer Wasserversorgung, die die gesamte Gesellschaft berücksichtigt – dazu gehört auch die Ausbildung von Sambiern.»

Die Projekte werden dem lokalen Kontext angepasst, um so möglichst spezifisch mit Partnerorganisationen vor Ort und mit vereinten Kräften zu arbeiten. «Seit 2013 haben dadurch bereits mehr als 200 junge Sambierinnen und Sambier eine Ausbildung zum Wasserversorger oder Sanitär besuchen können und über 30’000 Menschen sicheren Zugang zu Trinkwasser erhalten», freut sich Yan Wagner.

Das ganze Team der Organisation «Wasser für Wasser».

Das ganze Team der Organisation «Wasser für Wasser».

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1 Kommentare
  1. Pat Freuler, 25.11.2016, 09:51 Uhr

    Das ist eine gute Sache. Und es kommt noch besser: Im Artikel ist nämlich nicht erwähnt, dass mit Maja Remensberger (Singer/Songwriter), der Alternative-Pop-Rock-Band Cray mit ihren sphärisch-epischen Songs, den Funk-Soul-Rockern Fraîche, die Mainstream mit Underground und spirituellen Soul mit sündhaftem Rock mixen und der Partyband azTon weitere hochkarätige Acts zu sehen sein werden. Hingehen und abfeiern!

    http://mx3.ch/fraiche
    http://mx3.ch/cray
    http://yokko.tv/media-1/#media