Gesellschaft

SVP-Politiker kritisiert volle Fahrzeuge in Zug
Schüler in Gefahr, wenn der Bus eine Vollbremsung hinlegt

  • Lesezeit: 3 min
<p>Man sieht's: Der Bus der Linie 2 ist hoffnungslos überfüllt. Zusätzliche Schüler können am Talacher gar nicht mehr zusteigen.</p>
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Man sieht's: Der Bus der Linie 2 ist hoffnungslos überfüllt. Zusätzliche Schüler können am Talacher gar nicht mehr zusteigen. (Bild: zvg)

Wenn ein proppenvoller Bus eine Vollbremsung hinlegen muss, kann es gefährlich werden – meint ein SVP-Kantonsrat aus Unterägeri. Und zeigt ein krasses Beispiel auf. Die Zugerland Verkehrsbetriebe räumen ein, dass es vor allem in den Spitzenstunden zu Kapazitätsengpässen kommen kann.

«Es kann nicht sein, dass die Sicherheit von Fahrgästen aufgrund von Sparübungen auf der Strecke bleibt», beschwert sich SVP-Kantonsrat Ralph Ryser aus Unterägeri. Doch genau dies passiere täglich auf der Buslinie 1 in die Berggemeinden. «Es ist ein unhaltbarer Zustand, wenn sich Fahrgäste – Schulkinder unterwegs nach Menzingen – aufgrund des vollgestopften Buses vor der Sicherheitsschranke beim Chauffeur aufhalten müssen.»

Schüler werden mit Vollbremsung konfrontiert

Ryser argumentiert, dass jedes Jahr die Oberstufenschüler von den Verkehrsinstruktoren der Zuger Polizei zur Schulung aufgeboten würden. «Unter anderem werden die Schulkinder als Fahrgäste in einem ZVB-Bus bei geringer Geschwindigkeit auf dem Stierenmarkt-Areal mit einer Vollbremsung konfrontiert», sagt der SVP-Kantonsrat, der bei den Wahlen im Oktober wieder kandidiert.

«Es gibt Grenzen, und diese sind bei der Linie 1 und 2 zu gewissen Zeiten definitiv massiv überschritten.»

Ralph Ryser, SVP-Kantonsrat Unterägeri

Es seien sich alle der Gefährlichkeit bewusst, die durch die Vollbremsung eines Linienbusses entstehe, so Ryser. Und obwohl die Situation den Verantwortlichen aufgrund politischer Vorstössee bekannt sei, werde nicht gehandelt.

«Doch es gibt Grenzen, und diese sind bei der Linie 1 und 2 zu gewissen Zeiten definitiv massiv überschritten», kritisiert der Unterägerer SVP-Kantonsrat. «Dieser Zustand ist dem Kanton Zug unwürdig und sollte in aller Eile unbürokratisch geregelt werden, und zwar vor dem nächsten Fahrplanwechsel.»

Was sagen die Zugerland Verkehrsbetriebe zu Bussen, die offenbar immer wieder übervoll sind? «Von einer generellen Situation können wir nicht sprechen», sagt ZVB-Mediensprecherin Karin Fröhlich.

ZVB: Schulreisen ohne Anmeldung, Wandergruppen, Baustellen

Es gebe verschiedene Gegebenheiten wie zum Beispiel Schulreisen ohne Voranmeldung, Kumulation von Wandergruppen oder Baustellen, bei denen an die Busse keine Anhängerzüge eingesetzt werden könnten, die dann dazu führen, dass es sehr eng wird im Bus.

«Bereits in der Planung wird versucht, bei Kursen mit Spitzenbelastungen Verstärkungskurse einzusetzen.»

Karin Fröhlich, Mediensprecherin Zugerland Verkehrsbetriebe

Aber wenn solche Situationen der ZVB bekannt sind, warum tun die Busbetriebe nichts gegen diese Überlastungen? «Bereits in der Planung wird versucht, bei Kursen mit Spitzenbelastungen Verstärkungskurse einzusetzen», versichert Fröhlich. Im Fall der Linie 2 nach Menzingen würden zum Beispiel morgens um 7.16 und um 7.19 Busse kurz nacheinander fahren, welche auf die Schulzeiten ausgerichtet seien.

Versuche, Spitzenstundenproblem entschärfen

Der Kanton versuche zudem, so Fröhlich, mit Verschiebungen von Stundenplänen das Spitzenstundenproblem zu entschärfen und die Schülerströme so besser bewältigen zu können.

«Kapazitätsengpässe im öV sind vor allem in den Spitzenstunden ein Thema», sagt die ZVB-Mediensprecherin. Würden sich Gruppen anmelden, so werde abgeschätzt, ob ein Extrakurs gefahren werden sollte oder nicht. «Falls aber – wie kürzlich vorgefallen – eine Gruppe mit viel Gepäck mit einer Gruppe ohne Anmeldung zusammentrifft, wird es eng im Fahrzeug.»

Im vorliegenden Fall habe man die Situation lösen können, indem kurzfristig ein weiterer Chauffeur einen Zusatzkurs gefahren sei.

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