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Schon wieder: Kleider raus, Uhren rein?
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An der Kapellgasse 14: Der Rolladen ist unten. Was folgt nach dem «Pier 42»? (Bild: bra)

Altstadt-Läden im Wandel Schon wieder: Kleider raus, Uhren rein?

3 min Lesezeit 1 Kommentar 01.05.2015, 05:00 Uhr

Das Kult-Kleidergeschäft «Pier 42» ist in Konkurs gegangen und verschwindet aus der Luzerner Altstadt. An der Kapellgasse 14 könnte nun, wie momentan fast überall in der Altstadt, ein Schmuckgeschäft einziehen. Was mit der Immobilie geschieht, verrät der Besitzer. 

21 Jahre lang war der «Pier 42» die erste Adresse für Schräges und Schrilles. Zu Beginn war der Kleiderladen in der berühmt-berüchtigten Eisengasse zu Hause, in der «Drogengasse», später dann an der Kapellgasse 14, um die Ecke. Es war ein Bekleidungsgeschäft für spezielle Leute, ein Geschäft für Punkklamotten und Heavy-Metal-Freaks. Von der Stange gab es fast nichts, dafür aber über drei Stockwerke verteilt viel Andersartiges; von der Schlaghose bis zum Kettenhemd. Und schon früh waren Kultmarken im Angebot, die nach Jahren erst von Modezeitschriften entdeckt, bejubelt und zum Trend ernannt wurden.

Dieses kleine Stück Luzerner Ladengeschichte ist nun zu Ende. Der Pier 42 ist aus der Luzerner Altstadt verschwunden. Seit ein paar Wochen ist das Schaufenster leer und der Rolladen unten. Hinter den dreckigen Scheiben stehen ein paar Kartons − sie erinnern nicht wirklich an das einstige Kultgeschäft. Laut Handelsregister wurde Mitte April der Privatkonkurs eröffnet. Der Inhaber der Einzelfirma war für Auskünfte nicht erreichbar. 

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«Wir müssen das Haus zuerst entrümpeln. Es ist in einem miserabeln und desolaten Zustand.»

Oscar Schmid, Besitzer der Immobilie

Das Haus muss renoviert werden

Die Luzerner Altstadt ist im Wandel. Einheimische fragen sich: Kann man in der Altstadt schon bald nur noch Luxus- und Tourismusprodukte kaufen? Viele Luzerner sind besorgt über die Entwicklung der letzten Monate. Nach den Traditionsgeschäften «Vonarburg» weicht «Musik Hug», und nun vielleicht auch der «Hirschen» einem Uhrenladen (zentral+ berichtete).

Oscar Schmid ist der Besitzer des Hauses an der Kapellgasse 14. Eine Immobilie an prominenter Lage, gegenüber von H&M und nur ein paar Meter vom Kapellplatz entfernt. Schmid ist das erste Mal mit der Entscheidung konfrontiert, was mit dem Haus geschieht und welches Geschäft nun in die Räumlichkeiten einziehen soll. Vorher hat eine Besitzer-Gemeinschaft die Immobilie verwaltet. «Zuerst muss das Haus nun renoviert werden», sagt der 82-Jährige.

«Mit der Miete im Rückstand» 

Schmid ist nicht sehr erfreut über den momentanen Zustand des Hauses. Pier 42 habe seine Spuren hinterlassen und sei mit der Miete fünf Monate im Rückstand gewesen. «Wir müssen das Haus zuerst entrümpeln. Es ist in einem miserabeln und desolaten Zustand. Es sieht fast aus wie nach einer Hausbesetzung, mit Sprayereien an den Wänden», sagt er. Die Schäden am Haus müssten behoben werden. Dafür brauche es viel Geld und die Pläne für die Renovation würden demnächst in Angriff genommen. 

«Zuerst suche ich einen Zwischenmieter.»

«Ich könnte es mir schon vorstellen»

Schmid schliesst nicht aus, dass sich ein Uhren- und Schmuckgeschäft in die Kapellgasse 14 einmieten wird. «Ich könnte es mir schon vorstellen. Aber es kann auch etwas anderes sein. Ich lege Wert auf eine anständige Auslage und ein schönes Schaufenster.» Die Präsentationsflächen im schmalen Haus seien nicht allzu gross. «Ein Klaviergeschäft geht da nicht rein», sagt er mit einem Lächeln. Fest stehe aber noch nichts.

«Angebote habe ich noch keine geprüft», fügt er hinzu. «Zuerst suche ich einen Zwischenmieter mit einem befristeten Mietvertrag, bis die Renovation durchgeführt werden kann.» Entsprechend wird auch der Mietzins steigen. «Wir haben in der Stadt Luzern die Tourismusindustrie. Sie gibt in Bezug zur Nachfrage und dem Branchenmix schon eine Richtung vor.»

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1 Kommentare
  1. René Zangerl, 16.06.2015, 14:15 Uhr

    Das ehemalige Perosahaus an der Kappellgasse 14 sollte man von der Gebäude-Feuerpolizei genauer unter die Lupe nehmen!!!

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