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Schürpf steckt in seiner grössten Schaffenskrise
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Seit Pascal Schürpf vor dieser Saison von Trainer Thomas Häberli zum FCL-Captain ernannt worden ist, kam der Offensivspieler noch nicht in Schwung. (Bild: Martin Meienberger/freshfocus)

Eine Spurensuche mit dem FCL-Captain Schürpf steckt in seiner grössten Schaffenskrise

3 min Lesezeit 07.08.2019, 16:32 Uhr

Fünf Spiele ohne Tor und Vorlage: Das ist Pascal Schürpf seit seinem fulminanten FCL-Aufstieg im Frühjahr 2018 nicht mehr passiert. Was ist los mit dem 30-jährigen Offensivspieler?

Es läuft nicht. Nicht mehr. 2017/18 hat er in 22 Meisterschaftsspielen 11 Tore und 5 Assists gemacht. Letzte Saison 9 Tore und ebensoviele Assists in 34 Super League-Partien. Pascal Schürpf ist so zu einer treibenden Kraft im Offensivspiel der Luzerner geworden. Aber jetzt hat der gebürtige Basler Ladehemmungen.

Schürpf ist in eine Schaffenskrise geraten. Und nun steht das Hinspiel in der Europa League-Qualifikation gegen den spanischen Erstligisten Espanyol Barcelona (Donnerstag, 21 Uhr, Swissporarena) an.

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Wenn Schürpf lacht

Woran liegt’s? Schürpf kann es nicht wirklich erklären. Also bietet sich ein Ausschlussverfahren in der Ursachenforschung an. Ein vorwitziger Reporter fragt ihn zum Abschluss, ob Schürpf den sportlichen Fokus deshalb verloren habe, weil er sich noch immer nicht entscheiden konnte, wohin seine Hochzeitsreise im nächsten Jahr führen soll?

Schürpf fängt herzhaft zu lachen an und dreht sich daraufhin wortlos um. Daraus mag man schliessen: Das Privatleben mit seiner Verlobten Jennifer Bosshard, bekannt als Schweizer TV-Moderatorin, kann also kaum der Grund sein.

Seine Karriere baut auf Fleiss und Leidenschaft

Was dann? Bösartige Zungen mögen behaupten, dass Schürpf der in diesem Mai um zwei Jahre verlängerte Vertrag bis 2022 nicht eben Beine gemacht hat.

Mit Verlaub: Das ist Quatsch.

Aus einem ganz simplen Grund: Schürpf hat seine Karriere vorab auf Fleiss, Leidenschaft und Siegeswillen gebaut. Ohne diese Eigenschaften hätte er es nicht mal zum FC Luzern in die höchste Liga gebracht, nicht nach seinem Knorpelschaden vor vier Jahren. Und ohne seine Qualitäten als Vorkämpfer hätte ihn FCL-Trainer Thomas Häberli auch nicht mit der Captain-Binde betraut.

Zum ersten Mal Captain

Aber war gerade die Aufgabe, die Luzerner als Captain zu führen, das Scherflein zu viel? Diese Verantwortung trägt der im Juli 30 Jahre alt gewordene Schürpf zum ersten Mal überhaupt in seiner Karriere. Er sagt: «Ich war mir nicht bewusst, was für eine Bedeutung das Tragen der Captain-Binde hat.»

FCL rechnet mit mindestens 9000 Zuschauern

Nach dem erstmaligen Überstehen eines europäischen Duells seit 1992 steht dem FC Luzern am Donnerstag ein harter Brocken gegenüber. Espanyol Barcelona, der Stadtrivale des gigantischen FC und Siebter der Primera Division 2018/19, hat die Isländer vom UMF Stjarnan mit einem 4:0 und 3:1 auf der Insel ausgeschaltet.

Der FCL hat den Gegner in diesen Duellen durch Gewährsleute beobachten lassen. Häberli kündigt an: «Im Vergleich zu den Isländern werden wir nicht versuchen, unseren eigenen Strafraum mit zehn Mann zu verteidigen.» Den mindestens 9000 Zuschauern, die der FCL am Donnerstag erwartet, kann eine offensivere Spielausrichtung nur recht sein.

Die Spielberechtigung für den neuverpflichteten Senegalesen Ibrahima Ndiaye ist seit seiner Verpflichtung am letzten Wochenende eingetroffen. Gemäss FCL-Trainer Thomas Häberli wird der 21-Jährige erstmals zum Kader gehören.
Für Simon Grether trifft das allerdings nicht zu. Der Defensivspieler ist am Dienstag am Blinddarm operiert worden.

Er sei keiner, der die Mitspieler in den Senkel stelle und auf total seriös mache. «Auch wenn ich genau weiss, wann es wichtig ist, ernsthaft zu sein.» Er habe es mit allen gut und schaue darauf, dass sich auch die Ausländer wohl fühlten im Team. Darauf hat er aber schon vor seiner Zeit als FCL-Captain Wert gelegt (zentralplus berichtete). Vor diesem Hintergrund sagt Schürpf: «Ich habe schon vorher Verantwortung für die Mannschaft übernommen.»

Schürpf hat andere, höhere Ansprüche

Selbstredend ist, dass er andere, höhere Ansprüche an sich hat und mit seiner Ausbeute in der laufenden Saison nicht zufrieden sein kann. «Aber grottenschlecht», will Schürpf festgehalten haben, «spielte ich bislang nicht.» Der Mittelfeldspieler gibt zwar zu, dass er wenig in den Abschluss gekommen sei. «Aber ich habe Vorlagen gegeben, die letztlich nicht verwertet wurden.»

Dieser Fakt widerspiegelt sich in der bisherigen Statistik: Der FCL hat zum Saisonstart St. Gallen 2:0 besiegt, dann gab es ein 1:0 im Hinspiel gegen die schnell an ihre Grenzen stossenden Färinger aus Klaksvik, gefolgt von einem torlosen Remis gegen den FC Zürich vor eigenem Publikum. Dann wiederum ein 1:0 auf den Färöer Inseln und am letzten Sonntag die erste Niederlage (0:1) beim Aufsteiger in Genf.

Der Start der Luzerner in die Saison ist zwar kein schlechter, aber in offensiver Hinsicht nicht wirklich überzeugend (zentralplus berichtete). Schürpf und seinen Mannen bietet sich am Donnerstag die nächste Gelegenheit zur Korrektur – auch wenn der spanische Erstligist Espanyol Barcelona auf der Papierform ein denkbar ungeeigneter Gegner für dieses Unterfangen sein mag.

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